Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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61
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Burnouf Burns 61

Burnouf (Eugene), Professor des Sanskrit am 6oIIe--s ,1« küance, geb. zu Paris1861, ist der Sohn Jean Louis B.'s, der, geb. 17 75, imsiz. 183» Generalinspector derStudien wurde und durch seine Übersetzung des Tacitus (6 Dde., Par. 182833) sichrühmlichst bekannt gemacht hat. B. studirte die Rechte und wandte sich erst später dem Stu-dium der oriental. Sprachen zu, namentlich dem Sanskrit und dem Zend. In Verbindungmit seinem Freunde, dem jetzigen Professor Lassen in Bonn, gab er herausLisssl -ur lekali" (Par. 1826), welchen!Observations grammaticales sur c^uslguos passsges ckeI'essai sur Io?sli"(Par. 1827) folgten. Sein Hauptaugenmerk richtete er aber auf das Stu-dium der in Zendsprache erhaltenen Überreste der heiligen Literatur Altpersiens, die seit An-quetil Duperron ganz vernachlässigt, oder vielmehr noch gar nicht philologisch und kritischbearbeitet worden waren. Er ließ zu dem Zwecke das Hauptwerk dieser Literatur getreu nacheiner sehr schönen Handschrift lithographiren (Venckickack-Lulle, I'un ckes livres cke Sorou-stre", Par. 1830, Fol.) und begann den einen Theil dieser Sammlung religiöser Schriften,den hymnologischen und liturgischen, durch einen Commcntar zu erläutern, der als Musterdes gewissenhaftesten Fleißes, verbunden mit einer seltenen Fülle sprachlicher und antiquari-scher Kenntnisse, angesehen werden kann (Oommentaire sur le Bd. 1,Par. 1835,

4.). Auch durch einige Abhandlungen imäc>urnr>Issistiq>ue"undim3c>urusl ckes savants"hat er das Verständniß dieser Zendbücher bedeutend gefördert. Seine Beschäftigung mitdem Altpersischen führte ihn auch zu einem Versuche zur Entzifferung der persepolitan. Keil-inschriften (Älemoirs sur ckeux inscriplions cuneilormss", Par. 1836, 4.), der jedochdurch Lassen's und Bcer's Arbeiten übertroffen wurde. Für dieOollectlou orientale" gaber den Text und die franz. Übersetzung des8KsAuvsl-I?»rLiue" heraus, eines Systems ind.Mythologie und Tradition (I,e ötisAavata-kuraua", Bd. I,Par. 184», Fol.). Gegen-wärtig ist er besonders mit der Übersetzung einiger der in Sanskritsprache geschriebenen heili-gen Werke der Buddhisten beschäftigt. Sein Vater starb zu Paris am 8. Mai 1844.

Burns (Rob.), der größte lyrische Dichter der Schotten, ein Naturdichter im bestenSinne, hochgcfeiert in seinem Vaterlande, jetzt auch in Deutschland in seinem vollen Werthanerkannt, war am 29. Jan. 1759 unweit Ayr in Schottland geboren. Der Sohn einesarmen Gärtners, ward er zur ländlichen Arbeit erzogen, erhielt aber doch etwas Unterricht,z. B. im Französischen und der angewandten Mathematik, bis der immer tiefere Verfall derVcrmögcnsumstände seiner Altern auch diesen unterbrach. Die Bekanntschaft mit einigenengl. Dichtern und vor Allem die romantischen Sagen seiner Heimat, die noch mehr als jetztim Munde des Volks lebten, nährten seine Dichterlust. Seit die Liebe ihn zu den erstenLiedern begeistert hatte, dichtete er hinter seinem Pfluge Gesänge in der Mundart des Volks,welche ihn bald auch außer der ärmlichen Hütte seiner Altern bekannt machten. Er geriethdadurch in Kreise, wo er den Versuchungen zu Zerstreuungen und Ausschweifungen nichtwiderstand. Sein religiöser Glaube war unter diesen Umgebungen durch Zweifel erschüttert,wahrend seine moralischen Grundsätze ohne Festigkeit waren. Er verlor den guten Ruf, derunter den einfachen und mäßigen schot. Landleuten so hoch geachtet wird, und der unglück-liche Erfolg einer Pacht, in welche er sich 1781 eingelassen hatte, bestimmte ihn, Schottlandzu verlassen, wo er Alles verloren glaubte. Er hatte sich als Aufseher einer Pflanzung aufJamaica verdungen, und um Geld zur Reise zu erlangen, ließ er 1786 in Kilmarnok eineSammlung seiner Gedichte drucken. Die kräftigen Naturlaute erweckten in jener Zeit derprosaischen Nüchternheit sogleich den lautesten Beifall. Im Begriff, sich cinzuschiffen, erhielter eine Einladung nach Edinburg, um eine neue Ausgabe zu veranstalten. Sein Aufenthaltin der Hauptstadt ward ein Wendepunkt für sein Leben. Er gewann bei hellerer Einsicht indie Angelegenheiten der Menschen, und sehr geringer in ihren Charakter, ein scharfes Gefühlfür die ungleiche Glücksvertheilung im gesellschaftlichen Leben. Er empfand es tief, daß erauf dem glänzenden Schauplätze, wo man seine Talente ehrte, nur ein Zuschauer sein sollte,und vom Ehrgeiz verzehrt, mit Neid gegen die glücklichen Reichen erfüllt, selbst reicher anGeld, aber ärmer an innerer Zufriedenheit, kehrte er in seine Heimat zurück. Hier heiratheteer seine frühere Geliebte und übernahm neben der Stelle eines Accisebeamten, die er seinenGönnern verdankte, eine kleine Pachtung bei Dumfries. Aber cs fehlte ihm an Festigkeit,ein Ziel mit Beharrlichkeit zu verfolgen; bei aller Tüchtigkeit seines Urtheils, aller Reife