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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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Bürger (Gottfr. Aug.)

lichen Monographie gelten kann. Er wurde nun Professor der Landwirtschaft am Lyccumzu Klagenfurt und kaufte nachher das nahegelegene Gut Harbach, das er selbst bewirt-schaftete. In dieser Zeit schrieb er dieVersuche über die Darstellung des Zuckers aus demSafte inländischer Pflanzen" (Wien 1812), die PreisschriftÜber die Theilung der Ge-meindeweiden" (Pesth 1816) und sein Hauptwerk, dasLehrbuch der Landwirtschaft"(2 Bde., Wien 18192V; 4. Ausl., 1838), das durch logische Anordnung, Gründlichkeit,Deutlichkeit, Präcision im Ausdruck, Vollständigkeit und Reichthum an zusammengestellteneigenen und fremden Erfahrungen höchst vorteilhaft sich auszeichnet, das jedoch mehr zurSelbstbelehrung und zur Vervollständigung des bereits Gelernten als zu einem bloßen Leit-faden bei dem Unterrichte, wozu cs zu voluminös, zu reichhaltig, auch teilweise zu einseitigist, sich eignet. Im I. 1820 wurde er mit dem Range eines Gubernialraths nach Triest ge-sendet, um in dem östr. Küstenlande die Grundabschätzungen zum Behufe des Steuerkata-sters zu leiten, die er später auch im lombard.-venetian. Königreiche und in Niederöstreichleitete. Seinem Aufenthalte in Italien verdanken wir dieReise durch Oberitalien, mitvorzüglicher Rücksicht auf den gegenwärtigen Zustand der Landwirtschaft, die Größe derBevölkerung, Bodenfläche, Besteuerung und den Kauf- und Pachtwerth der Gründe"(2 Bde., Wien 1831; 2. Ausl., 1843). Seine letzte Schrift war dieSystematische Clas-sification und Beschreibung der in den östr. Weingärten vorkommenden Traubenartcn"(Wien 1837). Er starb am 24. Jan. 1842.

Bürger (Gottfr. Aug.), der deutsche Volksdichter, geb. am I.Jan. 1748 zuWol-merswende im Halberstädtischen, wurde von seinem Vater, einem Prediger, bis in sein zehn-tes Jahr in nichts Anderm als in Lesen und Schreiben unterrichtet. Obgleich er für mancheLehrgegenstände, besonders des Lateinischen, eineschwereFassungsgabezeigteundkein anderespoetisches Muster als das Gesangbuch kannte, machte er doch sehr bald wenigstens im Vers-maß richtige Verse. Im I. 1760 kam er auf die Schule zu Aschersleben und von hier, nach-dem er wegen eines Epigramms, das er auf den Ungeheuern Haarbeutel eines Primanersgefertigt, derbe Schläge erhalten hatte, auf das Pädagogium zu Halle, wo er seine Freund-schaft mit Göckingk schloß. Seit 1764 hörte er zu Halle theologische Vorlesungen und kammit Klotz in genaue Verbindung, vertauschte jedoch nachher die Theologie mit der Jurisprudenzund 1768 Halle mit Göttingen und gerieth hier in dem Hause, worin Klotz's Schwicgermuttrrwohnte, in Verbindungen, die seinen Sitten und Studien nicht förderlich sein konnten undzur Folge hatten, daß sein Großvater ihm keine Unterstützungen mehr zufließen ließ. Dochleiteten ihn Hölty, Miller, Voß, die beiden Stolberg, Cramer, Leisewitz und Boje, welchedamals in Göttingen studirten, und zu denen sich später noch Hahn, von Closen und Speick-mann gesellten, namentlich Boje auf einen bessern Weg. Mit ihnen gemeinschaftlich studirteer nun die besten Muster der Alten, der Franzosen, Engländer, Italiener und Spanier, be-sonders Shakspeare und Percy'sUeliclls", die sein Handbuch wurden. Bald machten seineGedichte Aufsehen. Nachdem erl 7 7 2 durch Boje's Vermittelung die mit kärglichen Einkünftenversehene Stelle eines Justizbeamten in Alten-Gleichen erhalten, söhnte sich sein Großvatermit ihm aus und schoß ihm zur Bezahlung seiner Schulden und Deckung der Caution eineSumme vor. Durch den später würtemberg. Hofrath Liste, dem diese Summe anvcrtrautwurde, ging aber ein bedeutender Theil derselben verloren, und so wurde der Hauptgrund zuder fortdauernden Zerrüttung in B.'s ökonomischen Verhältnissen gelegt, die auf seinenCharakter und sein poetisches Streben selbst nicht ohne bedauerlichen Einfluß blieb. Im I.'1774 vermählte sich B. mit einer der Töchter des benachbarten hannövecschen BeamtenLeonhart zu Niedeck, mit der er ein zu seiner Wohnung eingerichtetes Bauernhaus im DorfeWölmershausen bezog. Aber auch diese Ehe sollte ihm eine Quelle innern und äußern Un-glücks werden, denn schon, als er mit seiner jungen Gattin vor den Altar trat, liebte er nacheigenem Geständnis deren jüngere kaum 1415 Jahr alte Schwester, die in seinen Liedernhoch und überschwenglich gefeierte Mollv. Die Angetraute entschloß sich, wie B. selbstschreibt, sein Weib öffentlich und vor der Welt nur zu heißen, die Geliebte es wirklich zu sein,ein in sich demoralisirtes Verhältnis, welches nur die zcrrüttendsten Folgen haben konnte. Seineerste Frau starb 1784, und B., nun am Zielpunkt seiner sehnsüchtigsten Wünsche, ließ seinemHerzensbunde mit Molly 1785 auch die priesierliche Weihe geben. Inzwischen hatte eine