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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
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Bulow (Friede. Wilh., Freiherr von)

Bülow (Friede. Wilh., Freiherr von), Graf von Dennewitz, preuß. Generalder Infanterie, einer der Helden des Befreiungskriegs, war am 16. Febr. 1755 auf demFamiliengute Falkenberg in der Altmark geboren. Er genoß zugleich mit seinem Bruder,Heinrich, eine sorgfältige Erziehung und ließ frühzeitig schon lebhafte Neigung zu dem Sol-datenstande blicken. In seinem 1 -1. Jahre trat er in die Armee, wurde Lieutenant beim Re-giments von Braun und war bis zum Capitain gestiegen, als er 1793 mit dem Charaktereines Majors zum Gouverneur des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen ernannt wurdeund als solcher dem Feldzuge von 1793 beiwohnte. Während der Belagerung von Mainzgab er mehre hervorstechende Beweise von Tapferkeit, indem er z. B. den beabsichtigten Über-fall von Marienborn vereitelte und durch Erstürmung der zahlbacher Schanze viel zur Ero-berung dieser wichtigen Festung beitrug. Als der Prinz keines Gouverneurs mehr bedurfte,wurde er 1795 zur ostpreuß. Füsclierbrigade verseht und erhielt ein Bataillon. Im Kriegevon 18067 nahm er als Obristlieutenant unter l'Estocq Theil an der Vertheidigung vonThorn und focht in mehren Treffen, namentlich bei Waltersdorf, mit Auszeichnung. ImZ. 1808 wurde er Generalmajor und Brigadegcneral und 1811 Gouverneur von Ost-undWestpreußen. Als Preußen 1813 den Krieg mit Frankreich begann, war es B., der gegendie Franzosen das erste glückliche Treffen bei Möckern am 5. Apr. lieferte und hierdurch so-wie durch die mit gleichem Glücke bewirkte Einnahme von Halle am 2. Mai das Selbstver-trauen des Heers sowie den Enthusiasmus des Volks überhaupt, der durch die verloreneSchlacht bei Lühen zu sinken drohte, wieder hob. Bald darauf schützte er durch den Sieg beiLuckau über Marschall Oudinot, am 3. Juni, zum ersten Male das von den Franzosen be-drohte Berlin. Nach dem Waffenstillstände, i'm Slug. 1813, ward sein Corps unter die Be-fehle des Kronprinzen von Schweden gestellt, das somit einen Theil der sogenannten Nord-armee bildete. In dieser abhängigen Stellung sah B. bei der absichtlichen, wol aus egoisti-schen Beweggründen der Politik hervorgehcnden defensiven Art der Kriegführung desKronprinzen anfangs sich zur Unthätigkeit gezwungen. Nach und nach jedoch suchte er sichdiesem lähmenden Einflüsse zu entziehen und trat, wo es ging, selbständig auf. So schlugec, zum Theil gegen den Willen des Oberbefehlshabers, die Schlacht bei Eroßbeeren, wo erden Marschall Oudinot zum andern Mal besiegte, sowie die bei Dennewitz, wo er den zurHülfe herbeieilenden Marschall Ney durch seine trefflichen Dispositionen überwand und sozum zweiten und dritten Male Berlin rettete und zugleich einen beträchtlichen Theil derfeindlichen Streitkräfte vernichtete. Zur Belohnung dieser Großthatcn nahm ihn der Königunter die kleine Anzahl der Großritter des Eisernen Kreuzes auf, und das von ihm befehligteHeer legte ihm von nun an von dem günstigen Erfolge, der unausgesetzt seine Unterneh-mungen begleitete, den Namen des Glücklichen bei. Nachdem B. hierauf eine Zeit langmit der Belagerung Wittenbergs beauftragt gewesen war, nahm er auch an der Schlachtbei Leipzig rühmlichen Antheil. Von Paunsdorf und Reudnitz her vordringend, war er mitseinen Truppen am 1S. Oct. der Erste an den Thoren Leipzigs, die er mit stürmender Handeroberte. Während die Verbündeten die geschlagene Armee Napoleon's bis an den Rheinverfolgten, erhielt B. den Auftrag, die nördlichen Provinzen Deutschlands zu besetzen undden Nicdcrrhein und die Assel militairisch zu beobachten. Nachdem er rasch hintereinanderbis gegen Ende des Jan. 1813 ganz Holland und Belgien, mit Ausnahme weniger Punkte,von den Franzosen befreit hatte, wurde er befehligt, sich mit der in der Champagne kämpfen-den schles. Armee unter Blücher zu vereinigen, was er, nachdem er die Festung Lafcre undSoissons genommen, am 3. März bewirkte. Hierauf half er den Sieg bei Laon, wo er dasCcntrum commandirte, erfechten, nahm Compiegne ein und beschloß den Feldzug mit Be-setzung des Montmartre, als die Verbündeten in Paris cinrückten. Hier ernannte ihn derKönig von Preußen zum General der Infanterie, erhob ihn unter dem Namen Bülow vonDennewitz in den Erafenstand und versah ihn mit einer Dotation an Gütern im Wcrthe-von 200000 Thlr. Nach dem Frieden ward er commandircndcr General von Ost- undWestpreußcn. Bei Eröffnung des Feldzugs von 1815 erhielt er den Oberbefehl über dasvierte Armeecorps, welches er in Eilmärschen Blücher zuführte, um in der Schlacht beiBelle-Alliance ihm den Sieg erkämpfen zu helfen. In Folge dessen zum Chef des 15. Linien-regimcnts ernannt, kehrte er am 11. Jan. 1816 auf seinen Posten nach Königsberg in