1
KL4 Babirussa Babylonien
am 5. Prairial des Jahres V (25. Mai 1797) zum Tode verurtheilt. In demselben Augen- ^
blicke, wo man ihnen den Spruch ankündigte, stieß jeder der beiden Gefangenen sich einen ,
Dolch in die Brust. V. hatte sich jedoch nicht glücklich getroffen und wurde nach einem ^
24stündigen Todcskampfe noch aufs Schaffst geschleppt. — Sein ältester Sohn EmileB., ^
geb. am 29. Sept. 1785, widmete dem Andenken seines Vaters, dessen schmählichem Tode I
er beigewohnt hatte, einen wahren Cultus. Nachdem sein Wohlthäter, der Graf Felix Le- i
pelletier, der sich der Waise angenommen hatte, deportirt war, trat er in eine Buchhandlung,in der er sechs Jahre blieb. Hierauf bereiste er für das Haus Turneisen zu Basel einengroßen Theil Europas. Auf einer dieser Reisen in Spanien traf er den Ankläger seinesVaters, foderte ihn heraus und tödtetc ihn, wurde aber dabei selbst gefährlich verwundet, iHierauf ließ er sich in Lyon nieder, wo er sich 1812 als Buchhändler etablirte. Er begleiteteNapoleon nach Elba, blieb aber nicht lange daselbst und begab sich nach Paris, wo er ebenfallseinen Buchhandel anlegte. Er machte sich besonders als Herausgeber des „Kain tricolore"bekannt und ward der Frcimüthigkeit dieses Blattes wegen zur Deportation verdammt.Nachdem er zwei Jahre in der Conciergerie und ein Jahr in der Festung zu St.-Michel ge-sessen hatte, kam er nach Paris zurück und cröffnete von neuem seinen Buchladen.
Babirussa, s. Schwein.
Babo (Joseph Maria von), ein bekannter deutscher Bühnendichter, geb. am 14. Jan.
1756 zu Ehrenbreitstein, wurde, nachdem er sich als Dichter einigen Ruf erworben, 1778,als auf Karl Theodor dieKurwürde inBaiern übergegangen, mit der berühmten Marchand'-schcn Schauspiclergesellschaft als Intendant von Manheim, wo er als geheimer Secrctairangestellt war, nach München verseht. Zwar zog er sich nachher eine Zeit lang von der Ver-waltung der Bühne zurück, übernahm jedoch 1792, als die Bühne in ihrer Versunkenheiteiner gänzlichen Reorganisation bedurfte, von neuem die Intendantur und führte sie mitso großer Geschäftskenntniß, praktischer Umsicht und poetischem Geschmack, daß die münchener .Bühne, besonders im recitirendcn Drama, unter ihm ihre Blütenperiode erlebte. Nachdemer 1819 die Verwaltung der Bühne abgegeben, starb er am 5. Febr. 1822. Er war eingewandter und talentvoller Bühnendichter und namentlich behauptete sein noch jetzt gerngesehenes Trauerspiel „Otto von Wittelsbach", welches den berühmtesten deutschen Schau-spielern Gelegenheit bot, sich zu zeigen, unter allen Nitterstücken, die sich an Goethc's „Götzvon Berlichingen" anschlosscn, den ersten Rang. Unter seinen übrigen ziemlich vergessenenDramen zeichnet sich „Arno" als ein Versuch aus, ein Schauspiel zu schreiben, worin dasWeib und die Liebe gar keine Rolle spielen. Außerdem schrieb er die Trauerspiele „Genuaund die Rache", „Jda", „Dagobert der Frankenkönig", „Die Römer in Deutschland", dasSchauspiel „Die Strelihen", das Melodrama „Cora und Alonzo" und mehre Lustspiele,unter denen „Bürgerglück" und „Der Puls" auf der Bühne vieles Glück machten. SeineDramen erschienen gesammelt unter dem Titel „Schauspiele" (Berl. 1793) und „NeueSchauspiele" (Bd. I, Berk. 1894).
Babrüls oder Babrias, wahrscheinlich um 150 v. Ehr., nach Andern zur Zeitdes Bion und Moschus, brachte die Äsopischen Fabeln in Choliambcn oder Scazonten, wiedies schon Sokrates im Gefängnisse gethan haben soll. Dieses Fabelbuch des B-, welches -tznach dem Zeugnisse der Alten aus zehn Büchern bestand und nur sehr unvollständig auf unsgekommen ist, diente allen spätem Fabeldichtern als Quelle. Vgl. Tyrwhitt, „I)s Labrio ta-dulsrum ^esopearuin scriptore" (Lond. 1776, Erlang. 1785). Die noch vorhandenenÜberreste, die sich in den Ausgaben des Äsop von dcFuria und Schneider finden, sind inneuester Zeit am sorgfältigsten zusammcngestellt und erklärt worden von Knoch (Halle 1835).
Babur oder Baber, d.i. der Löwe, ein Nachkomme Tamerlan's, geb. 1483, gest.
1530, wurde 1525 durch die Eroberung Delhis und Agras der Stifter der Dynastie dersogenannten Großmoguls im nördlichen Indien. (S. Hindostan.)
Babylonien war im Alterthume der Name des Tieflandes am untern Euphrat, dasjetzt Jrak-Arabi genannt wird und das gegen Nord an Mesopotamien, gegen Ost, wo der l
Tigris, an Assyrien und Susiana, gegen Südost an den Persischen Meerbusen und gegen I
Süd und West an das Wüste Arabien grenzte. Die natürliche Fruchtbarkeit des Bodensward durch die sorgfältigste gartcnmäßige Bestellung unh schon seit ältester Zeit durch Be- ^