Budschia BuenoS-Ayres 9
Das Budget zerfallt in ein Einnahme- und Ausgabebudget. Das letztere, das Bedürfnis!des Staats umfassend, wird in der Regel zuerst festgestellt und dann nach den Mitteln zuseiner Deckung gefragt. Beide Budgets zerfallen in viele einzelne Positionen. EinesBudgets bedarf jeder wohlgeordnete Staat, in dem constitutionellen Staate unterliegt esder Prüfung und Bewilligung der Stände. Ist es genehmigt, so wird cs zum Staatsfinanz,gesetz erhoben. Nach Ablauf der Bewilligungsperiode gibt der Rechenschaftbericht über dieEinhaltung des Budgets und die etwa vorgekommenen Abweichungen Aufschluß. Zweck-mäßig ist es, die Einnahmen etwas niedriger, die Ausgaben etwas höher anzuschlagen, alssie wahrscheinlich sein werden, und auch darüber Grundsätze festzustellen, wiefern vielleichtdas an der einen Position Ersparte bei einer andern zugeschossen werden dürfe.
Budschia, das alte Salde-Colonia, zwischen Algier und Bona am Mittelmeerein einer schönen Gegend, amphitheatralisch am Abhange des hohen Bergs Gurria gelegen, be-sitzt eine der bessern Rheden der Berberei, ist jedoch einer der schlechtgebautcstcn Orte Algiers.Die Stadt, welche jetzt durch vier Forts und mehre Blockhäuser gegen die Kabylen der Umgegendverthcidigt wird, hat nach ihrer Einnahme durch die Franzosen im I. 1833 den größtenTheil ihrer früher» Einwohner, welche in das Innere des Landes auswandertcn, verloren,und ist jetzt fast nur von der Garnison und von europ. Ansiedlern bewohnt.
Budtveis, im Böhmischen CzeskyBudiegowice,der südlichste Kreis des König-reichs Böhmen, wird von Böhmerwalde bedeckt, von der Moldau, welche die Maltsch und Lusch-niz aufnimmt, durchflossen und besteht größtentheils aus sandigem, aber auch viel sumpfigemBoden. Die Zahl der Einwohner beträgt 210000, meist deutschen Ursprungs, welche Glas-hütten, Eisenwerke, Leinen, Garn-und Zwirnbleichen, Papiermühlen und Tuchfabriken unter-halten. — Der Hauptort Budweis oder Böhmisch-Budweis, an der Moldau undMaltsch, ist eine königliche freie Stadt und Bergstadt in schöner, ebener, fruchtreicher Gegendund ziemlich regelmäßig gebaut, mit drei Borstädten, einem großen, von schönen Häusernumgebenen Marktplatz, einem gutgebauten Rathhaus und Zeughaus. B. ist der Sitz einesBischofs, hat ein theologisches Seminar, ein Gymnasium, ein Piaristencollegium und 9000E-, welche starke Tuchweberei und Salpetersiederei und bedeutenden Handel mit Getreide,Holz und Arzneikräutern betreiben. Die seit 1827 zwischen B. und Linz an der Donauangelegte Eisenbahn, welche mit Pferde» befahren wird und die Moldau mit der Donauverbindet, hat den Verkehr beträchtlich gehoben. Zu Anfang des Dreißigjährigen Kriegsvertheidigte sich B. mit großem Erfolg gegen die aufrührerischen Böhmen und nöthigtc da-durch den Grafen Matthias von Thurn die Belagerung Wiens aufzugeben. — Das Mäh-risch-Budweis oder Budwitz ist eine gräflich wallisische Herrschaft und Stadt in derMarkgrafschast Mähren, mit einem Schlosse und etwa 1800 E.
Buenos-Ayres, früher die Hauptstadt des gleichnamigen span. Vicekönigreichs,dann der Argentinischen Republik und jetzt der gleichnamigen Provinz und der VereinigtenProvinzen des Rio-de-la-Plata, liegt am rechten Ufer des hier zwölf Stunden breiten, jedochseichten La-Plata, 30 Meilen von dessen Mündung entfernt und ist der Sitz des Dictators unddes Congresscs der Vereinigten Provinzen und eines Bischofs. Die Stadt wird durch eineCitadelle und mehre Forts geschützt, ist sehr regelmäßig gebaut, sodaß alle Straßen sich inrechtem Winkel durchschneiden, und hat mehre schöne Plätze, unter denen die ausgezeichnetstenäel Puerto und äs! 25 äs Naxo sind, so genannt zum Andenken der hier am 25. Mai 1810ausgebrochenen Revolution. Unterden öffentlichen Gebäuden zeichnen sich aus der Palast des.Dictators, das Bankgebäude, die Münze, das Repräsentantenhaus, das Hospital, die Kathe-drale, die Kirchen äeSsa-brancisco und äs laläercsä; außerdem gibt es daselbst noch zwölfKirchen, vier Mönchs- und zwei Nonnenklöster. An der Spitze der wissenschaftlichen Anstaltensteht die 1821 gestiftete Universität mit einer Bibliothek von 20000 Bänden; neben ihr be-stehen eine lat. und andere Schulen, eine Akademie der Rechtsgelehrsamkeit und der Medicin,eine Militairakademie, eine Sternwarte, ein chemisches Laboratorium, mehre gelehrte Gesell-schaften. Auch fehlt es nicht an Anstalten der Wohlthätigkeit. Wegen der Seichtheit desFlußbettes können nur kleinere Schiffe bis zur Stadt gelangen, größere dagegen müssen inder zwei Meilen davon entfernten Bai von Barragan vor Anker gehen und ihr Gut aufLichlerschiffe ausladen. Die Stadt zählt 83000 E-, welche hauptsächlich Handel, vornehm-