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Buckingham (John Sheffield, Herzog von)
Nach Gefangennehmung des Königs traten sie unter die Fahne des Grafen Holland. DieNiederlage dieses royalistischen Heers bei Nonsuch kostete Francis das Leben, während sichGeorge auf die Flotte des Prinzen von Wales rettete. Von jetzt an theilte B. die Schicksaledes Prinzen bis zur unglücklichen Schlacht bei Wertester im I. 1651, worauf er nachFrankreich flüchtete. Das Parlament hatte den Lord Fairfax mit den Gütern der FamilieB. beliehen ; doch dieser war so cdelmüthig gewesen, die Einkünfte mit der Mutter B.'s zutheilen. Dieses bewog den Geachteten, nach England zurückzukehren, sich unter den Schutzdes Lords zu stellen und um dessen Tochter anzuhalten. Beides gelang, und B. lebte nunals Privatmann auf den Gütern seines Schwiegervaters, bis ihm Cromwell auf einerReife gefangen nehmen und ungeachtet der Protestationen Fairfax's in den Tower setzenließ. Nach Cromwell's Tode wurde er wieder in Freiheit gesetzt, und die Restauration desKönigthums brachte ihm auch seine Güter und Würden zurück. Karl II. ernannte ihn lzumMitgliede des Geheimen Raths, zum Lord Lieutenant der Grafschaft Jork und zum Groß,stallmeister; da dies ihm aber nicht genügte, so nahm er, besonders aus Eifersucht gegen denMinister, Grafen Clarendon, an einem Complot Thcil, das 1666 entdecktwurde. Anfangshielt er sich versteckt, als er sich aber bald freiwillig vor Gericht stellte, so gewann er die Ver-zeihung des Königs und blieb in Gunst und Ehren. Jm J. 1671 wurde er Kanzler vonCambridge und dann als Gesandter nach Frankreich geschickt, anscheinend zur Beileidsbe-zeigung, in der That aber, um für die Auflösung der Tripelallianz zu wirken. Später warer Chef des berüchtigten MinisterrML welcher mit dem Namen C abal (s. d.) bezeichnetwird. Zm Kriege Frankreichs gegen Holland wurde er uM^Arlington und Fairfax dahingesandt, um mit den Generalstaaten und Ludwig XIV. zu unterhandeln. Als bald daraufShaftesbury aus dem Cabalministerium austrat, wendete sich der Volkshaß gegen ihn;er wurde als Chef dieses Ministeriums in Anklagestand verseht; doch entging er noch glück-lich der Anklage auf Hochverrath und Staatsverbrechen. Seitdem im Parlamente in derOpposition, widersetzte er sich 1675 heftig der Bill des Testeides, sowie der vom Könige ver-fügten Parlamentsverlängerung, weshalb er nebst Salisbury, Shaftesbury und Whartonin den Tower gebracht, aber sogleich in Freiheit gesetzt wurde, als er sich dem Willen desKönigs fügte. Nach dem Tode Karl's II. zog er sich ganz aus dem öffentlichen Leben zurück.Er starb 1688 aus seinen Gütern, nachdem er die letzten Jahre seines Lebens mit schriftstel-lerischen Arbeiten zugebracht hatte, und mit ihm erlosch das alte Geschlecht der Villiers.Die 1704 zu London erschienene Sammlung seiner Schriften soll vieles Unechte enthalten.Am berühmtesten ist seine Komödie ,,'I'Ke redearsal", in welcher er die dramatischen Mode-dichter seiner Zeit verspottete.
Buckingham (John Sheffield, Herzog von), engl. Staatsmann und Schrift-steller, der Sohn des Grafen Edmund von Mulgrave, geb. 1649, wurde, nachdem er frühden Vater verloren hatte, durch seinen Erzieher, um ihn den Unruhen in England zu ent-ziehen, nach Paris gebracht, wo er ungeachtet der Zerstreuungen des Hoflebens und derStürme des Kriegs außerordentliche Fortschritte machte. Bereits im 18. Jahre diente erauf der engl. Flotte gegen Holland, und im zweiten holländ. Kriege ward er Commandanteines Schiffs. Darauf erhielt er ein Reiterregiment, errichtete auch selbst eins und tratzur Ausbildung seines militairischen Talents unter Turenne in franz. Dienste. Sehr baldkehrte er indeß nach England zurück, wo er Gouverneur von Hüll wurde. In dieser Stellungals Krieger, Staatsmann und Höfling vernachlässigte er aber auch die Wissenschaften nichtund wurde sogar ein beliebter Dichter des Volks. Im 1.1680 ward er mit 2000 M.Hülfstruppen nach dem von den Mauren belagerten Tanger geschickt, und auf dieser Reiseschrieb er das erotische Gedicht „Vke vision". Jakob II., dessen vertrauter Freund er früh-zeitig war, machte ihn zum Mitgliede des Geheimen Raths und zum Großkammerherrn.Aus Freundschaft für den König unterwarf er sich in den Kirchen katholischen Gebräuchen;den Übertritt zum Kathvlicismus lehnte er aber standhaft ab. Während der Revolutionblieb er parteilos, da man nicht gewagt hatte, ihn, als den Freund des Königs, in die Planefür den Prinzen Wilhelm von Oranien zu ziehen. Unter der Regierung Wilhelm's be-kleidete er mehre wichtige Stellen, aber im Ganzen gehörte er zur Opposition. Als dieKönigin Anna, mit der er früher in zärtlichem Verhältnis gestanden, den Thron bestieg, er-