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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
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8 Budget

allmächtig und wird vom Menschen am besten durch schweigende Bettachtung verehrt. DerMensch gelangt durch Tugend zur Seligkeit; erdarfdaher nicht schwören, lügen, verleumden,tödten, stehlen, keine Rache ausübcn, muß züchtig und mäßig leben, Almosen austheilen, diesinnlichen Triebe unterdrücken und durch stille Betrachtung sein eigenes Wesen und dasWesen der Gottheit erkennen- Wenn der Mensch dicscPflichten aufeine vollkommene Weiseerfüllt, so erlangt er schon auf Erden die Würde eines Buddha oder Weisen und nach demTode die Vereinigung mit dem höchsten Wesen. Diese Vereinigung heißt Nirwana, d. i.Ruhe oder Seligkeit. Menschenseelen, welche auf Erden schlecht gelebt haben, werden inThicrkörpern wiedergeboren. Die gewöhnlichen ind. Kosmogonien behielten die Buddhistenbei, auch die meisten untern ind. Götter, ohne sie gerade sehr zu verehren, besonders die In-karnationen des Vishnu, und viele Ceremonicn der Brahmanen; die Vorschriften derWedas dagegen verwarfen sie. Ihre Gebete richteten sie vornehmlich an ihren Religions-stifter, den Sramana oder Einsiedler Gautama, und andere berühmte Lehrer ihrer Partei,welche die Würde eines Buddha erlangt. Gleich den Brahmanen halten sie die mystischeSylbe Om für heilig und essen kein Fleisch. Sie opfern ihren Heiligen und Untergötternnur Blumen und Früchte, verwerfen alle blutigen Opfer und den unzüchtigen Phallusdienstder Sivaiten. Sie erkennen keine Erblichkeit der Stände oder Kasten an, und die Priester-würde kann wieder aufgegeben werden. Die Priester der Buddhisten scheren das Haupt,leben ehelos und wohnen häufig in Klöstern beisammen, wodurch sie sich wesentlich von denBrahmanen unterscheiden, welcke 2>1eHhx als heilige Pflicht betrachten. Der Buddhismusbreitete sich zuerst in Indien aus, wo besonders die Temv-1 .;u tzalse tte und Pantsch-Panduim nördlichen Indien berühmt sind; vom 3. Jahrh. v. Ehr. an verbreitete er sich nördlich nachTibet und südlich nach Ceylon und Java. In Indien erhoben zur Zeit Christi die Brahmanenheftige Verfolgungen gegen die Buddhisten und verdrängten sie nach und nach ganz aus Indiendiesseit des Ganges; dagegen ward der Buddhismus herrschend in Indien jenseit des Ganges,in Siam, Pegu, Ava und Tunkin. Um dieselbe Zeit gelangte er nach China, wo Buddha zumFo wurde, dann nach Japan, zu den Mongolen, Kalmücken und mehren verwandten Stäm-men in Sibirien. Die Sanskritbücher der Buddhisten wurden nun in die indische Palisprache,in das Tibetanische, Chinesische und Mongolische übersetzt und über sie unzählige Kommentarein diesen Sprachen geschrieben. Die buddhistische Literatur, bestehend in kosmogonischen, dog-malischen, moralischen, asketischen, liturgischen Schriften, ist außerordentlich reich. Der in tibe-tan. Sprache vorhandene Kanon der heiligen Schriften der buddhistischen Religion füllt 1V8große Bände. Die spätesten Patriarchen der Buddhisten lebten in China, wo der 33. und letzte713 n. Chr. starb. Hierauf gab cs in China eine Reihe Oberhäupter der buddhistischenReligion, die den Titel Fürst der Lehre führten und deren Würde besonders Dschingis-Khan und dessen Nachfolger hoben. Im 14. Jahrh. ward der Sitz des buddhistischen Ne-ligionsoberhauptes von China nach Tibet verlegt. Statt Gautama wurde es nun Lama,d. i. in der tibetan. Sprache Priester, und seit dem 16. Jahrh. Dala'i lama, d. i. Mcer-priester, genannt. Unter den Mongolen heißen die buddhistischen Priester Lamas, inJapan Bonzen, im Birmanischen Reiche Rahänen und in Siam Talapoincn. Obgleichschon sehr viel über B. und seine Religion von Europäern geschrieben worden, so istdennochdie Auffassung dieser welthistorisch bedeutenden Erscheinung bis jetzt noch ziemlich verworrenund unsicher; der Hauptgrund liegt darin, daß die eigentlichen Hauptquellen des Buddhis-mus noch nicht zugänglich sind, und daher bis jetzt fast nur secundaire Quellen benutztwerden konnten. Die bedeutendsten Abhandlungen über den Buddhismus haben geliefertaus sanskritischen Quellen Hodgson, Wilson, Colebrooke, Lenz und Burnous; nach denBüchern in Palisprache Turnour, nach javanischen Büchern W. von Humboldt, nach bir-manischen San-Germano und Buchanan, nach japanischen Kämpfer, nach chinesischen AbelRe'musat und Klaproth, nach tibetanisch-mongolischen Csoma Körösi, I. I. Schmidt undKowalewski. Die besten Zusammenstellungen des bis jetzt Ermittelten geben Stuhr,DieReligionssystemc der heidnischen Völker des Orients" (Berl. 1836) und Windischmann,Die Philosophie im Fortgange der Weltgeschichte (Bd. 1, Bonn 1829).

Budget, eigentlich ein Beutel, eine Tasche, dann das Portefeuille für Staatsrechnungcn,nennt man jetzt gewöhnlich den Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben des Staats.