Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
31
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Bunsen (Karl) Buonarotti 3l

1>ann eine Reise nach England. Aber schon im Nov. >839 kam er als preuß. Gesandter beider Eidgenossenschaft nach Bern, von wo er später wieder nach England reiste und gegenEnde des 1.1841 zum definitiven Gesandten daselbst ernannt wurde, wo er die Errichtungeines engl.-preuß.Gesammtbisthums in Jerusalem zu Stande brachte. Auch gab er in dieserZeit herausDie heilige Leidensgeschichte und die stille Woche" (2 Abtheil., Hamb. 1841).

Bunsen (Karl), gleich seinen beiden Brüdern mehrfach in die neuesten demagogischenUntersuchungen verflochten, und gleich diesen ein Opfer derselben, wurde um 1798 in Frank-furt am Main geboren, wo sein Vater später großhcrzoglicher Münzrath war. Er erlerntedaselbst die Handlung, machte in preuß. Diensten den Feldzug von 1815 gegen Frankreichmit und zeichnete sich in der Schlacht von Belle-Alliance aus. Nachher studirte er Medicinund ließ sich in Frankfurt als Arzt nieder, wo er heirathete, Vater von vier Kindern wurdeund durch thätige und uneigennützige Erfüllung seines Berufs Achtung und Vertrauen sicherwarb. Ein aufgefangener Brief und einige sonstige Jndicien hatten zu Ende des 1.1834seine Verhaftung und Untersuchung zur Folge, wegen angeblicher Theilnahme an der zuFrankfurt bestandenen geheimen politischen Verbindung der Union oder des Männerbunds,und am Complotte vom 2. Mai 1834 zur Befreiung politischer Gefangenen. Die Juristen-facultät zu Göttingen verurtheilte ihn zu vier Jahren Zuchthaus; doch vom Oberappellations-gerichte in Lübeck wurde er später hinsichtlich der angeblichen Theilnahme am Männerbundevon der Instanz entbunden und ihmwegenMitwissenschaft'amBefreiungsverstiche politischerGefangener die bisherige Untersuchungshaft als Strafe angerechnet. Nach 3'/-jähriger Haftkehrte er am 6. Juni 1838 in den Schoos seiner Familie zurück, der er aber schon am 2. Apr.1839 durch den Tod entrissen wurde. Sein jüngerer Bruder, Gustav B., geb. um1800 , studirte Medicin, ging 1831, nach dem Ausbruche der Revolution in Warschau, alsArzt nach Polen und kehrte von da in seine Vaterstadt zurück. Er nahm besonders thätigcnAntheil am Attentat vom 3. Apr. 1833, wurde verwundet, aber entkam. Später ging ernach den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo er in einem Treffen gegen die Indianerumkam. Der älteste Bruder, Georg B-, geb. um 1795, studirte Philosophie bei Fichsein Berlin, machte den Feldzug von 1813 unter den frankfurter Freiwilligen mit und grün-dete sodann in seiner Vaterstadt ein Erziehungsinstitut von bedeutendem Rufe, woran seineFrau, eine Berlinerin, Theil nahm. In den Aufstand am 3. Apr. 1833, wie erzählt wird,verwickelt, wanderte er mit Frau und Kind nach Amerika aus und siedelte sich bei St.-Louis an.

Bunzlau, eine Stadt im Regierungsbezirke Liegnih, der preuß. Provinz Schlesien,am rechten Ufer des Bober, ist mit Mauern, Basteien und Gräben umgeben und hat dreiVorstädte. Auf dem geräumigen Marktplatze steht ein 39 F. hoher, aus Eisen gegossenerObelisk, welchen Friedrich Wilhelm III. 1819 dem 1813 hier verstorbenen russ. Feldmar-schall Kutusow errichten ließ. Die Stadt hat ein sehr guteingerichtetes Waisenhaus,auch besteht daselbst ein Schullchrerseminar. Sie zählt etwa 5000 E., welche Tuch undLeinwand fabriciren, viele Töpferwaaren liefern, Bienen- und Obstzucht und beträchtlichenGetreide-und Garnhandel treiben. Bekannt ist besonders das sogenannnte BunzlauerGut, blau- und weißglasirtes Thce- und Kaffeegeschirr. Als Kuriosität zeigt man einen7 F. hohen und 1 7 F. weiten Topf, welcher nicht gebrannt, sondern aus einzelnen Stückenzusammengekittct ist. Eine halbe Meile von der Stadt westwärts steht auf einer Anhöhe einsteinernes Denkmal des Feldmarschalls Kutusow, dessen Eingeweide daselbst begraben wurden.Buonaparte, s. Bonaparte

Buonarotti, gewöhnlich blos mit diesem seinem Vornamen Michel Angelo ge-nannt, einer der größten Heroen der Kunst des christlichen Zeitalters, stammte aus dem altenHau>e der Grafen von Canossa und wurde 1474 zu Caprese oder Chiust geboren. SeinVater, Podestä in den genannten Orten, gab nur ungern dem übermächtigen Drange desKnaben zur Kunst nach. B. erlernte die Malerei bei Domenico Ghirlandajo, damals demausgezeichnetsten Meister von Florenz; doch genügte ihm dies einzelne Kunstfach nicht, auchdie Sculptur und die Architektur trieb cs ihn, sich zu eigen zu machen. Der Herzog Lorenz»de Medici, der sich seiner Erziehung mir persönlichem Interesse annahm, glaubte ihn beson-ders zum Bildhauer berufen und ließ ihn in dieser Kunst durch Bertsldo, einen Schüler desberühmten Dvnakcllo, unterweisen. Der Ernst, mit welchem B. seinen künstlerischen Studien