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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
18
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18 Bulgare!

wurde, seine erste Erziehung und Bildung, sodaß er 1816 ,» die zweite Classe des Gymna-siums in Freiberg ausgenommen werden konnte, wo er später auch die Vorlesungen bei derBergakademie besuchte. Auf der Universität zu Leipzig studirtc er von 1823 an der Formnach die Rechte, in denen er sich auch 1827 dem Examen unterzog; seine Lieblingsstudienaber waren Staatswissenschaften, Geschichte und klassische Literatur. In inniger Vereini-gung mit einem Freunde, dem jetzigen Professor Jul. Weiske in Leipzig, lebte er hierauf bis1837 in dem Dorfe Konnewitz bei Leipzig und fing zu Ostern 1828 an, in Leipzig Vorle-sungen über sächsisches Staatsrecht zu halten, worauf er sich 1829 bei der Universität ha-bilitirte. Mit Weiske und von Leutsch gab er eine Übersetzung und Erläuterung derGer-mania" des Tacitus (Lpz. 1828) heraus, und mit Ersterm übernahm er zu Ostern 1831 dieRedaction der kurz vorher gegründeten ZeitschriftDas Vaterland" (5 Jahrgänge, Lpz.183135,4.), für die er sehr viel selbst arbeitete, worauf er dieChronik der Tagesbe-gebenheiten" (Jahrg. 1, Lpz. 1835, 4.) unternahm. Er wurde 1833 außerordentlicher und1838, nachdem er einen Ruf nach Kiel abgelehnt hatte, ordentlicher Professor. Jm J.1837 übernahm er die Censur der periodischen Presse und interimistisch auch der belletristi-schen Literatur, 1838 die Redaction der Pölitz'schcnNeuen Jahrbücher der Geschichte undPolitik" und zu Ostern 1843 die derDeutschen Allgemeinen Zeitung". Neben dem hier-durch bedingten Zeitaufwande und einer großen anderweitigen journalistischen und encyklo-pädischen Tätigkeit hat er auch eine große Fruchtbarkeit in selbständigen Werken gezeigt.SeinerEncyklopädie de r Stgats wiilensckaften" (Lpz. 1832) folgten in fast ununterbro-chener Reihe dasVerfassungsrecht vr»^uuLLM>sSachsen" (Lpz. 1833),Der Staatund der Landbau" (Lpz. 1833),Der Staat und die INdukkietdlLLa . 183 4), dasHand-buch der Staatswirthschaftslehre" (Lpz. 1835), welches große Anerkennung fand, und diesehr umfangsreiche Schrift,Die Behörden in Staat und Gemeinde" (Lpz. 1836), worinsein politisches System am deutlichsten sich ausspricht; ferner dieGeschichte des curopStaatensystems, aus dem Gesichtspunkte der Staatswissenschaft" (3 Bde., Lpz. 183739),dieAllgemeine Geschichte der I. I83V 38" (Lpz. 1838), welche eine Ergänzung derWeltgeschichte" von Pölitz bildet, und für das Heeren und Ukcrt'schc Geschichtswerk dieGeschichte Deutschlands von 186630" (Hamb. 1842). In der Politik hält er den Stand-vunkt des konservativen fest und ist der Meinung, keine Frage an sich, sondern stets nurim Zusammenhänge mit dem Ganzen der Einrichtungen und Verhältnisse zu betrachten.

Bulgare! oder Bulgarien, eine Provinz der europ. Türkei von 1740 OM-, welchedurch die Tonart im Norden von der Walachei, Moldau und von Rußland, im Südenvon Rumclien und Makedonien durch den Balkan geschieden ist, im Osten vom Schwar-zen Meer bespült und im Westen von Serbien begrenzt wird, zählt 1,800000 E. DieKüste springt am markirtesten mit dem Cap-Eülgrad und Emineh in das Schwarze Meerhervor, welches als bedeutendste Zuflüsse aus B. den Abfluß des Ramstnsees und den Kam-csik erhält. Das ganze Land erscheint als eine plateauartige Vorstufe des Balkan, welchevon den zum Theil hohen und felsigen Südufern der Donau allmälig aufsteigt zu den dichtbewaldeten unwegsamen Vorbergen des großen Balkan (s. d.) im Westen und des kleinenBalkan im Osten. Die Flüsse, welche der Donau zueilen, wie Timok, Jsker, Vid, Osma,Lom und Taban, durchrauschcn tiefe Felsspalten und hindern die Gangbarkeit eher, als siesolche fördern. Die Natur des östlichen und westlichen Theils ist mehrfach voneinander ver-schieden ; im Nordosten tritt wie eine Halbinsel zwischen Donau und Meer die Dobrudschaals eine Hochfläche niederer Art auf, meist mit Gestrüpp und steppenarkiger Vegetation,zum Theil aber auch mit ausgedehnten Getreidefluren bekleidet. Die Waldungen bedeckennur kleinere einzelne Räume und werden erst am kleinen Balkan dichter. Der Westen istweniger einförmig und steppenartig, die Forste werden umfangreicher und viele Gegendensind wohlangcbaut. Die Frühlingsmonate bringen eine große Menge Regen, der die Com-municationen zwar kaum passirbar macht, alle Nahrungspflanzen und namentlich Futter-kräuter aber üppig wuchern läßt. Die trockene Hitze des Sommers verwandelt das grünendeBild schnell in einen sengenden Anger und trocknet oft Waldbäche und Brunnen aus. Wiedie Jahreszeiten, so wechseln auch Tag und Nacht scharf in ihrer Temperatur, was die Be-wohner wol abhärtet, aber auch oft üble Krankheiten befördert. Der Anbau des Landes ist