Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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2 Büchner Büchsenkartätschen

beiten finden fich sämmtlich in seinemRepertorium". B. ist einer der tüchtigsten Förderereines wissenschaftlichen Studiums der Pharmacie, genießt eines wohlbegründeten Rufs alspraktischer Chemiker und hat sich besonders um das Apothckerwesen in Baicrn die wesent-lichsten Verdienste erworben. Mit ihm nicht zu verwechseln ist fein Sohn, Joh. Andr.B., der tüchtige Gehülfe des Vaters, der auch durch verschiedene chemische und pharmaceu-tifche Arbeiten, die sich ebenfalls imRepertorium" finden, bereits rühmlich bekannt ist undseit einigen Jahren den wesentlichsten Antheil an der Herausgabe desRepertorium hat."

Büchner (Georg), ein junger Dichter, der zu großen Hoffnungen berechtigte, warder Sohn eines geachteten Arztes und am 17. Oct. 1813 zu Goddelau unweit Darmstadtgeboren. Er besuchte das Gymnasium zu Darmstadt und studirte seit 1831 in StrasburgNaturwissenschaften, besonders Zoologie und vergleichende Anatomie. Nachdem er sich da-selbst mit der durch Geist und Her; seiner würdigen Tochter des Pfarrers Jägle verlobt, ginger im Herbst 1833 nach Gießen, wo er die Naturwissenschaften forksehte und zugleich, nachdem Wunsche seines Vaters, mit praktischer Medicin sich befaßte. Eine Hirnentzündung imFrühjahre 163-1 unterbrach diese Studien; doch kehrte er nach kurzem Aufenthalte in Darm-stadt nach Gießen zurück. B. hatte zu viel Thatkrast, um bei den politischen Bewegungenjener Zeit in selbstsüchtiger Ruhe zu verharren. Er nahm 1834 an den politischen Kämpfenin Hessen Theil und schrieb eine populaire Flugscyrift^derHessische Landbote", mit demMottoFriede den Hütten, Krieg den Palästen". Wie klug er sich auch in der deshalb ange-knüpften Untersuchung zu vertheidigen wußte, so konnte er sich doch der ihn bedrohenden Haftnur durch die Flucht entziehen.^ Er gin-LchH^1835 nach Strasburg, wo er sich dem Stu-dium der neuern Philosophie widmete und besonders rkf-ln ÜH^-s,'>,6 und

Spinoza eindrang, aber zugleich die Freiheit seines Geistes gegen jeden Zwang einekphiloso-phischen Schule zu bewahren wußte. Im Oct. 1836 kam er nach Zürich, wo ihn am IS.Febr. 1837 ein Nervenfieber dahinraffte; seine Braut drückte ihm die Augen zu, undG.Her-wegh schuf ihm in einer seiner glänzendsten Poesien ein ruhmvolles Denkmal. Vor seinerlehten Reist nach Strasburg hatte B. zu Darmstadt, im Verlaufe weniger Wochen,Dan-ton's Tod, dramatische Bilder aus der Schreckenszeit" (Franks. 1835) gedichtet. Wie dieRevolution selbst, ist auch dieses geniale Dichterwerk ein blutiger Torso, in voller cynischerNacktheit, aber zugleich mit erschütternder Wahrheit blosgelegt. Es drängt den Geist jenergewaltigen Zeit, mit allen seinen Gegensätzen und seinen noch unentwickelten Keimen neuerKämpfe und neuer Gestaltungen, im engsten Raume zusammen und ist eins der wenigenWerke, die noch nicht anerkannt genug sind. In Strasburg gab er noch die sehr gelungeneÜbersetzung der beiden Dramen Vict. Hugv'sLucrece Borgia" undMarie Tudor" her-aus. Im Manuscript hinterließ er ein theilweise imTelegraphen" abgedrucktes Lustspiel,Leonte und Lena", voll Geist, Witz und kecker Laune.

Buchschuld heißt eine Schuld, welche der Kaufmann in sein Buch eingetragen, ohneein Schuldbekenntniß von Seiten des Debitors darüber zu haben.

Büchse nennt man im Gegensätze der plattläufigen Flinte ein Feuergcwehr mit ge-zogenem, d. h. inwendig gerieftem Lauf. Wann die Büchsen zuerst gefertigt worden seien, istnicht bekannt; schon 1381 gelobte Augsburg in dem Kriege der Reichsstädte gegen die Edel-leute von Franken, Schwaben und Baiern, 30 Büchsen zu stellen, und 1498 wurde mit ge-zogenen Röhren das Scheibenschießen in Leipzig gehalten. Wolf Danner aus Nürnberg,gest. 1552, verbesserte das Ausbohren und Schmieden der Büchsenröhre; Augustin Kotterin Nürnberg, gest. um 1630, soll 1624 die mit Stern- und Roscnzügen gezogenen Röhreerfunden oder wenigstens vervollkommnet haben. Gleich nach Erfindung des Schießpulvershießen alle Geschütze ohne Ausnahme Büchsen, auch wol Donnerbüchsen. Die sie bedie-nenden Artilleristen wurden Büchsenmeister genannt, woraus die spätere Büchsenmei-stcrei oder Constablergilde entstand.

Büchsenkartätschen. In altern Zeiten wurden die Kartätschcnkugcln (Eisenschrote)in einen calibermäßigen Beutel von Zwillich geschüttet und so in das Geschütz geladen, wes-halb man sie Beutelkartätschen nannte. Gegenwärtig bedient man sich bei derFeld-artillcrie an Stelle des Beutels einer Büchse von Blech, und diese Gattung von Geschoß