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zwar theilwcise erschwert und vernachlässigt, die geringe Bevölkerung aber hat noch Über-fluß an Manchem. Die Berg- und Thalweiden geben einen sehr reichen Ertrag, weshalbdie Viehzucht in gutem Zustande ist, sodaß vorzüglich Schafe und Rinder ausgeführt wer-den können. Andere Ausfuhrartikel sind Getreide, Wein, Eisen und die in den Vorbergengewonnenen Erze, Holz, Honig und Wachs, Fische, Wild und die Federkiele der Adler, wo-mit der bulgar. Bogenschütze auch seine Pfeile beflügelt. Die Negierung der Provinz ist inden Händen des mohammed. Beglerbeg von Rum-Jli im alten Königssitze Sophia; unterihm stehen die vier Sandschake Sophia, Nikopolis, Silistria und Widdin. Die Bulga-ren (s. d.) bekennen sich seit 366 meist zur griech. Kirche, deren Angelegenheiten ein Patriarchund drei Erzbischöfe besorgen. Die Hauptstadt ist Sophia oder Triaditza; andere Haupt-punkte dieses militairisch wichtigen Landes sind Silistria und Nuscsuk, Varna, Schumlaund Burgas, Widdin und Nikopoli, insgesammt bekannt als die Wachtposten der wenigenPforten dieses Schauplatzes langer Kriege, von den Römern und Byzantinern bis in dieneuesten Zeiten der russ.-türk. Kämpfe. Die frühesten bekannten Bewohner des Landeswaren die Mösier, nach denen das Land auch von den Römern Lloesis inkerior genanntwurde. Lange kämpften sie glücklich wider die Römer und die griech. Kaiser für ihre Freiheit.Um sich gegen ihre selbst bis nach Konstantinopel reichenden Streifereien zu sichern, ließ 507der griech. Kaiser Anastasius eine große Mauer aufführen; allein im 7. Zahrh. mußtenauch sie den vordringenden Bulgaren weichen. Auch diese, ein kriegerisches Volk, waren beiden häufigen Kämpfen der russ. Fürsten mit den griech. Kaisern selten Zuschauer, sondernbald des Einen, bald des Andern Verbündete. Dem Schutze des griech. Kaisers unter eigenenKönigen seit 1078 unterworfen, bemerkte ihr König Asan, daß das griech. Kaiserthum selbstdes Schutzes mehr als B. bedürfe, und gab 1185 das Schutzbündnis des Hofs zu Kon-stantinopcl aus. War dies auch anscheinend weise, so wurde es doch des Landes Ünglück in derFolge, da nun Ungarns Könige verlangten, daß sich die bulgar. Herrscher ihnen unterwerfensollten. Nachdem der lange Krieg mit Ungarn das Land entvölkert, traf dieses, als nun dieTürken über Eallipoli in Europa vordrangen, ihr erster heftiger Angriff. Der Kampf warso unglücklich, daß 1392 der bulgar. König Susman in türk. Gefangenschaft gerieth unddas Volk dadurch seine Selbständigkeit verlor.
Bulgaren sind ein ursprünglich tatarisches Volk, das seine Sitze am KaspischenMeere bereits im 5. Jahrh. verließ, allmälig nach Westen vordrang, am Don und Dnjeprunter die Oberherrschaft der Avaren gerieth, die es um 635 abschüttclte und daraus das be-sondere bulgar. Königreich stiftete. Die Bulgaren waren als Kricgerstand hereingekommenund verschmolzen mit der ursprünglichen slaw. Bevölkerung in kurzem so, daß sie bereitsvor 800 ihre Nationalität ablegten und slaw. Sprache und Sitte annahmen; nur den Na-men behielten sie bei. Die Sprache, welche sie damals redeten, ist in den Schriften des heil.Cyrill und Method erhalten, die altbulgarisch schrieben und predigten. Durch die Unterjo-chung der slaw. Bulgaren von den Griechen und später von den Türken kam die Nationimmer mehr herab und ist gegenwärtig auf einen geringen Rest von etwas mehr als dreiMill.zusammcngeschmolzen. Sie bewohnen das alte Mösien, Thrazien und Makedonien, also dienördlichen Donauländcr der Türkei sowie jenseit der Donau den südlichen Theil des russ.Bessarabicns. Einzelne Colonien sind in Südrußland, in der Moldau, Walachei, ja selbstin Südungarn zerstreut. Das Volk seufzt unter dem fürchterlichsten Drucke, der in derneuesten Zeit wieder einiges Gefühl für Nationalität erweckt hat. Einzelne Auflehnungengegen übermüthige Paschas in der neuesten Zeit haben gezeigt, daß die Nation noch Lebenhat, und lassen auch für die Zukunft Hoffnung zu. (S. Bulgarische Sprach e.)
Bulgarin (Thaddäus), einer der bekanntesten russ. Schriftsteller, geb. 1789 in Li-thauen, wurde seit 1798 im Cadettenhause zu Petersburg erzogen, da die bedrängte Lage sei-ner Mutter nach dem unglücklichen Ausgange des Kampfes in Polen, an welchem sein Va-ter unter Kosciuszko Theil genommen, dieselbe veranlaßt hatte, dorthin ihre Zuflucht zu neh-men. In Petersburg vergaßB. bald seine Muttersprache, machte aber in den Wissenschaftenschnelle Fortschritte. Im 1.1805 kam er zu dem Ulanenregimente des Großfürsten Kon-stantin und machte nun den Feldzug gegen Frankreich mit und dann den Krieg gegen Schwe-