42 Burg Burger
den Gebäuden weitläufige Keller für Wein und Bier. Die durch einen tiefen Graben vonder innern getrennte, durch eine Zugbrücke aber mit ihr verbundene äußere Burg von bedeu-tend größerm Umfange, wurde durch eine feste Mauer umschlossen und das äußere Thor der-selben durch einen oder zwei starke Thürme vertheidigt. In ihr waren die Wirthschaftsge-bäude, Ställe und die Wohnungen für die Burgmannen und Dienerschaft. Der freie Platzin der Mitte wurde öfters zu kleinern Turnieren und andern Waffenübungen benutzt.
Burg, eine sehr gewerbreiche Stadt im Regierungsbezirke Magdeburg der preuß.Provinz Sachsen, liegt zu beiden Seiten der Ihle. Sie hat eine höhere Bürgerschule, einHospital und eine gutdotirte Armenerziehungsanstalt, welche 1821 von dem KaufmannPieschel gestiftet wurde. Ihre 14000 E. sind zum Theil Nachkommen pfälzischer, franz. undwallonischer Colonisten, weshalb noch jetzt in einer der vier Kirchen Gottesdienst in franz.Sprache gehalten wird. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit Tuchfabrikation, welche inmehr als 70 Fabriken zum Theil mit Hülfe von Dampfmaschinen betrieben wird und sich insehr blühendem Zustande befindet, sowie mit Tabackfabrikation, außerdem mit Acker-, Ta-backs- und Kardendistelnbau, mit Viehzucht, Wollhandel, Färberei und Leimsiederei.
Bürg (Joh. Tobias), ein besonders durch seine Mondtafeln berühmter deutscher Astro-nom, geb. zu Wien am 24.Dec. 1766 von wohlhabenden Altern, war noch auf der Schule,als sein Vater in so misliche Umstände gerieth, daß er die Kosten für eine höhere Ausbildungdes Sohns nicht mehr zu bestreiten vermochte. Schon war dieser entschlossen, die Schule zuverlassen und ein Handwerk zu erlernen, um auf diesem Wege seinem armen Vater eine Er-leichterung zu verschaffen, als einer sein er Lehr er, der die großen Anlagen des Jünglings er-kannte, den Vater dazu vermochte, ihn nur noch einige Zeit aus der Schule zu lassen. Durchseinen fortgesetzten Fleiß erregte B. sehr bald die Aufmerksamkeit des damaligen Reforma-tors der östr. Lehranstalten, des Präses der Studien-Hofcommission, van Swicten. Vonihm unterstützt, widmete er sich hierauf der Mathematik und besonders der Astronomie, übtesich unter dem Adjunctus der Sternwarte zu Wien, Franz de Paula Triesnecker, im Beob-achten und studirte vorzugsweise Lalande's und Euler's Werke. Im1.1701 erhielt er dieProfessur der Physik am Lyceum zu Klagenfurt, und als Triesnecker zum Astronomen derwiener Sternwarte ernannt ward, 17 92 die Adjunctenstelle. Als das franz. Nationalinstitut1798 die Preisaufgabe stellte, aus wenigstens 500 Beobachtungen die Epoche des Apo-geums und des Knotens der Mondbahn zu bestimmen, legte B. demselben seine Mondtafeln,denen mehr als 3000 Beobachtungen zu Grunde lagen, vor, und es wurden dieselben, sowiedie Arbeit des franz. Astronomen Alexis Bouvard so vorzüglich befunden, daß man an-fangs Willens war, den Preis zu theilen; allein in der öffentlichen Sitzung, in welcher dererste Consul als Präsident der mathematischen Claffe des Nationalinstituts den Vorsitzführte, wurde beschlossen, den Preis zu verdoppeln und jede der Arbeiten gleich zu belohnen.Seine Tafeln wurden 1806 von dem Nationalinstitute herausgegeben und später von ihmvcrbessert. Durch eine Erkältung verlor V. im1.1813 das Gehör und zog sich hierauf ganzaus dem öffentlichen Leben zurück. In Gesellschaft eines ihm schon längere Zeit bekanntenFrauenzimmers lebte er zu Wiescnau im vbern Lavanthale in Kärnten gleich einem Anacho-reten, weder mit Menschen, noch mit den Wissenschaften Umgang pflegend, nur mit denVögeln und andern Thieren des Waldes sich beschäftigend, bis er am 25. Nov. 1834 starb.
Burger (Joh.), rühmlichst bekannt als landwirthschaftlicher Schriftsteller, geb. zuWolfsberg in Kärnten am 5. Aug. 1773, erhielt seine Bildung auf dem Lyceum zu Klagen-furt und studirte dann zu Wien und seit 1797 zu Freiburg im Breisgau die Arzneikunde,die er hierauf in seiner Vaterstadt auszuüben begann. Seine Beschäftigung mit der Gärtnereials Freund der Blumen führte ihn dem Studium der Landwirthschaft zu, die er sehr bald,insbesondere noch durch das Studium der Werke Thaer's dazu angeregt, auf einem von ihmerkauften kleinen Grundstücke praktisch zu üben begann, wobei er sich vieler besserer Acker-geräthe, namentlich des Exstirpators und der Pferdehacke bediente, durch deren Einführungauch in andern Wirthschaftcn er sich verdient machte. Als landwirthschaftlicher Schriftstellertrat er zuerst durch die Übersetzung von Sismondi's ,,17iblea» de I's^riodtirre de'I'oscone"(Tüb. 1805) auf, der er die „Abhandlung über die Naturgeschichte, Cultur und Benutzungdes Mais" (Wien 1808; 2. Aust., I8II) folgen ließ, die als Muster einer landwirthschaft-