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als ein Zweifel über seine Rechtgläubigkeit entstand, nach strenger Prüfung zweier Ulemagim theoretischen und praktischen Theile des Korans nicht nur für einen Gläubigen, sondernsogar für einen sehr gelehrten Moslem anerkannt wurde. Im 1.18 t 5 kehrte er nach Kairozurück, wo er die Nachricht vom Tode seines Vaters erhielt. Im Apr. 1816 bestieg er denBerg Sinai, und dies war seine letzte Wanderung. Nach seiner Rückkehr nach Kairo am16. Juni 1816 beschäftigte er sich unausgesetzt mit mathematischen und naturhistorischcnStudien und mit dem Ausarbeiten seiner Tagebücher. Seine Briefe aus dieser Zeit an Bankeund Hamilton zeugen von seinem Mismuthe über den langwierigen Aufschub seiner beab-sichtigten Reise. Als endlich die ersehnte Fezzan-Karavane angekommen und deren Abgangim Dec. 1817 festgesetzt war, glaubte er sich schon halb am Ziele, als ihn am 4. Oct. einheftiges Fieber ergriff, dem er am 17. Oct. 1817 unterlag. Mit allen Ehrenbezeigungen,die ihm als Sheik und Hadschi gebührten, wurde er auf dem mohammedanischen Friedhofebestattet. In seinem letzten Willen, den er dem brit. Generalconsul Salt dictirte, vermachteer, neben andern wohlthätigen Bestimmungen, alle seine orient. Handschriften, welche in356 Bänden bestanden, derBibliothek zu Cambridge. Früher schon hatte er in Verbindungmit Salt und Belzoni den 300 Ctr. schweren kolossalen Memnonskopf aus Theben nachEngland geschickt und die Hälfte der Transportkosten getragen. „Nie", schrieb er am 13.März 1817 aus Kairo an seinen Bruder, „gewiß nie habe ich von derWelt dienlich umgab,Dinge gesagt, in welchen mich mein Gewissen nicht rechtfertigte; denn um einen Roman zuschreiben, habe ich mich nicht so manchen Gefahren bloßgestcllt." B.'s Reiseberichten dürstenan Treue und Genauigkeit wenig andere gleich zu stellen sein. Er war zum Entdecker undReisenden geboren. Seine Seelenstärke, Mäßigkeit und Ausdauer, seine Grundsätze vonEhre, seine Anerkennung fremden Verdienstes, seine Abneigung gegen Betrug und Un-gerechtigkeit zeichnen ihn nicht weniger aus als die Wärme des Gefühls, der Dank für em-pfangene Wohlthaten, die größte Uneigennützigkeit und eine unbegrenzte Aufopferung, wennes galt, fremde Leiden zu mildern. Unter den von ihm gegebenen geographischen Mittheilun-gen ist die wichtigste diejenige, welche Bezug aus die Bildung des Meerbusens von Akabahat, der bis dahin nur äußerst unvollkommen bekannt war. Die Beschreibung seiner Reisenin Nubien erschien zu London 1819 (deutsch, Weim. 1823), die der Reisen in Syrien, Palästina und auf den Sinai 1822 (2Bde., Weim. 1823—24) und die der Reisen in Arabien1829 (deutsch, Weim. 1830). Ausgezeichnet sind seine „Notes vn Ille veckcmms oustVVskr>li)s" (Lond. 1830, 4.; deutsch, Weim. 1831) und die „^rabic proverbs, or tbs NI-IN-uers und custnms ok tbe modern L^ptiuns illustrated" (Lond. 1831, 4.; deutsch, Weim.1834). Vgl. „Beiträge zu B.'s Leben und Charakter" (Bas. 1828).
Burdach (Karl Friedr.), Geh. Medicinalrath, Vorsitzender Rath im Medicinalcolle-gium und Professor zu Königsberg, wurde am 12. Juni 1776 zu Leipzig geboren, wo erstudirte und 1796 die medicinische Doctorwürde erlangte. Nachdem er daselbst eine Zeitlang als praktischer Arzt gelebt, auch >798 als Privatdocent mit Beifall aufgetreten und1807 außerordentlicher Professor geworden war, ging er 1811 als ordentlicher Professorder Anatomie nach Dorpat und von hier 1814 nach Königsberg. Zu wissenschaftlichenZwecken hatte er schon während seines Aufenthalts in Leipzig eine Reise nach Wien undspäter nach Paris unternommen. B. gehört unstreitig zu den fruchtbarsten und geachtetstcnSchriftstellern im Gebiete der Mcdicin. Anfangs nahmen die verschiedenartigsten Disci-plinen seine Thätigkeit in Anspruch, wie seine Handbücher über die medicinische Encyklopädieund Methodologie, Diätetik, Physiologie, Pathologie, das System der Arzneimittellehreund die Literatur der Heilwissenschaft bewiesen. Später wandte er sich jedoch ausschließlichder Anatomie und Physiologie zu und hat in diesen Fächern Ausgezeichnetes geleistet. ZumBeleg erinnern wir nur an sein großes Werk „Vom Baue und Leben des Gehirns und Rü-ckenmarks" (3 Bde., Lp;. 1819—25, 4.) und an die „Physiologie als Ersahrungswissen-schaft"(6 Bde.,Lpz. 1826—40; 2. Aust., Bd. 1 — 3, 1835—38), welches letztere Werkbis jetzt erst das leibliche Leben enthält. Gewissermaßen zur Ergänzung scheinen bestimmtseine „Blicke ins Leben, comparative Psychologie" (Bd. > und 2, Lpz. 1842). Alle seineArbeiten zeichnen sich durch eine meisterhafte Architektonik und systematische Abgeschlos-senheit aus, welche der strengen Form ungeachtet doch keineswegs anziehender Eleganz er-