Vuräten Bmckhardt (^oh. Karl) 35
und dichterische Begeisterung, in einer Reihe von Aufsätzen, eigenthümlich der Erfindungnach und der Ausführung" (2. Aust., Lpz. 1828). Auch lieferte er viele einzelne Abhand-lungen in Oken's „Isis". Seine selbständigen Schriften läßt er sämmtlich auf seine Kosten,meist bei Breitkopf und Härtel in Leipzig, drucken und sendet sie unentgeltlich an Männer,bei denen sich ein Interesse für die darin behandelten Gegenstände voraussetzen läßt.
Buräten oder Burjaten, ein mongol. Nomadenvolk von etwa 100000 Köpfen,welches sich in mehre Stämme theilt und im südlichen Theile des russ. GouvernementsJrkuzk in Sibirien am Jenisei, an der Lena, Angara und am Baikalsce wohnt. Sie gleichenan Körperbildung den Kalmücken, haben ein glattes, fleischiges Gesicht, eine untersetzte ziem-lich gedrungene Gestalt, bewegliche und feingebaute Glieder, nach der Nase zugencigte Augen,schmale, schwarze und flachgewölbte Augenbrauen, eine stumpfe, oben eingedrückte Nase,vortretende Backenknochen, abstehende große Ohren, sehr weiße Zähne und einen schwachenBart. Sie sind geistig träge, mistrauisch und ungefällig, sonst aber ehrlich, im Ganzen kör-perlich gewandt, gute Reiter und Bogenschützen. JmJ. 1644 unterwarfen sie sich dem russ.Scepter. Sie stellen mehr als 20000 mit Bogen bewaffnete Männer und wählen sich ihreFürsten oder Taidschis und Ältesten oder Schulengas selbst, die jedoch vom Statthalter zuJrkuzk durch Überreichung eines Dolchs bestätigt werden müssen. Ihre Kleidung ist mitPelzwerk verbrämtes Leder; sie leben im Sommer in Hütten, Jurten genannt, die sie mitLeder überziehen, und im Winter in Filzhütten und nähren sich von Viehzucht, Jagd unddurch Gewerbe, vorzüglich Eisenschmieden. Sie bekennen sich theils zum lamaischen, theilsschamanischen Buddhismus und nennen ihren Obcrgott Octorgon Burchan oder TingiriBurchan, d. i. Himmelsgott; die Planeten gelten ihnen als Untergötter, und der Obergeistder bösen Geister heißt Ockodöl. Ihre bald gemalten, bald aus Holz, Blech, Filz und Lämmcr-fellen zusammengesetzten Götzenbilder sind höchst originell und mit Ruß schwarz gefärbt. Dasweibliche Geschlecht gilt bei ihnen für unrein und darf sich in der Jurte dem Altäre derHaus-göttcr nicht nahen. Ehe der Mann sich an dem Platze niederläßt, wo eine Frau gesessen, mußer vorher beräuchert werden.
Burchiello, eigentlich Domenico, ein origineller satirischer ital. Dichter in Florenz,der Sohn eines Barbiers, welches Geschäft er ebenfalls trieb, war wahrscheinlich zu Florenzgeboren und starb zu Nom 1448. Wenn ihn Einige in Hinsicht seines Charakters als gemeinund als einen niedrigen Possenreißer schildern, so nehmen ihn Andere dagegen in Schutz.Seine Barbierstube ward so berühmt, daß sich täglich neben dem gewöhnlichen Publicum auchGelehrte und Vornehme daselbst einfanden, und der große Cosmo von Medici sie in einemGewölbe seiner Galerie sogar malen ließ. Sie erscheint in diesem Gemälde in zwei Theile ab-gctheilt; hier wird barbirt und dort gedichtet und musicirt. Das Portrait B.'s ist darübergemalt. So unbestritten auch B.'s Berühmtheit ist, so schwer ist es doch, über den Werthoder Unwerth seines Witzes und seiner Satiren zu urtheilen, da uns die örtlichen und per-sönlichen Verhältnisse meistens unbekannt sind. Seine burlesken Sonette waren zugleichNäthsel, zu denen uns die Auflösung fehlt, was auch Doni zu ihrer Erklärung gethan zuhaben behauptet. Alle seine Gedichte sind sehr keck, unsittlich und zügellos. Die erste Aus-gabe seiner Sonette erschien zu Bologna (1475, 4.), die beste zu Florenz (1568) und zuLondon (1757), die neueste unter dem Titel „Uime" zu Florenz (1760).
Burckhardt (Joh. Karl), einer der genauesten astronomischen Rechner, geb. am30. Apr. 1773 zu Leipzig, wo sein Bruder noch gegenwärtig als Uhrmacher lebt, wurdeschon auf der Nikolaischule seiner Vaterstadt durch eigenes Studium der Mathematik sehrbald auf das der Astronomie geleitet. Gleichzeitig studirtc er mit vielem Eifer die neuernSprachen. Nachdem er 17 91 zur Universität übergegangen, wo er anfangs dem Studium derRechte, dann der Medicin sich zu widmen beabsichtigte, später aber die Neigung für Mathe-matik und Astronomie wieder die Oberhand gewann, schrieb er auf Veranlassung des Pro-fessors Hindenburg die Abhandlung ,MetbocIus cowlrinstorio analxtica, evolverxlis lra-ctinnum continusrum valoribus maxiine ickonea" und kam hierauf durch dessen Empfehlungzu Zach nach Gotha, unter dem er nun die Astronomie praktisch studirtc und den er bei derBeobachtung der Nectascension der Gestirne unterstützte. Durch Zach wurde er 1797 an