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Bugge Buhle
trachten. Erst 1542 kehrte er nach Wittenberg zurück, worauf er noch in demselben Jahreim Wolfcnbüttelschen und 1543 im Hildesheimischen die evangelische Kirchenverfassung ein-richtete. Für die Niedersachsen übersetzte er Luther's deutsche Bibel ins Plattdeutsche (Lüb.1533). Auch war er der Erste, der die Einrichtung eines evangelischen Confirmationsactsempfahl. Luther's treuer Freund blieb er bis zu dessen Tode und hielt ihm auch die Leichen-predigt. Während der Veränderungen, die der schmalkaldische Krieg mit sich brachte, verließer Wittenberg nicht, faßte auch mit Melanchthon das leipziger Interim ab, daher die An-griffe auf dasselbe in den interimistischen Streitigkeiten auch ihn trafen und sein Alter ver-bitterten. Er starb am 20. Apr. 1558. Die Gegner des Interims haben ihn des Ehrgeizesund Eigennutzes beschuldigt. Diesem Vorwurfe widerspricht aber seine Ablehnung der ihm1544 angetragenen Bisthümer Schleswig und Kamin, gegen deren Einkünfte seine Ämterin Wittenberg nicht in Betracht kommen konnten. Liebe zum akademischen Leben und An-hänglichkeit an die Sache der Reformation hielten ihn an dem Orte fest, wo sie entstandenwar. Man hat von ihm auch eine Geschichte von Pommern, welche zu Greifswald 1728 in4. erschien. Vgl. Engelkcn, „Joh. B. Pommer" (Berl. und Stett. 1817) und Zietz, „Joh. B."(Lpz. 1829; 2. Aust., >831).
Bugge (Thom.), neben Tycho de Brahe der bedeutendste dän. Astronom und ein sehrthätiger Geograph, geb. am 12. Oct. 1740 zu Kopenhagen, studirte anfangs Theologie,wendete sich aber dann der Mathematik, Physik und Astronomie zu. Seit 1762 von derGesellschaft der Wissenschaften zu Kopenhagen als geographischer Landmesser angcstellt,wurde er 1777 Professor der Astronomie und Mathematik an der Universität daselbst undunternahm hierauf eine größere Reise durch Deutschland, Holland, Frankreich und England.Nach sekE Rückkehr erhielt er das Observatorium auf dem sogenannten runden Thurm, alsdessen eigentlicher Wiederhersteller er zu betrachten ist. JmJ. 1798 wurde er von der Re-gierung nach Paris gesendet, um sich mit den Commissarien des Nationalinstituts über dieEinheit für Maß und Gewicht zu vernehmen, und bald darauf als Mitglied des Institutsausgenommen. Seinen uneigennützigen Eifer für Erhaltung der ihm anvertrauten wis-senschaftlichen Schätze bei dem Bombardement im 1.1807 belohnte der König durch dieErnennung zum Wirklichen Etatßrath. Er starb am 15. Juni 1815. Er hatte den wesent-lichsten Antheil an den vortrefflichen Karten von Dänemark, welche die Akademie der Wissen-schaften herausgab. Mehr noch wirkte er für die Erdkunde durch Bildung junger Männer;eine Menge junger Offiziere wurde durch seinen Unterricht befähigt, die schätzbarsten Beob-achtungen in Norwegen, Island, Grönland, Trankebar, in Ost- und Westindien zu machen.Durch seine äußerst genauen trigonometrischen Vermessungen wurden nicht nur in Dänemarkeine bessere und gleichmäßigere Besteuerung, neue Katasterberechnungen und gerechtereRegulative für die Staatseinkünfte nach genauer» Verhältnissen der Besitzungen ermöglichtund so vielen Gebrechen in der Staatswirthschaft und unzähligen Processen über Feld- undLandeigenthum vorgebeugt, es wurden auch durch dieselben die Küsten, Häfen, Inseln, Klip-pen, Sandbänke in beiden Bellen und im Kattegat mit großer Sorgfalt bestimmt und so dieSchiffahrt der dän. Fahrwasser mehr gesichert. Höchst verdienstlich waren seine Schriften„Erste Gründe der sphärischen und theoretischen Astronomie" (1796) und „Erste Gründeder abstracken Mathematik" (3 Bde., Alt. 1797; 2. Aust., 1813—14). Als ein Musterbuchüber Landesvermessungen ist seine „Beschreibung der Ausmessungsmethode zum Behuf derdän. geographischen Karten" (Drcsd. 1787) zu betrachten.
Buhle (Joh. Gottlieb), bekannt durch mehre Werke über Geschichte der Philosophie,geb. zu Braunschweig 1763, habilitirte sich nach Vollendung seiner Studien an der Univer-sität zu Göttingen und ward hier 1787 Professor der Philosophie, später auch Mitglied derKöniglichen Societät der Wissenschaften. Im 1.1804 verließ er Göttingen, um einem Rufnach Rußland als Professor der alten Sprachkunde, Geschichte und bildenden Künste zuMoskau zu folgen, kehrte jedoch 1814 nach Deutschland als Professor der Rechte am Colle-gium Carolinum zu Braunschweig zurück, wo er 1821 starb. Seine literarischen Arbeitensind ziemlich zahlreich. Außer „Bemerkungen über den historischen Gebrauch der Quellenzur ältesten Geschichte der Cultur bei den keltischen und skandinavischen Völkern" (Gott.1788) und dem „Oalencksrium kLÜmstmse necollomicmn" (Gott. 1785) gab er „Grundzüge