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Burgund
Saone und Loire und Cöle-d'Or hcrvorgchobeu zu werden, woselbst denn auch eine sehr thä-kige Industrie sich mit dessen Verarbeitung abgibt. Im Schutze eines sehr gesunden undmilden Klimas, nur im Süden durch Eebirgsnatur rauher oder Morastgcgcnden ungesunder,betreibt der Bewohner mit Vorthcil eine ausgedehnte Forst- und Wiesencultur, einträglichenAcker- und Gartenbau und mit Ausnahme des Süden überall mit glücklichem Erfolge undbesonders im Departement Cöte-d'Or ausgezeichneten Weinbau. (S. Burgunderweine.)Von den Zweigen der Viehzucht ist die Pferdezucht am schlechtesten, die Nindviehzucht gutund die Schafzucht am besten gepflegt; ja dem Departement Cöte-d'Or verdankt Frankreichden Anfang der Veredelung der franz. Schafe und Wolle. Der arbeitsame Burgunder über-liefert,, mit Ausnahme des armern Süden, dem ziemlich lebhaften Handel nicht allein beträcht-liche Überschüsse seiner Rvhproducte und vorzüglich schöne Weinsorten, sondern auch dieErzeugnisse fleißiger Industrie, besonders in Leinwand-, Wollen- und Metallwaaren. Dievier Hauptstädte von B. sind Auxerre, Dijon, Macon und Bvurg. Der eigentliche Bur-gunder ist charakterisirt durch Freimüthigkeit und Aufrichtigkeit; Beharrlichkeit und Festig-keit; er verbindet Frohsinn und Witz mit einer gewissen Barschheit, und ssin rauhes, schnei-dendes Patois paßt gut zu seinem satirischen Tone. Die Schriftsteller, deren B. im Vereinmit vielen andern tüchtigen Männern Frankreich viel geliefert hat, zeichnen sich durch einenbilderreichen, bisweilen kräftigen, aber auch oft schwülstigen Stil aus. Die Grundzüge desgermanischen Charakters haben sich nicht ganz verwischt.
Die alten Burgunder (Lur^-unOi oder önrgun<I>on«s), ein ursprünglich germanischerStamm, saßen vor Alters an den Ufern der Weichsel und der Oder, etwa in der heutigenNeumark und dem südlichen Theile von Westpreußen, wunderten hierauf, vcrmuthlich vonden Gepiden gedrängt, nach Westen hin aus und erschienen an der Saale im Rücken derAlemannen, mit denen sie über die Salzquellen in Krieg geriethen. Nachher breiteren siesich am Rhein, Neckar und Kocher aus und drangen, von dem Zuge der Alanen, Suevenund Vandalen mit fortgerissen, um das 1.4 07, unter ihrem König Gundicar, etwa 80000 M.stark, in das röm. Gallien ein, wo sie zwischen der Aar und Rhone Wohnsitze nahmen. Nachder Schilderung des Sidonius Apollinaris waren die Burgunder sechs bis sieben Schuh hoheMänner, welche Thierhäute trugen und Freiheit für das höchste Gut achteten. Merkwürdigist ihre schnelle Bekehrung zum Christenthume. Nachdem sie nämlich bei ihrem Eintritte inGallien sich sieben Tage lang in dieser Lehre hatten unterrichten lassen, wurden sie am achtendurch die Taufe Christen und zwar nach dem arianischen Glaubensbekenntnisse. Bei ihrerNiederlassung in Gallien, die mit Genehmigung der Römer geschah, erhielt jeder freie Bur-gunder von jedem röm. Hofe nur die Hälfte der Wohnung, vom angebauten Lande zweiDrittel, von den Vorgefundenen Sklaven ein Drittel; die Wälder blieben ungetheilt. Dasburgundische Reich bestand von 407—534, unter mannichfaltigen äußern Kämpfenund innern Streitigkeiten, bald unter einem bald unter mehren, einmal sogar unter vierRegenten, die in den Hauptstädten Lyon, Genf, Bcsancon und Vienne rcsidirten. Einer ihrerKönige, Gundicar, war es, der sich dem Attila, als er 4 5 1 aus Deutschland, Alles vor sich nieder-schmetternd, hcranzog, mit l 0000 M. zuerst entgegenstellte, aber besiegt ward und mit all denSeinen ruhmvoll unkerging. Die wundervolle Sage der Nibelungen hat uns diesen Unter-gang der Burgunder herrlich geschildert. Ein späterer König, Gundebald, verfaßte ein Gesetz-buch, die I^ex 6unckebsllis, und sein Nachfolger Sicgmund trat vom arianischen zum katho-lischen Glauben über. Der bald darauf ausbrechende Krieg mit den Frankenkönigen Childe-bert und Chlotar, den Söhnen Chlodwig's, machte dem burgund. Reiche ein Ende. DerKönig Godemar fiel 534 in der Schlacht, und B. wurde fränk. Provinz unter Beibehaltung-seines Namens, seiner Gesetze und eines eigenen Herzogs und theilte von nun an das Schicksaldes fränk. Reichs in Bezug auf Zerstückelung des Gebiets und Auflösung des Nationalver-bands. Das Land selbst erhielt erst um 470 den Namen Burgund.
Als die Dynastie der Karolinger immer schwächer wurde, machte B. sich wieder selb-ständig. Ein Graf des Landes, Boso von Vienne, der Schwager Karl des Kahlen, angetrie-ben von dem Ehrgeize seiner Gemahlin, wußte auf dem Reichstage der Großen zu Montailledie Wahl auf sich zu lenken und wurde somit König des burgund. Reichs, welches die Franchc-
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