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gewissenhaften Methode abhold und den größten Theil seine- Lebens hindurch ein Gegnerder vom I. 1754 datirendcn LinnCschen Schule. Einem Publicum gegenüber, wie die mitder modischen franz. Philosophie sich brüstenden Zeitgenossen Condillac's, d'Alembert's undder Encyklopädisten es darstellten, hielt es B. für völlig genügend, durch Schmuck der Redeund poetische Auffassung zu bestechen. Sein Zweck war Überredung und Hinreißen des Lesers,nicht Überzeugung desselben, und seine Kunst bestand darin, diese Absicht unter einem Ge-wände zu erreichen, welches die eigene Ungründlichkeit vollkommen verbarg. Dennoch läßtsich nicht leugnen, daß viele seiner Ansichten sehr geistreich sind, mögen auch spatere Forschun-gen sie vollkommen widerlegt haben, und daß an einzelnen Orten seiner Werke ein wirklichpoetischer Geist sich kund gibt und selbst noch gegenwärtig den besser Unterrichteten fesselnmag. Allein durchschnittlich ist die Kunst und das Berechnete nicht zu verkennen. Die Ent-deckung desselben erkältet den ruhigen Leser und leicht bringt dann die pomphafte SchreibartErmüdung und Widerwillen hervor. Helvetius, Condillac, d'Alembert, Diderot u. A. habenden zierlichen, mit ihnen, aber auch mit den Feinsten des Hofs umgehenden, von Zugend aufan Eleganz gewöhnten B. seiner hohlen Rhetorik wegen vielfach lächerlich gemacht. Doch istes ein wesentliches Verdienst B.'s, daß er, der Richtung seiner Zeit folgend, wenn auch mithofmännischer Vorsicht, der ganz unstatthaften Vermengung der positiven Theologie und derNaturwissenschaften ein Ende bereitete und zwar auf dem einzigen, unter Franzosen zu Er-folg führenden Wege. Auch für das Ausland blieb jenes Bestreben B.'s nicht ohne Nach-wirkung, denn trotz der heftigen Oppo sitio n Haller's, des überfrommen Bonnct's und einigerdeutschen Gelehrten, brachen sich die zuerst von B. angeregten frei em Ansichten nach allenRichtungen neue Bahnen. Nicht minder wird jeder Billige, wie wenig ihm auch sonst Formund Gehalt in B.'s Werken Zusagen mag, gern zugebcn, daß diese letztem zu ihrer Zeit sehranregend gewirkt und dazu beigetragen haben, daß andere zur tiefen Forschung mehr Be-fähigte aufstanden und Licht über Lehren zu verbreiten suchten, die bis mn die Mitte deS18. Jahrh. im mittelalterlichen Dunkel verblieben waren. Da V. einer Übergangsperiodeangehört und die Naturforschung der gegenwärtigen Zeit auf einem völlig verschiedenenBoden wurzelt, so sind unter dem wissenschaftlichen Gesichtspunkte seine Werke jetzt vongeringer Wichtigkeit. Seine Systeme und philosophischen Versuche zur Deutung von Natur-erscheinungen fanden einst schon an Condillac einen gefährlichen Gegner und können, wieseine im glänzendsten Stile geschriebene „Theorie der Erde" nur noch durch die sich darlegendepoetische Auffassung anziehen. Die Beobachtungen über Sitten der Thiere sind selten vonihm selbst gesammelt, aber geistreich verarbeitet, wenn auch keineswegs unter den jetzt alleingeltenden physiologischen Gesichtspunkten. Seine Theorien sind fast ausnahmelos zusam-mengestürzt, dennoch aber finden seine Werke noch immer häufige Leser, die theils durch dieCorrectheit der Sprache, theils durch die, wenn auch kunstreiche, Harmonie des Ausdrucksund die lebhaften Naturschilderungen sich angezogen fühlen. Von wissenschaftlichem Wcrthesind den Fachgelehrten jetzt nur noch die systematischen und anatomischen Arbeiten Daubcn-ton's, des Collegen B.'s, der an der Naturgeschichte der Säugthiere ernsten Antheil nahm;indessen fangen auch diese an zu veralten. Der unbedeutendste Theil der Werke B.'s ist dermineralogische, indem es dem Verfasser an chemischen, mathematischen und selbst physikali-schen Kenntnissen fehlte. Die „Naturgeschichte der Thiere" reicht nur bis gegen Ende derFische; sie begann 1749 (3 Bde.) und schloß, nach vorgängigen Unterbrechungen, 1783 mitdem 24. Bde. In dieser Zahl sind jedoch auch die Versuche über Geogenie, eine Anthropo-logie u. s. w. einbegriffen. B.'s Werke wurden sehr oft aufgelegt; die beste Ausgabe ist die„llistoire naturelle generale etpsrticuliere" (36 Bde.,Par. 1749—88,4.); Übersetzungenund Auszüge gibt cs in den meisten Sprachen Europas. Was Lesson als „Histuire naturelle<les animsux rares et curieur ckecouvsrts zrsr les voxsgeurs, <Iez>uis la mort <1e 6." (Par.1829) herausgegeben und besonders die in Paris seit 1837 erschienenen sehr wichtigen undbändcreichrn „8uitss a ö." haben mit B.'s Schöpfungen nur den Namen gemein und sindrein systematische Werke. B. starb zu Paris am 16. Apr. 1788, nachdem er die höchstenAuszeichnungen empfangen, von Ludwig XV. in den Grafenstanderhoben, von Ludwig XVl.sogar bei Lebzeiten mit einer Büste beehrt worden, die mit der Inschrift „lllsjeststi na-tura« xsr ingenium" am Eingänge des königlichen Natnraliencabinets aufgestellt wurde.