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war, wurde er 1831 zuerst von dem Flecken St.-Uves und als dieser durch die Reformbilldas Wahlrecht verloren, von der Stadt Lincoln in das Unterhaus gewählt. Doch entspracher als Redner den Erwartungen keineswegs, er ließ sich nur bei allgemeinen Discussionenvernehmen und blieb, trotz seines Anschlusses an das Whigministerium und trotzdem daßer bei Gelegenheit der „Krönungsfeier der Königin zum Baronet erhoben wurde, im Unter-hause ohne Einfluß. Überhaupt ist sein Ruf in England nicht so allgemein und unange-fochten als im übrigen Europa; man wirft dem zierlichen Mann selbstgefälligen Eigen-dünkel und Abgeschlossenheit vor, und während ihm alle jene Mittel fehlen, auf das Volk zuwirken, wie sie z. B. Boz in so reichem Maße zu Gebote stehen, hat er auch vielfach durchseine Schilderungen aus dem bigb like bei der Aristokratie Anstoß erregt. Sein Talententwickelte sich unter den überhaupt dem Talente günstigen Einflüssen der politischen undsocialen Atmosphäre Englands sehr früh. Davon zeugen seine „>VeecIs sn<I «ü!cl Homers"(1826), seine Novellen „O'Keil tbe rebel", „kslblancl" und „kelbam vr tbe aclveoturesvk a gentlemsn" (Lond. 1828), womit er zuerst die allgemeine Aufmerksamkeit erregte undworin er den seinem Talente entsprechenden Romantypus fand. Zn schneller Reihe folgten„Ike (iisovvneü" (Lond. 1829), „vevsreux",„?suI6Ii1kor<I",„Liugens^rsm",„L»F>an<Iand tbe englisb", ,,1'tie student", „Hie pil^rims ok tbe Itbins", ,/bbs Isst davs otkompefi", „kienri tbe Isst ostbe tribimes" (1835), das geschichtliche Werk „^tbens, itsrise sock lall" (1836), der Roman „Lrnest LIsItrsvers" und die Fortsetzung davon „^liceer tbe secrets", „I^sila vr tbe siege «k Orsnsds", zuletzt „Xanvin" und ,,'I'be Isst vftbe Lsrons". Die Eigenschaften, welche ihn vor allen andern engl. Romanschriftstellernauszeichnen, sind namentlich eine ebenmäßig ausgearbeitete, harmonische und reine Diction,eine philosophische Durchdringung des Stoffs und das Streben, ein Ganzes, ein Resultatzu erzielen und sein Thema vollkommen zu erschöpfen. Eine feine Beobachtungsgabe, eingeistreicher Ausdruck sind ihm nirgend abzusprechen; aber an Macht und Fülle der Er-findung, an Mannichfaltigkeit und Charakteristik, an augenblicklicher Inspiration, welcheden Leser unwillkürlich hinreißt, an Entfaltung kräftiger Leidenschaften, angroßartigerStofflichkeit und vor Allem an Wahrheit und Wahrscheinlichkeit in Auffassung und Darstellungdes wirklichen Lebens steht er hinter den andern Koryphäen der engl. Nomanliteratur zurück.Er ist mehr ein reflectirender als schöpferischer Geist, mehr Künstler als Dichter und bleibtund läßt stets besonnen. Daß er, selbst bis zur Peinigung, geschickt zu spannen weiß, dasbeweist unter Anderm sein „Eugen Aram"; doch haben auch hier die Charaktere etwasKrankhaftes; oft ist er auch breit und in der psychologischen Durchführung bis zur Er-schöpfung genau und detaillirt, wie namentlich in „Maltravers" und „Alice". Spurendeutschen Einflusses bemerkt man wie im Ganzen, so auch in Einzelheiten häufig, nament-lich in den „Pilgern am Rhein", die er eher als den dem deutschen Gemüth wenig zusagenden„Maltravers" dem großen deutschen Volke, einem Volke von Denkern und Kritikern hättewidmen sollen, und im „Zanoni", worin das mystische Gespinnst, wie ihm auch engl. Kri-tiker vorwerfen, an Schiller's „Geisterseher" erinnert. Eins seiner bedeutendsten Werke istder Roman „Die letzten Tage von Pompeji", das Ergebnis einer Reise, die er im Sommer183-1 unternahm, wie „Die Pilger am Rhein" die Frucht einerRheinreise sind. Im „Newinontbl)' ins^srins", das er einige Zahre lang redigirte, theilte er Bruchstücke eines dramati-sirten „Eugen Aram" mit; später versuchte er sich, aber mit geringem Glück, nochmehrmalsim Dramatischen; doch sind seine „Herzogin von Lavalliere", „Das Mädchen von Lyon",„Richelieu" und „Der Seecapitain oder die Erbschaft" als Dramen unbedeutend, die derDichter seinem reichen Geiste dem theatralischen Effecte, den er doch wieder keineswegs inHänden hatte, zum Opfer brachte. — Sein älterer Bruder, Henry Lytton B-, gcb. um1861, früher Gesandtschaftssecretair in Brüssel, dann in Konstantinopel, Botschafter inMadrid, seit 182 6 Mitglied des Unterhauses, machte sich durch seine geistreichen Schriften„bVsiice, social, litsrar^, political" (1833) und „Ibe inouarcli)- »k tbe middle classes"(1831) einen geachteten Namen. — Des Erstem geschiedene Gattin, Lady Beschrieb einenetwas skandalösen Roman „Oevelez- vr tbe msn ok Kvnoin", der als Roman und Kunstwerkunbedeutend ist und nur durch die gehässige» Persönlichkeiten gegen ihren Gemahl eine Zeit