Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
59
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Burmauu (Gottlob Wilh.) Burnet 59

len, theils durch die Förderung fremder Unternehmungen. Er war es, der Thunberg be-stimmte, das Cap und Japan zu besuchen, welcher Reise die Botanik bedeutende Bereiche-rungen zu danken hat. Sein vorzüglichstes Werk ist dieblors Inckiae" (Leyd. 1768, 4.,mit 67 Kpfrn.). Johann B.'s jüngerer Bruder, P eter B., der sich aus Eitelkeit S e-cundus nannte, gcb. zu Amsterdam am 13. Oct. 1713, verfolgte als Philolog ganz dieRichtung seines gleichnamigen Oheims, der ihn nach dem frühen Tode seines Vaters erzog.Außerdem waren Duker und Drakenborch seine Lehrer. Er studirte zu Utrecht die Rechteund Philologie und ward 173-1 Doctor der Rechte. Doch schon 1735 erhielt er den Lehr-stuhl der Beredtsamkcit und Geschichte auf der Universität zu Franeker, welchen er 1711 mitdem der Poesie vertauschte. Im I. 17-12 ging er an d'Orville's Stelle als Lehrer der Ge-schichte und alten Sprachen nach Amsterdam und erhielt l 711 den Lehrstuhl der-Poesie. Auchwurde er 1752 Aufseher der öffentlichen Bibliothek und 1753 Jnspector des Gymnasiums.Seinem Oheim, gleich dem er viele treffliche Ausgaben besonders lat. Classiker geliefert hat,glich er sowol in umfassender Gelehrsamkeit und einem seltenen Talent für die lat. Dicht-kunst als auch in der Reizbarkeit des Charakters, wodurch er in große Streitigkeiten ver-wickelt wurde. Seine Hauptgegner waren Klotz und Saxe, mit denen er eine Menge vonSchmäh- und Streitschriften wechselte» namentlich hatte er von Ersterm sehr viel zu leiden,der ihm unter Anderm schuld gab:blt ex scriptis pstrui mir» scripta conscribebst." Erstarb 1778 auf seinem Landgute Sandhorst. Von ihm sind die Ausgaben des VirgiliuS(Anist. 1716, -1.), Lotichius (Amst. 1751), der^ntbologia veternm lat. epixraminst."(2 Bde., Amst. I75S und 1775), des Aristophanes (2 Bde., Leyd. 1760, i.), ClaudianuS(Amst. 1766), derRkelorica" des Cicero (Leyd. 1761) und des Propertius, den Santen(Utr. 1786) beendete.

Burmann (Gottlob Wilh.), deutscher Dichter, geb. am 18. Mai 1737 zu Laubanin der Obcrlausitz, wo sein Vater Schreib- und Rechenlehrer war, vertauschte seinen eigent-lichen Namen Bormann auf der lat. Schule zu Hirschbcrg mit dem Namen der holländ.'Philologen, als ein Lehrer ihn, zum Zeichen der Zufriedenheit mit seinen lat. Arbeiten, andiese Vorbilder erinnert hatte. Er studirte von 1758an zu Frankfurt an der Oder die Rechteund lebte später, in äußerst dürftigen Umständen, zu Berlin, wo erPrivatunterricht, nament-lich in der Musik ertheilte, schrifkstellerte und Gelegenheitsgedichte verfaßte. Obgleich er sichdurch seine Gedichte einen Namen erwarb, ist er doch mehr noch seiner Sonderbarkeiten, sei-ner vielseitigen Talente und seiner Anlagen zur Improvisation wegen nennenswerth, indemer jedem gegebenen Thema eine poetische Seite abzugewinnen und oft vier bis fünf Stun-den, nicht ohne überraschende und treffende Einfälle, ein Gespräch in Versen fortzusetzen imStande war. Ein erklärter Gegner der Karschin (s. d.), erhielt er von dieser, die, von sei-nen dürftigen Umständen in Kenntniß gesetzt, unter ihren Freunden für ihn sammelte,eineSumme, die er auch annahm, um sie zu ärgern, da sie seiner Meinung nach die feste Über-zeugung gehabt, er werde ein solches Geschenk von ihr nicht annehmen. Vom Schlag gerührt,brachte er die letzten zehn Jahre seines Lebens höchst elend zu. An seinem Todestage, am 5.Jan. 1805, erschien von ihm ein kleines Gedicht in den Zeitungen, worin er sich als sterbendund in der äußersten Noch schilderte. Mehre, die ihn gekannt und bereits für todt gehaltenhatten, eilten nun zu ihm, fanden ihn aber bereits verschieden. Klein von Körper, hager,hinkend und misgestaltet, besaß er einen um so beweglicher» Geist und ein lebendiges Gefühlfür alles Edle und Schöne. Von seinen seltsamen Capricen zeugen seineGedichte ohne denBuchstaben R" (Berl. 1788; neue Ausl., 1796); außerdem schrieb erFabeln und Erzäh-lungen" (Dresd. 1769; 3. Aust., Berl. 1773),Lieder in drei Büchern" (Bert. 1771)und kleine Schriften. Auch gab er eine WochenschriftFür Literatur und Herz" heraus.

Burnet (Gilbert), Bischof von Salisbury, ein durch seinen ehrenhaften Charakter,durch den Geist der Toleranz, den er in Schriften und Thaten übte und durch den Einfluß,den er auf die Revolution in England hatte, berühmter Geistlicher der anglicauischen Kirche,geb. 1613 zu Edinburg aus einer royalistischcn Familie, erwarb sich durch seine Studienin Schottland und England und durch seine Reisen auf dem Continent, namentlich in Hol-land, ausgebreitetc Kenntnisse; auf letztem aber namentlich den milden Geist der Duldung,welcher den Presbyterianern und Episkopalen damals gleich fremd war. Als Spott gab man