3l> Bulgarische Sprache
den /n Finnland. Unter besondcrn Umständen verließ er hierauf den russ. Kriegsdienst undbegab sich zuerst nach Warschau und kurz darauf nach Frankreich; hier trat er wieder inDienst und kam 1810 zur Armee in Spanien. Zn Anfänge des Feldzugs von 1814 ge-ricth er in prcuß. Gefangenschaft, erhielt aber nach einiger Zeit seine Freiheit wieder und be-gab sich in Napoleon's Hauptquartier, der ihm den Befehl über cineAbthcilnng Freiwilligerübergab. Mit Napoleon's Falle ging er nach Warschau und schrieb verschiedene humori-stische und poetische Arbeiten in poln. Sprache, mit der er sich wieder vertraut gemacht hatte.Eine Reise nach Petersburg veranlaßte ihn einige Zeit daraufzu dem Entschlüsse, in Ruß-land zu bleiben. Hier entsagte er nun seiner Nationalität ganz, warf sich mit großem Eifer aufdas Studium der russ. Sprache, wobei er von seinem Freunde Gretsch unterstützt wurde, indessen Zeitschrift seine ersten Arbeiten erschienen, und begann schon 1823 das „NordischeArchiv", das anfangs ausschlicßend der Geschichte, Geographie und Statistik gewidmet,nachher auch unterhaltende Aufsätze aufnahm. Seine humoristischen und satirischen Dar-stellungen verschafften ihm bald den Ruf eines der beliebtesten russ. Schriftsteller. In Ver-bindung mit Gretsch begann er 1825 die „Nordische Biene", und in demselben Jahre gab erdas erste dramatische Taschenbuch in russ. Sprache „Luslechu 't'slija" heraus. In der Ausgabeseiner „Sämmtlichen Schriften" (Pctersb. 1827; deutsch, 4 Bdc., Lpz. 1828) vereinigte erdie besten seiner früher in Zeitschriften zerstreuten Aufsätze und Erzählungen, auch findensich darin seine „Erinnerungen aus Spanien", die zuerst 1823 erschienen und auf eine inter-essante Weise seine Erlebnisse daselbst vom I. 181 v an schildern. Seine Skizzen sindzwar oft glücklich aus He m Le ben gegriffen; aber seine Satire hat etwas Veraltetes, seineFarbengebung ist mehr blendend als kräftig, ^MeSchilderungcn sind nicht selten manierirtund seinen Charakterbildern fehlt die J-ndividuauran Nacyoem er die „Gemälde des Türken-kriegs im I. 1828" (deutsch, Petersb. 1828) Hatteerscheinen lassen, betrat er mit seinem„Iwan Wuishigin, oder der russ. Eilblas" (Petersb. 1829; deutsch, 4 Bde., Lpz. 1830;4 Bde., Petersb. 1830) und in der Fortsetzung desselben „Peter Jwanowitsch Wnishigin"(Pctersb. 1830; deutsch, 3 Bde., Lpz. 1834), sowie in einem spätem Romane „Rostawlcw,oder Rußland im J. 1812" ein weiteres Gebiet, wo er sein Talent in umfassendem Schilde-rungen des Charakters und der Sitten des russ. Volks zeigte, zugleich aber darthat, daß er dochnicht ganz befähigt sei, das russ. Leben in seiner völligen Reinheit und Eigcnthümlichkcit auf-zufassen. In seinen beiden folgenden Romanen, dem „Demetrius" und dem „Mazeppa",sind die Charaktere natürlicher und consequenter durchgeführt, auch ist das historische Elementmit vielem Geschicke benutzt. Allein die Ansprüche, die man in England und Deutschlandan einen Roman stellt, befriedigen sie ebenso wenig als ihre Vorgänger; ja selbst den Fede-rungen des russ. Lesepublicums entsprechen sie nicht mehr, sodaß sich dasselbe seit einigenJahren entschieden von B. abgewendet hat. Neben der „Nordischen Biene" gibt B. nocheinige periodische Schriften, wie das „Daguerrotyp", heraus. Er ist ein tüchtiger Nedactcur;seine Kritik ist scharf und, wenn gekränkte Eitelkeit ins Spiel kommt, nicht selten leidenschaft-lich. Neuerdings hat er ein größeres Werk unternommen, „Rußland in historischer, statisti-scher, geographischer und literarischer Hinsicht", das unter seiner Mitwirkung von Brackelins Deutsche übertragen wird (Bd. 1—3, Riga 1839—41).
Bulgarische Sprache, Diese Sprache ist ein Dialekt der slaw. Sprache und indie östliche Reihe gehörend, zunächst mit der russ. und illyro-serbischen verwandt. Von denbeiden Mundarten, in welche sie zerfällt, ist das Altbulgarische die Sprache der heiligenBücher für die griech.-slaw- Kirche, und als solche kam es nicht blos in alle Donauländer bisnach Serbien und Dalmatien, sondern auch in das Großmährische Reich, ja bis nach Böh-men (im Kloster an der Sazawa) und Polen (Krakau) hinein. Es ist in Hinsicht der For-mation wie der Flexion der reichste slaw. Dialekt und vereint alle Vorzüge der übrigen Dia-lekte wie in einem Brennpunkte, sodaß die andern Dialekte fast wie Trümmer dieses einenerscheinen. Die Literatur des Altbulgarischen (s. CyrillischeLiteratur) ist die ältesteunter allen slawischen und wurde einst fast von allen slaw. Völkerschaften bereichert. DasNeu bulgarische entstand erst nach dem Sturze des bulgar. Reichs unter den vielfachenStürmen, von welchen die Bulgaren hcimgesucht wurden. Alle angrenzenden Sprachen,besonders aber die walachischc und albanefischc, übten zerstörenden Einfluß auf dasselbe und