Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
13
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Bnffone Bugeaud rs

Im Umgänge vornehm, fein und gewandt, als Gelehrter ganz pariser Akademiker, alsNaturforscher zufrieden in seidener Hofkleidung mit Spihenmanschettcn angethan in denreinlich gehaltenen Gängen des königlichen Gartens seine Studien zu treiben, war er eintreues Spiegelbild der Zeit, in welcher seine Blüte fällt, und des Volks, unter dem er lebte.Sein Sohn, Henri Leckere, GrafvonB., geb. 1764, widmete sich der militairischenLaufbahn, gehörte beim Beginn der Revolution zur Partei des Herzogs von Orleans, die eraber dann verließ, und starb unter dem Beile der Guillotine. Bei der Hinrichtung zeigte erviele Festigkeit. Seine letzten Worte waren:Mosens, je me aonime öutkvn."

Bussone heißt inJtalien der komische Sänger indem ital. Intermezzo oder der Oper»bull», welche der Oper-, seris oder ernsten Oper entgegengesetzt und mit der Oper» comigueder Franzosen nicht zu verwechseln ist. Das Wort stammt aus der später» Latinität, woBuffo Derjenige hieß, welcher mit ausgestopften oder aufgeblasenen Backen in der Maskeerschien, damit die Ohrfeigen, welche er zum Gelächter der Zuschauer im reichlichen Maßeerhielt, besser gehört würden. Auch bedeutet lmlla Backen und lmlksre Pausbacken machen.Der bullo c-mtsnte unterscheidet sich von dem bulle comico dadurch, daß bei jenem derGesang, bei diesem das Spiel überwiegt, doch spricht auch der letztere in einem mehr hell singen-den Tone. Seine Hauptaufgabe ist die derbe, im Gegensätze zu den ernsten Scenen doppeltwirksame Komik, daher das grelle, selbst carikirte Spiel, die lächerliche Eeberdung, der tolle undburleske Witz und das barocke Costum. Seine Stimme ist in der Regel Baß; doch unterschei-det die neuere franz.Oper den Tenorbuffo und den Baßbuffo. In Deutschland nenntman den Spaßmacher im Allgemeinen Buffo Und verzeiht ihm als solchem gern den Mangelan Stimme, wenn er nur sonst durch carikirtes Spiel die Lachlust zu stacheln weiß. Die vomBuffo angebrachten Späße und Witze nennt man Buffonerien.

Bug, ein Fluß in Rußland, der auf der Grenze der volhynischen Landeserhöhungentspringt, in Stromschnellen und Katarakten die Steppenlande Podoliens durchbricht, beiOlwiopol die tiefen Küstenlandschaften des Schwarzen Meers erreicht und von Nikolajewan, wo ihm der Jngul zufällt, einen Liman bildet, der sich oberhalb Oczakow mit dem Limandes Dnjepr verbindet. Er ist 106 Meilen lang und in der untern Gegend von außerordent-licher Breite, von Olwiopol an auf- und abwärts mit Flußschiffen und von Nikolajew abmit großen Seeschiffen zu befahren; von seiner Mündung an ISO Werste aufwärts, trägter sogar Kriegsschiffe, während weiter aufwärts die Schiffahrt einige hundert Wersteweit durch Klippen und Steine bedeutend gehindert wird. Seine vorzüglichsten Nebenflüssesind der Ssinjucha, welcher aus der Vereinigung der Flüsse Tikitsch und Wüß zwischen Kiewand Cherson entsteht, und der Jngul, welcher im Gouvernement Cherson entspringt. Anseiner Mündung befinden sich die großen Schiffswerfte der Admiralität des SchwarzenMeers. Bei den Alten wurde esHypanis genannt; neuere Geographen nennen ihn öfteraber mit Unrecht Bog oder Boh. Ein anderer Fluß gleiches Namens fließt in Galizienund Polen. Derselbe entspringt auf dem ostgalkz. Plateau, wird unterhalb Ustilug, wo erden Lug aufnimmt, schiffbar und vereinigt sich bei Sierock mit der Narew. Die vereinigtenGewässer werden von den nördlichen Anwohnern Narew, von den südlichen Bug genanntund fallen bei Modlin in die Weichsel. Die Schiffbarkeit des Bug ist trotz seines Wasscr-reichthumS nicht bedeutend, da das Strombett durch die Eisgänge sich sehr ändert.

Bugeaud (Thom. Rob. de la Picouncrie), franz. Generallieutenant, geb. 1784zu Exideuil im Departement der Dordogne, trat im 18. Jahre freiwillig in Kriegsdiensteund durchlief schnell die niedern Grade. Kurz vor Napoleon's Fall wurde er Oberst und be-fehligte 1815 mit Auszeichnung die Avantgarde des Armeecorps der Alpen unter MarschallSuchet. Während der Restauration außer Thätigkeit, wirkte er in seinem Departement fürVerbesserung des Ackerbaus und der Lage des Bauernstands durch Förderung dcS Unter-richts. Nach der Julirevolution ward er 1831 Mare'chal de Camp, in demselben Jahre so-wie bei mehren folgenden Wahlen Deputirter von Perigueux und zeigte sich fortan als eif-rigsten Vertheidigcr der Regierung, ohne sich durch ein 1832 ihm gebrachtes Charivari, demer mit einigen kräftigen Worten begegnete, irren zu lassen. Gegen Ende des I. 1832 warder zum Mikgliedc einer die Einführung des holländ.-bclg. Systems der Ackcrbaucölonienbegutachtenden Commission, bald darauf zum Brigadecommandanten in Paris und zu Au-