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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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32 Buonarotti

nachging, wird am besten durch den Umstand bezeugt, daß er zwölf Jahre mit rastloser An-strengung dem Studium der Anatomie widmete, wodurch er sich in der That eine für diedamalige Zeit unerhörte und für alle Zeit seltene Sicherheit in der Darstellung des mensch-lichen Körpers erwarb. Seine frühesten Kunstschöpfungen von Bedeutung sind plastischeWerke: die zarte Statue eines knieenden Engels am Grabmale des heil. Dominicus zuBologna, eine Faunslarve und die Statuen des Bacchus und David zu Florenz, sowie diegroßartig schöne Gruppe der Mater dolorosa in der Peterskirche zu Rom. Dann folgte,um 1504, die Zeichnung eines Cartons, die er im Wettstreit mit Leonardo da Vinci und imAufträge der florentin. Regierung anfertigte. Beide Künstler hatten Scenen der florentin.Geschichte zum Gegenstände der Darstellung gewählt; ihre Cartons, die in der damaligenKunstwelt das größte Aufsehen machten, sind jedoch untergegangen, und wir kennen B.'sCompositionen nur aus ein Paar alten Kupferstichen. Gleich nach dieser Arbeit wurde B.durch Papst Julius II. nach Nom berufen, mit dem Aufträge, ein kolossales Grabmonumcntzu entwerfen und auszuführen, das Julius sich selbst in der Peterskirche errichten wollte.Das Werk sollte mit einer großen Menge Statuen und Reliefs geschmückt werden; es geriethaber bald, durch verschiedene Umstände, in Stocken; nachmals neu ausgenommen und aufgeringere Maße reducirt, wurde es wieder unterbrochen, bis es endlich in nochmals sehr ver-ringertem Umfange, im I. 1545, lange nach des Papstes Tode, in der Kirche St.-Pietro-ad-Vincula in Rom aufgestellt ward. Die Statue des Moses ist der vorzüglichste Schmuckdieses Monumenss. Die erste Unterbrechung, die die Arbeit des Grabmonuments erlitt,wurde durch Papst Julius selbst herLttg^Wrt, indem dieser, ganz gegen den Willen desKünstlers, darauf bestand, daß derselbe die weite Decke der Sixtinischen Kapelle, im Vaticanzu Rom, mit Frescomalereien von seiner Hand schmücken sollte. Unwillig ging B- 1508 andiese Arbeit; aber er vollendete sie in der Frist weniger Jahre und zwar ohne alle Beihülfe,und schuf in ihr das gediegenste Meisterwerk seines ganzen Lebens. Die Gegenstände dieserDeckenmalerei bilden die Hauptmomente aus den Geschichten der Genesis, die Gestalten derPropheten und Sibyllen, die irdischen Vorfahren des Erlösers und eine Menge symbolischerund decorativer Figuren. Durch Papst Leo X., aus dem Hause der Medici, der aufJulius ll.1513 folgte, erhielt B. den Auftrag zu neuen plastischen Arbeiten, nämlich zu den Grab-monumenten für Leo's Bruder, Giuliano de'Medici, und für seinen Neffen Lorenzo, Herzogvon Urbino; aber auch diese Arbeit wurde unterbrochen und kam erst unter Papst Clemens VII.,gleichfalls einem Mediceer, der von 152327 regierte, zur Vollendung. Die Monumentebefinden sich in der Sacristei von San-Lorenzo zu Florenz; sie enthalten die Statuen derGenannten, unter denen besonders die des Lorenzo als Meisterwerk ersten Rangs betrachtetwerden muß, und Sarkophage, welche mit den symbolischen Gestalten, der eine der Auroraund des Abends, der andere der Nacht und des Tags, geschmückt sind. Die Architektur derSacristei von San-Lorenzo und die des Vestibüls der dortigen Bibliothek, die gleichzeitigmit den genannten Sculpturwerken ausgeführt wurden, sind unter B.'s frühem architekto-nischen Leistungen zu nennen. Später war B. auch in Rom im Fache der Architektur thätig,in welchem Betracht zunächst, als nach seinem Entwürfe ausgeführt, der Klosterhof vonSan-Maria degli Angcli und die neue Anlage des Capitols zu nennen sind. Schon standB. im höher» Mannsalter, als ihm das zweite große Werk im Fache der Malerei übertragenward, das 60 F. hohe Frescogemälde mit der Darstellung des jüngsten Gerichts an derAltarwand der Sixtinischen Kapelle; er fertigte dasselbe in den I. 153441. Ungefähr indieselbe Zeit fallen noch zwei andere, doch kleinere Frescobildcr seiner Hand, in der Paolini-schen Kapelle des Vaticans. Das letzte große Werk seines Lebens, seit 1546, war der Bauder Peterskirche zu Rom. Schon seit geraumer Zeit war hier an der Stelle der alten Basilikades heil. Petrus ein Neubau von großartigen Dimensionen unternommen, doch bis B. dieLeitung desselben erhielt, nur wenig gefördert worden. B. führte den Bau, trotz mannich-facher Hemmnisse, die auch ihm entgegentraten, so weit, daß unmittelbar nach seinem Todedie grandiose Kuppel, welche ihn bekrönt, nach seinem Entwürfe vollendet werden konnte;nach seinem Plane sollte die Kirche nur aus einem griech. Kreuz, mit kurzen Flügeln zu denvier Seiten des Kuppelraums bestehen; später wurde sie durch ein gedehntes Vorderschiff,welches man dem Ganzen noch versetzte, und durch eine schlechteFacade entstellt. Am N.Febr