Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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Budäus Buddha 7

öffnete sich seinem Ehrgeize ein großes Feld. Noch vor der Krönung wurde er zum Groß-siegelbewahrcr, bald darauf zum Lord Lieutenant von Aork ernannt; auch war er bei derCommission, die mit den Schotten über die Vereinigung der beiden Königreiche unterhandelte,und wurde im I. 1703 sogar zum Herzog von Buckingham erhoben. Aus Eifersuchtgegen den Herzog von Marlborough trat er indeß aus dem Ministerium und schloß sich derPartei der unzufriedenen Tories an. Als ihn die Königin zur Versöhnung zum Großkanzlermachen wollte, schlug er diese Würde aus und zog sich plötzlich von allen öffentlichen Ge-schäften zurück. Im I. l 7 1 0 , nach dem Sturze des Ministeriums, kehrte er an den Hofzurück, nahm die Präsidentschaft des Ministeriums und die Verwaltung des königlichenHauseS an und hatte einen wesentlichen Einfluß auf alle Geschäfte der Regierung. Nachdem Tode Anna's verwaltete er mit einigen Andern die Regierung bis zur Ankunft Georg's l.;aber nach der Thronbesteigung entfernte er sich abermals vom Hofe und trat als Tory zurOpposition gegen das Ministerium. Zn seiner Zurückgezogenheit widmete er sich poetischenArbeiten. Er starb 172V. Seine meist galanten Dichtungen verrathen wol Geschmackund Witz, aber keine originelle Schöpferkraft; seine Trauerspiele sind ohne allen Werth;dagegen gewähren seineLlemoirs" eine lehrreiche Unterhaltung. Seine gesammelten Werkeerschienen zu London 1723 und dann 172V (2 Bde., 1.).

Budäus, eigentlich Guillaume Bude, einer der größten franz. Gelehrten seinerZeit, geb. zu Paris 1467, studirte zu Paris und Orleans, aber ohne besonder« Erfolg, daer seine Jugend in beständigen Zerstreuungen zubrachte. Erst im 24. Jahre ergriff ihn derTrieb zu den Wissenschaften, dafür aber auch nun mit einer solchen Gewalt, daß er keine andereBeschäftigung mehr kannte als die Studien. Er studirte die schönen Wissenschaften, aberauch Mathematik unter Tanaquil Faber, und unter einem Vetter des berühmten LaskariSvorzugsweise die griech. Sprache, in deren Geist er mit einer seltenen Tiefe eindrang. Unterseinen vielen gelehrten Werken, welche philosophischen, philologischen und juristischen In-halts sind, werden am meisten geschätzt seine Abhandlungve ssse et psrtilms ejus" (Par.1514, Fol.), worin er sehr gründliche Aufklärungen über die alte Münzkunde gibt, und seineOommentarii linguae gruecae" (Par. 1519, Fol.), welche das Studium der griech. Lite-ratur in Frankreich ungemein gefördert und zuerst gezeigt haben, wie die griech. Spracheauf rationalem Wege behandelt werden müsse. Sein Stil im Lateinischen sowol als im Fran-zösischen ist kraftvoll, aber oft rauh und durch griech. Constructionen verwickelt. Er warnicht allein als Gelehrter, sondern auch als Mensch und Bürger allgemein geschätzt. Lud-wig XIl. schickte ihn in seinen Angelegenheiten nach Rom, und Franz I. brauchte ihn zuverschiedenen Verhandlungen, auch stiftete Letzterer auf B.'s Veranlassung das

vranoe und unter B.'s und LaskariS' Anleitung die Bibliothek zu Fontainebleau. Durchihn allein ließ sich Franz I. von einem gänzlichen Verbote der Buchdruckerei abhalten, aufwelches die Sorbonne 1533 angetragen hatte. Er starb als königlicher Bibliothekar am23. Aug. I54V. Seine sämmtlichcn Werke erschienen zu Basel 1557 (4 Bde-, Fol.); seinLeben beschrieb L. Negius (Par. 1540).

Buddha, in der Sanskritsprache so viel als Weiser, ist der Ehrentitel des Gautama oderSakja muni, d. i. Lehrer aus der Familie Sakja, des Stifters einer indischen Religion, desBuddhismus, welche in Ceylon, Siam, im Birmanischen Reiche, in Tunkin, Tibet, inder Mongolei, China und Japan verbreitet ist und nach Balbi über 3VV Mill. Anhängerzählt. Sakja muni wurde im 6. Jahrh. v. Chr. geboren in der nordind. Provinz Mägadha, jetztBehar genannt. Seine Altern waren Suddhodana, König von Mägadha, und dessen GattinMaja. Uber die Entartung und das Elend der Menschen von tiefem Mitgefühl ergriffen, zoger sich einige Zeit lang in die Einsamkeit zurück, bald aber trat er als Religionslehrer aufundbestritt das Ansehen der Wedas und viele Einrichtungen der bestehenden Religion. Er über-lieferteseine Lehreseinem Schüler, dem Brahmanen Mahakaja, und starb wahrscheinlich imI. 543 v. Chr. Mahakaja überlieferte die Lehre wiederum einem Schüler, und so dauerte dieseÜbertragung von Lehrer auf Schüler niedre Jahrhunderte. Sehr bald wurde die Lehre auchin der Sanskritsprache ausgezeichnet. Die Bud dhisten wurden in Indien zahlreich, undihre Hauptlehren waren. Ein höchstes Wesen regiert die Welt, es ist unsichtbar und ohnesinnliche Gestalt und daher durch kein Bild darstellbar, es ist weise, gerecht, gütig, barmherzig,