Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
3
Einzelbild herunterladen
 

' Büchsenschützen Buchweizen 3

heißen Buchsenkartätschen. Die Beutclkartätschen sind auf den Dienst in den Festungen ver-wiesen. (S. Kartätschen.)

Büchsenschützen entstanden zugleich mit Erfindung der Büchse und kommen zuerstgegen Ende des 14 . Jahrh. vor. Die neuern Büchsenschüßen, welche einen Anspruchauf diesen Namen haben, wurden gegen die Mitte des 18. Jahrh. errichtet und waren fastdurchgehend gelernte Jäger. In Preußen wurde 1740 eine Compagnie von 60 M. zuPferde und eine ebenso starke zu Fuß errichtet. Friedrich II. vermehrte dieses Feldjägercorps1756 auf 800 M. Im I. 1760 gefangen genommen, wurde es 1761 neu errichtet undl 778 bis auf 900 M. gebracht. Auch Ostreich hatte im Siebenjährigen Kriege seine tirolerBüchsenschüßen militairisch formirt und bediente sich ihrer mit großem Vortheil. Die Büch-senschüßen des Grafen von der Lippe-Bückeburg, welche Büchsenschützen-Carabiniers hießenund eine Berühmtheit erlangten, waren zur Hälfte beritten und zwar anfänglich mit span.Hengsten. In Baiern, Hessen, Sachsen und Dänemark führte man gegen Ende des 18.Jahrh. ebenfalls Büchsenschüßen ein, in Sachsen jedoch nur Fußjäger. Die Franzosen trie-ben zuerst die Sache ins Große und theilten ihre Karabiniers nicht nur in Regimenter, son-dern selbst in Brigaden. In Preußen hatte in dem letzten Decennium des vorigen Jahrh.jede Muskctiercompagnie > 0 , jede Füsiliercompagnie 20 Büchsenschüßen, welche 1806 auf12 und 24 gesetzt wurden. Sie führten einen Krückstock, oben mit halbrundem Messinggriffzum Auflegen des Gewehrs. Später gingen daraus die Tirailleurs hervor, und außerdemwurden eigene Jägerbataillone aus gelernten Jägern und auch Schüßenbatrillonc, beide mitgezogenen Büchse» bewaffnet, formirt, die beiden Preußen noch jetzt bestehen, aber für dasBedürfniß und dewNützcn dieser vortrefflichen Waffe an Zahl zu gering sind. - In neuesterZeit errichteten die Franzosen eigene für den Dienst in Afrika bestimmte Schützenbatailloneunter dem Namen der 6i>as8eurs cke Vincrnines und gaben ihnen eine besondere abwei-chende Uniform und Ausrüstung. Beachtungswerth sind die vom General Grasen Bis-mark vorgeschlagenen und bei der würtemb. Reiterei auch eingeführten Fünften oder Schü-Henzüge, welche eine besondere Ausbildung genießen und bisher von Andern noch nichtübertroffen sind. Sie bestehen aus Eliten, sind sehr gut beritten und haben eine eigene,ihrem Dienst besonders entsprechende Taktik. Im nordamerik. Freiheitskriege haben die ein-geborenen Büchsenschützen (ritlemen) eine geschichtliche Berühmtheit erworben und die Eng-länder veranlaßt, ihnen eine ähnliche mit gezogenen Büchsen bewaffnete Truppe cntgegen-zustellen. Durch die Einführung der Percussionszündung sollen dir Büchsen auf den größer»Schußweiten an ihrer Trefffähigkeit verloren haben, bleiben aber den Gewehren mit glattenRöhren immer noch bedeutend überlegen.

Buchssren oder Bugsiren heißt so viel als ein Schiff mittels einer oder Mehrer an-gelegter Taue ziehen. Dieses geschieht entweder wenn das Schiff wegen erlittener Ha-verei (s. d.) außer Stand ist zu segeln, oder wenn cs wegen der Nähe des Landes oder ausMangel an Wind seine Segel nicht gebrauchen kann. In der neuern Zeit werden Dampf-boote vorzüglich gebraucht, um Frachtschiffe stromaufwärts zu buchsircn.Buchstabenrechnung, s. Algebra.

Bucht, s. Bai.

Buchweizen (kol^omun ksgop^rum) ist eine landwirthschaftliche Kulturpflanzemit aufrechten Stengeln, pfeilförmigen breiten Blättern, weißen oder röthlichen Blüten inDoldentraubcn und glänzendbraunen Samen. Man unterscheidet dengemeinen und dentatarischen Buchweizen. Er hat eine kurze Vegetationsperiode, bedarf keines vorzüg-lichen Bodens und gewährt zugleich diesem Schatten. Seine Samen sind nicht nur ein sehrnahrhaftes Futter für alle Hausthiere; auch wird daraus Grütze und Mehl zur Nahrung fürdie Menschen bereitet. Jung ist er sehr empfindlich gegen Kälte und während seiner Blütegegen Wind und Nässe. Im nördlichen Deutschland ist er eine Hauptfrucht; er gedeiht auftrockenen, lockern, warmen, sandigen und moorigen Bodenarten und bedarf nur wenig Dung-kraft. Er soll von den Sarazenen aus Afrika durch die Türkei und Griechenland zuerst nachItalien und an die Küsten des Mittelländischen Meers in Frankreich gebracht worden sein;wahrscheinlich ist er aber erst im Anfänge des 16. Jahrh. nach Europa gekommen. An-

l *