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ihm und seinen Anhängern den Namen der Latitudinarier. Nachdem er 1669 seine „Gesprächezwischen einem Conformisten undNonconformistcn", die vielen Widerspruch fanden, heraus-gegeben und er nach Glasgow als Professor der Theologie berufen war, schrieb er gegenBuchanan seine „Vertheidigung der Constitution und der Gesetze der Kirche und der Kronevon Schottland", eine Schrift im Interesse der Episkopalkirche und der Souverainetät, welcheihn Karl's II. Gunst verschafftem Aber während er die bischöfliche Kirche vertheidigte und fürdie Duldung der presbytcrianischcn eiferte, bewies er sich in London, wohin er von Glasgowgegangen, als unduldsamer Eiferer gegen die Katholischen. Er erwarb sich dadurch Ruf,verscherzte aber Karl's Gunst und zog sich Jakob's II. Feindschaft,zu. Als dieser 1685 denThron bestieg, hielt B. es für gcrathen, auf Reisen zu gehen. Überall auf dem Continentverhehlte er nicht seine Abneigung gegen den katholischen Cultus. Znnocen; XI., der ihnanfangs gütig in Nom aufgenommen, verwies ihn deshalb aus der Stadt. In Holland, woer sich naturalisiren ließ, um den Verfolgungen aus England zu entgehen, wirkte er in derStille und öffentlich durch Flugschriften für Wilhelm von Oranien. Er schiffte sich mit ihn»1688 ein und war der Verfasser der Proclamation, welche der Prinz an die Engländer er-ließ. JmJ. 1689 nahm er von Wilhelm III. das Bisthum Salisbury an, nachdem er zwei-mal früher die Bischofswürde auSgeschlagen, und stimmte im Hause der Lords in seinemGeiste der Toleranz. Doch widerfuhr ihm die Kränkung, daß sein Hirtenbrief, in welchemer des neuen Königs Ansprüche auf die Krone auf das Recht der Eroberung zu begründenschien, auf Befehl des Parlaments durch Henkershand verbrannt wurde. Er verfocht mitErfolg die ThronfolAe des Hauses Hannover und starb l 715. Sein Privatcharakter warliebenswürdig; im öffentlichen Lebenllä eü stin/m ilder Cbarakter sich nur zu oft durch dieUmstände bestimmen. Seine „Histnr^ »k tllo relorm nk tll« cllurcll ok LinAls!«!" (5 Bde.,Lond. 1679—1741), für die das Parlament ihm eine Danksagung votirte, leidet an übcr-wallendem Eifer gegen die Katholiken. Seine „Histor^ »5 bis own time", mit einer Ge-schichte seines Lebens von seinem Sohne Thomas B. herausgegeben (2 Bde., Lond. 1723—24, Fol.; neue Ausg., mit den unterdrückten Stellen in der ersten und Anmerkungen/6 Bde., Oxf. 1823) enthalten schätzbare Beiträge zur Geschichte der engl. Revolution.
Burney (Charl.), berühmt namentlich durch seine „Allgemeine Geschichte der Musik",war zu Shrewsbury 1726 geboren. Früh zu musikalischen Studien von seinem Vater unterLeitung seines Halbbruders angezogen, emancipirte er sich auch bald von seinem zweitenLehrer Arne in London (1744—47), spielte in einem Orchester und gab Musikunterricht.Nachdem seine drei Stücke für Drurylane, „Robin Unock", „Xllreck" und „(jueen IVlab",wenigstens für seine Kasse nicht von besonder»! Erfolge gewesen, verließ er die Hauptstadt.In Norfolk faßte er den Plan zu dem großen Werke, das ihn berühmt gemacht, und wollteschon damals Europa zu diesem Zweck durchreisen. Doch kehrte er auf Anregung des Her-zogs von Jork 1760 nach London zurück, wo nun seine Compositionen und sein Talent diegerechte Würdigung fanden, sodaß die Universität zu Oxford ihn 1761 zum Doctor derMusik ernannte. Non 1770—72 bereiste er Frankreich, Italien, die Niederlande undDeutschland, und die Frucht seiner Studien waren sein nicht immer genauer und unpar-teiischer „kresent state okmnsic in ffrance and Ital^ etc." (2 Bde., Lond. 1772; deutschvon Ebeling und von Bode, 2 Bde., Hamb. 1772—73) und die „OenersI Iiistor^ okn,,l-sic krom Oie esrliest sges to Oie present periock" (4 Bde., Lond. 1776—89), deren Ein-leitung Eschenburg ins Deutsche übersetzte (Lpz. 1781, 4.). Außer andern werthvollenSchriften schrieb er auch Händel's Leben. Er starb 1814 als Organist am Chelsea-Hospital.— Unter den talentvollen Mitgliedern seiner zahlreichen Familie zeichnete sich besondersseine zweite Tochter Francisca d'Arblay aus, deren Romane, unter dem Namen derMiß Burney, „Lvelioa" (3 Bde.j, Lond. 1773; deutsch, Lpz. 2 783), „cecilia"(5 Bde.,Lond. 1785), „6eorgina" (Lond. 1789; deutsch. Tüb. 1790) und „enmilla" (4 Bde.,Lond. 1797; deutsch, 4 Bde., Bcrl. 1798), ihrer Zeit Moderomane waren und noch jetztdurch Lebendigkeit und Zartheit der Darstellung der damaligen socialen Zustände von Werkbsind. Sie war eine Zeit lang Kamnrerfrau der Gemahlin König Gcorg's III., vermähltesich dann mit einem Franzosen d'Arblay, dem sie 1802 nach Paris folgte, und kehrte 1812nach England zurück.