Bulmer
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Sie werden in lat. Sprache abgefaßt und aufPergament geschrieben und zwar auf die rauheSeite desselben und mit gothischen Buchstaben. (S. Breve.) Alle tragen an der Stirneden Namen und Titel des Papstes, z.B. «regorins, episeopus, servus servorum Hei etc.;dann folgt ein allgemeiner Eingang, nach dessen Anfangsworten man die Bulle benennt, soz. B. die Bullen In coens ckomini, die berühmte seit Urban V. 1 362 öfters wiederholteBannbulle gegen die Ketzer; I-sniAenitus, die Verdammungsbulle von I713gegcn Quesnel;Dominus sc reckemtor noster, die Aufhebungsbulle der Jesuiten ; Lcclcsis Oliisti, dieDulle, durch welche das Concordat mit Frankreich im I. 1801 in Vollziehung gebrachtwurde; De sslule snimsrum, die Bulle über die Einrichtung der katholischen Kirche in Preu-ßen. Ihnen wird das in Blei abgedruckte große Siegel der röm. Kirche angehängt, das ausder Vorderseite die Bildnisse der Apostel Petrus und Paulus und seit dem 16. Jahrh. stattderen das Wappen des regierenden Papstes, auf der Rückseite dessen Namen zeigt. — Bul-larium nennt man eine Sammlung der päpstlichen Bullen; vollständige Sammlungen derArt sind das „LuIIarium insgnum roin. s lb-eone Ulsgno sck Leneckictum XIV." (19 Bdc.,Luxemb. 1727—58, Fol.) und „DuIIsrium rvmsnum" (14 Bde., Rom 1733—48, Fol.),woran sich das „Dullsrium Deneckicti XIV." st Bde., Rom 1754—58, Fol.) und neuerlichdie Darbcri'sche Fortsetzung des „Dnllsrium romsmim msgnum" (Wien 1835, Fol.)schließt.Vgl. Eisenschmid, „Röm. Bullarium, oder Auszüge der merkwürdigsten päpstlichen Bul-len u. s. w., mi t.hist oriscken Anmerkungen" (2 Bde., Neust, an der Orla 1831).
BussingersHclnr,), ^räuM^Freund und Nachfolger als Antistes zu Zürich, dervorzüglich zur Befestigung der Reformlltwn in L«E^weiz beitrug, war zu Bremgartenim Canton Aargau am 18. Juli 1504 geboren und der Mlhn eines Priesters. Auf derSchule zu Emmerich gebildet, studirte er zu Köln und wurde hierauf Lehrer in dem KlosterKappel. Nachdem er Luther's Schriften kennen gelernt hatte, die er eifrig las, hörte er auch1527 Zwingli's theologische Vorträge und Predigten. MitLeßterm wohnte er 1528dem Re-ligionsgespräche zu Bern bei, welches die Reformation dieses Cantons zur Folge hatte. ImI. 1529 verheirathete er sich mit einer ehemaligen Nonne Anna Adlischwylcr, mit der er35 Jahre in einer glücklichen Ehe lebte und elf Kinder zeugte. Durch eine kräftige Predigtzu Bremgarten am Pfingstsonntage 1529 veranlaßte er die gesammte Gemeinde, sich derReformation anzuschließen und wurde der erste evangelische Prediger derselben; doch schon1531 nach dem unglücklichen Ausgange der Schlacht bei Kappel ward er durch die katho-lische Partei des Cantons zur Flucht genöthigt. Er wandte sich nach Zürich, wo ihn 1532der Große Rath zum Pfarrer am Münster wählte. In dem Abendmahlsstreite mit Lutherund bei den Händeln mit den Wiedertäufern zeichnete er sich durch Biederkeit und Mäßi-gung aus. Gastfrei nahm er die deutschen Theologen auf, die sich des Interims wegen indie Schweiz flüchteten. Ohne der Wahrheit etwas zu vergeben, vermittelte er die kirchlichenStreitigkeiten zwichen Eenf und Bern. Erstarb am 17. Sept. 1575. Neben sehr zahl-reichen eigenen Schriften gab er 1543 Zwingli's Schriften heraus. Handschriftlich hinter-ließ er unter Anderm die „Geschichte der Eidgenossen, besonders der Tiguriner" (4 Bdc.,Fol.) und die „Reformationsgeschichte" (herausg. auf Veranstaltung der vaterländisch-histo-rischen Gesellschaft in Zürich von Hottinger und Vögeli, Bd. I — 3, Zur. 1838 — 40).Seine „Reiseinstruetion und Briefe an seinen Sohn Heinrich", als dieser 1553 auf Rei-sen ging, gab Franz (Bern 1828) heraus. Vgl. Heß, „Leben B.'s" (Zür. 1828) undFranz, „Merkwürdige Züge ans dem Leben B.'s" (Bern 1828).
Bullion ist der engl. Name für geschmolzenes edles Metall in Barren (s. d.).
Bulmer (William) war nächst Bensley (s. d.) und gleichzeitig mit ihm der ausgezeich-netste Buchdrucker in England. Er zog sich 1819 von dem Buchdruckereigeschäft zurück undstarb 1830. Zu seinen Meisterwerken gehören die Prachtausgaben des Shakspeare (9 Bdc.,1794—1804, Fol.), von welchen seine Officin die Firma 8l>slrspesrs press führte, unddes Milton (3 Bde., >794—97, Fol.). Er war ein besonderer Günstling der kunstgerech- 1rcn engl. Bibliomanen, weshalb er die meisten Drucke für den Noxburgh-Club besorgte.Auch die bibliographischen Hauptwerke Dibdin's, der die Seele dieses Clubs war und inseinem „Decsmeron" ein Verzeichnis der aus der Shakspeare-Presse kcrvorgcgangcncnDrucke lieferte, sind gleichfalls von ihm gedruckt. i