Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
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Bülow (2l. F. W. v.) Bülow (Ludw. Friedr. Victor Hans, Graf v.) 25

getragen und, namentlich auch aus seinen Bruder, den Sieger von DenncwiH, vortheilhastcingewirkt. Übrigens war B. auch ein eifriger Anhänger Swedenborg's, was er z. B. durchdie nach seinem Tode erschienene SchriftKuno permissuin est. li'oeil sur la ckoc-trina <1e lee nnuvello eglise cbrätienne" (Kolberg 1809) an den Tag gelegt hat.

Bülow (Aug. Friedr. Wilh. von), ehemaliger Oberpräsident der preuß. ProvinzSachsen, geb. zu Vörden in Westfalen am 23. Febr. 1162, studirte zu Göttingen undwidmete sich der juristischen Laufbahn zu Hannover und Celle, wo er Justizkanzlci-, unddann Oberappellationsrath war. Im Z. 1805 trat er in preuß. Dienste, wurde zuerst Geh.Negicrungsrath zu Münster, dann 1807 zu Berlin, 1810 Obcrlandesgerichtspräsident zuSoldin und später Mitglied des neuerrichteten Staatsraths. Im Z. 1814 kam er als Ec-neralsecretair des preuß. Gouvernements nach Dresden, wo er zugleich der geheimen Police!Vorstand, und 1816 als Oberpräsidcnt der Provinz Sachsen nach Magdeburg. Eine erweiterteWirksamkeit erhielt er, als im Verfolg der karlsbader Congreßbeschlüsse Censurgesetze undUntersuchungen demagogischer Umtriebe angeordnet wurden,und er, damit beschäftigt, wieder-holt längere Zeit in Berlin sich aufhielt. Im Dec. 1820, als man seine Ernennung zumMinister vermuthete, ward er in Berlin plötzlich von einem Schlagflusse getroffen, in Folgedessen er von allen öffentlichen Geschäften zurücktreten mußte. Er starb zu Potsdam am<1. Sept. 1827. Schon während seines Aufenthalts in Hannover gab er mit HagcmannPraktische Erörterungen aus allen Theilen der Nechtsgelehrsamkcit" (5 Vde. Hanno»,17981809,4.) heraus, nachherschrieb erÜber die gegenwärtigen Verhältnisse des christlich-evangelischen KirchenwescnS in Deutschland, besonders im preuß. Staate" (Magdeb. 1819).

Bülow (Ludw. Fried. Victor Hans, Graf von), preuß. Staatsminister, des VorigenStiefbruder, geb. am 14. Juli 1774 zu Essenroda bei Braunschwcig, dem Stammgute seinesVaters, welcher lüneburg. Landschaftsdirector war, erhielt eine treffliche Erziehung, besuchtevon 178890 die Nitterakademie zu Lüneburg und dann bis 1794 die Universität zuGöttingen. Durch seinen Verwandten, den nachmaligen preuß. Staatskanzler Fürsten vonHardenberg, wurde er zunächst beim Kammercollegium zu Baireuth als Referendar und1796 als Assessor angestellt, und nach dessen Berufung nach Berlin 1801 als WirklicherKriegs- und Domaincnrath ebenfalls nach der Hauptstadt versetzt, wo er sich durch Fleiß undEcschäftsgewandtheit auszeichnete. Hierauf wurde er 1804 Kammerpräsident in Magde-burg, nach dem Abschlüsse des tilsiter Friedens im I. 1807 bei der Bildung des Staats-raths im neucrrichteten Königreich Westfalen als Mitglied desselben nach Kassel berufenund bald nachher am 8. Mai 1808 Minister der Finanzen, des Handels und Schatzes. Unterden schwierigsten Verhältnissen leistete er hier Bedeutendes; er organisirte nach einem groß-artigen Plane die zu seinem Reffort gehörigen Verwaltungszweige und wußte durch um-sichtige, nach allen Seiten hin gerichtete Thätigkeit den finanziellen Verhältnissen so vielOrdnung und Festigkeit mitzutheilen, daß er sich das Vertrauen des Volks wie des Königsgewann. In Anerkennung dieser Verdienste erhob ihn der König von Westfalen in denGrafenstand, eine Auszeichnung, die später der König von Preußen, als B. in dessen Dienstezurückgetreten war, bestätigte. Dessenungeachtet gelang es mit der Zeit seinen Feinden,an deren Spitze besonders der nachherige Finanzminister von Malchus wirkte, ihn beidem Könige von Westfalen zu verdächtigen, und während er in einer wichtigen Sendungin Paris abwesend war, seinen Sturz herbeizuführen. Am Tage seiner Rückkehr von dort,am 7. Apr. 1811, seines Amts entlassen, lebte er von jetzt an auf seinem väterlichen GuteEsienroda, theils mit der Landwirthschast, theils mit staatswissenschaftlichen Studien be-schäftigt, bis der König von Preußen gegen Ende des I. 1813 ihn, auf Hardenberg's Vor-schlag, zum Staats- und Finanzminister ernannte. Bei den kriegerischen AnstrengungenPreußens bis zum zweiten pariser Frieden bot B. alle Kräfte auf, fort und fort nur immerneue Hülfsquellen zu eröffnen. Um wo möglich gleich an Ort und Stelle den UngeheuernMilitairbedürfnissen finanzielle Hülfe zu gewähren, begleitete er den König auf den Feld-zügen, wie bei dem zweimaligen Einzuge in Paris und auf den Reisen nach London und zumwiener Congrcsse. Als nach der Sicherstellung des Friedens die Reorganisation des Staatsin Hinsicht der gesammten Verwaltung und besonders der Finanzen erfolgen sollte, glaubteman die früher bewährte sichere und energische Wirksamkeit des Finanzministcrs in etwas