5>8 .Burmann (Geschlecht)
nickt bekannt gewesen zu sein und die Erfindung derselben den Italienern, namentlich demDichter Francesco B e r n i (s. d.), anzugehörcn, wenigstens hat er sie mit besonderm Glückebearbeitet. Die Grundzüge mögen indessen schon in den Volksdichtungen und theatralischenBelustigungen der Italiener Vorgelegen haben, wofür auch der Umstand spricht, daß der echtnationale ital. B u fso (s. d.) gewöhnlich den Charakter des Burlesken trägt. Später bildeteCarlo Gozzis. d.) das burleske Genre in seinen Tragikomödien auf eine Weise aus, daßleßtere den auf diesem Gebiete seltenen Anspruch auf selbständigen poetischen Werth.habcn.Bei den Franzosen hat Scarron(s.d.), bei dcnDeutschcnBlumaucr(s.d.) die „Ancide"auf burleske Art bearbeitet. Viel Burleskes findet sich auch in Abraham a Sancta-Clara'sSchriften und Kanzelrcden und in sehr ausgeprägter Weise in Sebastian Sailer's drolli-gen biblischen und andern Stücken, welche im schwäb. Dialekt geschrieben, neuerdings vonHäßler zu Ulm herausgegeben wurden. Auch bezeichnet man'eine Gattung von Theater-stücken mit dem Namen Burlesken. Mehre derselben lieferte nach dem Franzöfichen KarlBlum. Vgl. Flögel, „Geschichte des Burlesken" (Liegn. und Lpz. 1794).
Burmann ist der Name eines durch mehre in der gelehrten Welt berühmte Männerausgezeichneten Geschlechts, das ursprünglich aus Köln stammte. — Franz B., geb.I628zu Leyden, wohin sein Vater aus Frankreich geflüchtet war, gest. als Professor der Theologie zuUtrecht am 12. Nov. I S7S, ist als theologischer Schriftsteller nicht unbekannt, namentlich durchSchriften, unter denen vorzüglich sein Commentar über das Alte Testament (Utr. 1660—7 8)Erwähnung verdient. — Sein ältester Sohn, Peter B., geb. zu Utrecht am 6. Juli 1668,studirte in der.Kgterstadt und zu Leyden die Rechte, in denen er als Doctor I688promovirte,und bereiste dann Deutschland u nd dieS ckwei». Nach seiner Rückkehr fing er an in Utrecht zaprakticiren; doch ließ er sich durckdlealäMmdliru Lrfolg e, die er auf dieser Laufbahn hatte,nicht dem früh begonnenen Studium der Alten entfremden^le er das durch die Abhandlung,l)s vectigalibus populi roin." (Utr. 160-1; neue Ausg., 1737) bewies. Auf Grävius'Empfehlung ward er 1696 Professor der Geschichte und Beredtsamkcit auf der Universitätzu Utrecht, welches Amt er später mit der Professur der griech. Sprache und Politik ver-tauschte. Im I. 17 l 5 ging er nach des Perizonius Tode als Professor der Geschichte, Be-redtsamkeit und griech. Sprache nach Leyden, wo er am 3l. März 1741 starb. Seit demAntritte seines akademischen Lehramts verging fast kein Jahr, in welchem er nicht entwedereinen Classiker mit Anmerkungen, oder eine Rede, oder lat. Verse, worin er Meister war,oder endlich ein Pamphlet wider seine Gegner herausgab, deren ihm seine Heftigkeit und Un-duldsamkeit sehr viele zugezogen hatten, und unter denen Clericus und Bentley die vorzüg-lichsten waren. Seine Ausgaben empfehlen sich nicht so sehr durch Geschmack und Kritikals durch Gelehrsamkeit, Genauigkeit, Fülle an Materialien und Schönheit des Drucks.Die von ihm bearbeiteten lat. Classiker sind: Petronius (Utr. 1799; neue Ausg., Amst. 1743,4.), Vellejus Paterculus (Leyd. 1719 und 1744), Quinctilianus (2Bde., Leyd. 1720, 4.),Valerius Flaccus (Leyd. 1 724), Phädrus (zuerst Amst. 1698, zuletzt Leyd. >727),Ovidius(4 Bde., Amst. 1727), die „Uuetse minares" (Leyd. 1731), Suetonius (2 Bde., Amst.1736, 4.) und Lucanus (Leyd. 1740, 4.). Außerdem gab er „Hjüstolue Ouckii et 8»rrsv>i"(Utr. 1697), „Orationes" (Utr. 1700) heraus. Für die Literaturgeschichte ist seine „8)IIogeepistolaruiu" (5 Bde., Leyd. 1727) von Wichtigkeit. — Sein Sohn, Kaspar B-, der dieMechte studirte und als Rathsherr zu Leyden I755starb, gab außer einigen juristischen Schrif-ten „Uitrecbtscke äasrbneleeu" (3 Bde., Utr. 1750) heraus. — Der jüngere Bruder PeterB-'s, Franz B., geb. zu Utrecht am 15. Mai 1671, gest. am22. Sept. 1719 als Professorder Theologie zu Utrecht, ist als Verfasser mehrer theologischen Schriften in holl. Sprachebekannt, und auch von seinen vier Söhnen haben sich zwei als Gelehrte ausgezeichnet. —JohannB., geb. zu Amsterdam am 26. Apr. 1706, gest. als Professor der Botanik da-selbst 1780, hat seiner Wissenschaft durch mehre Werke wesentliche Dienste geleistet, unterdenen Wir den „Tbesaurus Lezüanicur" (Amst. 1737, 4.), „kariarum slric. pisntarnm -i<1vivum ckelinestarmn rlecackes X." (Amst. 1738—39, 4.) und den Index zum „Uortus Lla-labsricn«" (Amst. 1779) erwähnen. — Sein Sühn, Nikolaus Laurentius B., geb.zu Amsterdam >734, des Vaters Nachfolger auf dem Lehrstuhle der Botanik, gest. 1793,hat sich ebenfalls um die Botanik namhafte Verdienste erworben theils durch eigene Schrift