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fang dtv J. >8.;z zum Obcrcommandanten der Feste Blayc bei Bordeaux zur Bewachungder daselbst gefangen gehaltenen Herzogin von Bern ernannt. Sein Verhältniß zur Oppo-sition ward noch feindseliger, als er während der Sitzungdcr Deputirten im 1.1834 denAbgeordneten Dulong, wegen einer auf ihn bezüglichen Äußerung, sodcrte und in einemZweikampfe erschoß. B. vertheidigtc die Gesetze gegen Associationen und über den unerlaub-ten Besitz von Waffen und Munition, sowie die Zuschußcrcdite zum Kriegsbudget. Auch1835 erhob er sich gegen die Wahlreform, gegen das allgemeine Stimmrecht und gegen dievon ihm sogenannte Tyrannei des Journalismus, verfocht die Septembergesetze und über-haupt alle im Geiste eines Systems des Widerstands vom Ministerium beantragten Maß-regeln. In ungemcffencm Eifer nützte er indessen nicht immer der Sache, der er zu dienenmeinte. Seine parlamentarische Thätigkeit ward 1836 durch eine Sendung nach Afrikaunterbrochen, wo er nach Entsetzung der an der Tafna cingeschlossenen Truppen und nachandern ausgezeichneten Diensten zumGenerallicutenant ernannt wurde. Im 1.1837 wardihm abermals mit ausgedehnten Vollmachten das Commando der Provinz Oran übertragen.Er schloß am 31. Mai mit Abd-el-Kader den Vertrag an der Tafna, der ihm von Seite derOpposition die heftigsten Vorwürfe zuzog, erwarb sich jedoch durch zweckmäßigere Organi-sation der bis Anfang des 1.1838 von ihm verwalteten Provinz dankenswerthe Verdienste.Nach seiner Rückkehr im Febr. 1838 nahm er wieder seinen Sitz im Centrum derKammer undsprach namentlich 1840 für die Befestigung von Paris. JmDcc. 1840 ward er an die Stelledes MarschaUs Valee zizzzi Gmeralgouverneur von Algier ernannt, wo er durch rastlose undenergische Thätigkeit, sowie durch das von ihm b ewlat e System der Verwaltung und Kriegs-führung selbst einen Theil der Opposition einigermaßen mit sich versöhnte. Er schrieb „De1'orAanisstion unitaire de I'armes" (Par. 1835) und Mehres über Älgier, namentlich im„Nemoire sur notre etablissement danr Is province d'Orsn par suite de la paix" (Par.1838), sowie „l.'4Igerie; des moxen» de conserver et d'utiliser cette con^uete" (Par.1842). Während er früher der Meinung war, daß mansich Algier, das lästige Erbe Karl's X.,nicht habe aufbürdcn lassen sollen, hielt er später die gebrachten Opfer für zu groß, um nochan Räumung zu denken. Jm J. 1844 wurde er Herzog von J s ly (s. d.).
Bugenhagen (Joh.), gewöhnlich komeranus oder vr. Pommer genannt, einer derverdienstvollsten Gehülfen Luther's im Reformationswerke, geb. am 24. Juni 1485 zuWollin bei Stettin in Pommern, studirte zu Greifswald und wurde schon 1503 Rector derSchule in Treptow. Ruhig lebte er in diesem Verhältnisse bis 1520, in welchem Jahre ihmzuerst Luther's Büchlein „Hs csptivitste bsb^Iunica" die Augen über Das öffnete, wasdieser beabsichtigte. Ergriffen von dem Geiste der Reformation, wendete er sich, um derVerfolgung seiner katholischen Obern zu entgehen, 1521 nach Wittenberg, wo er sogleichunter die akademischen Lehrer ausgenommen, 1522 Professor der Theologie, dann Pastoran der Stadtkirche und 1536 Generalsuperintendent des Kurkreises wurde. B.'s gründlichephilologische und exegetische Gelehrsamkeit unterstützte Luther, der dieselbe zu würdigen wußte,vielfach bei der Übersetzung der Bibel. Ungleich schwächer zeigte sich B. in seiner 1525 gegenZwingli gerichteten Schrift vom Abendmahle, welche das Signal zu den Sacramentsstreitig-keiten gab und von Zwingli mit Derbheit abgefertigt wurde. Dagegen begründete er seinenRuhm durch die für seine Zeit vortreffliche „Interpretstio in librum ksalmorum" (Nürnb.1523), die als das Hauptwerk unter seinen Schriften zu betrachten ist. Er nahm an densächs. Kirchenvisitationen und am ersten Entwurf der Augsburgischen Confefsion thätigenAntheil, vermittelte auch die Vereinigung der evangelischen Reichsstädte mit Sachsen. Dasgrößte Verdienst erwarb er sich um dir Reformation durch Einrichtung des evangelischenGottesdienstes und der Kirchenverfassung in den Städten und Ländern, wohin er zu diesemZwecke berufen wurde. Er that dies 1528 in Braunschweig, 1520 in Hamburg, 1530 inLübeck und 1534 in Pommern. Im I. 1537 ging er zu gleichem Zwecke nach Dänemark,krönte den König Christian III., redigirte die 15 30 auf dem Reichstage zu Odense zum Gesetzerhobene dän. Kirchenordnung, bewirkte in demselben Jahre die Wiederherstellung der Uni-versität zu Kopenhagen, deren erster Rector und Lehrer der Theologie er ward, und gab derevangelischen Kirche in Dänemark und Norwegen die Einrichtungen, durch welche die Refor-mation in diesen Ländern befestigt wurde, weshalb ihn die Dänen als ihren Reformator be-