i Aufstand Auge 625
Aufstand, s- Aufruhr und Jnsurrection.
Aufsteigung (sseonsio) oder auch Abstcigung. In der Sternkunde versteht manunter gerader Aufsteigung (recta a^consio) eines GßHirns denjenigen Bogen desÄquators, welcher zwischen dem Frühlingspunkte und dem Abweichungskreise dieses Ge-stirns enthalten ist. Der Name rührt daher, weil der die gerade Aufsteigung eines Ge-stirns begrenzende Punkt des himmlischen Äquators an jedem Orte des Äquators der Erdemit jenem Gestirne zugleich aufgeht oder mit ihm gerade ansstcigt, wie unter dem ÄquatorI alle Sterne gerade, d. h. senkrecht gegen den Horizont, aufsteigen. Die gerade Aufsteigung! wird vom Frühlingspunkte an in der Richtung von Westen nach Osten bis 36» Grad fort-gezählt. Durch die gerade Aufsteigung und Abweichung wird der Stand der Gestirne amHimmel ebenso bestimmt, wie die Lage der Örter auf der Erde durch die Länge und Breite.Unter schiefer Aufsteigung (ascon5io obliqua) versteht man denjenigen Bogen desHiiu-melsäquators, welcher zwischen dem Frühlingspunkte und dem mit einem Gestirne zugleichausgehenden Punkte des Äquators enthalten ist. Der Unterschied zwischen der geraden undschiefen Aufsteigung eines Gestirns heißt seine Ascensionaldiffercnz.
Auftakt, Aufschlag oder Äufstrich heißt der Anfang eines Musikstücks, wenner nicht mit einem vollen Takte, nicht mildem ersten gewichtigsten, sondern in irgend einemandern Takttheile geschieht. Sein Zeitwerth muß vor einer Wiederholung, und eigentlichauch am Schluffe des Stücks, dem letzten Takte fehlen; doch ist in letztem, Falle die Beob-achtung dieser Regel nicht unabweislich.
Auftritt, Aufzug, s. Schauspiel.
Auge nennt man das Werkzeug des Gesichts, welches das Bild der äußern Gegenständemittels der davon hcrkommenden Lichtstrahlen aufnimmt. Das Auge oder der Augapfelist bei dem Menschen ziemlich kugelrund, hart anzufühlen, leicht beweglich in der Augenhöhleund durch Zellgewebe an kleine Muskeln und hinterwärts an den Sehnerven befestigt. Be-trachten wir das menschliche Auge in seiner natürlichen Lage gerade von vorn, so bemerkenwir I) einen schwarzen runden Flecken in der Mitte, die Pupille; 2) um diesen einen breitenfarbigen Kreis, die Iris, und 3) auf beiden Seiten das Weiße im Auge. Betrachten wir dasAuge von der Seite, so bemerken wir das die Iris und Pupille bedeckende durchsichtige Ge-wölbe, von der sogenannten Hornhaut gebildet. Das Übrige des Augapfels ist in der Ä u g e n-höhle und unter den Augenlidern verborgen, welche zum Schutze gegen Eindringenfremder Körper, zu starken Lichts u. s. w. bestimmt sind und auf ihrer innern Fläche, sowieder ganzen »ordern Fläche des Augapfels mit einer Schleimhaut (constmetiva) überzogen sind.Der Augapfel wird von drei übcreinanderliegenden Häuten gebildet, welche verschiedeneFlüssigkeiten einschließen. Die äußerste Haut ist die stärkste und härteste; sie wird deshalb dieharte, auch feste und weiße Haut genannt, besteht aus mehren Blättern, ist elastisch, dick undweiß und umgibt den ganzen Augapfel. Nur nach außen hin verdünnt sie sich und wird vornganz durchsichtig. Dieser durchsichtige Theil führt den Namen Hornhaut. Sie ist derAbschnitt einer Kugel von etwas kleinern, Durchmesser als der Durchmesser des ganzen Aug-I apfels und sitzt gleichsam auf dem letztem, daher sich dieser auch bei der Hornhaut merklich. erhebt. Am hintern Theile des Augapfels befindet sich eine Öffnung in der harten Haut,durch welche der Sehnerv, dessen Ursprung im Gehirn ist, ins Auge geht. Unmittelbar unterder harten liegt die braune Haut oder Gefäßhaut, die ihren Anfang vom Rande des Seh-nerven nimmt und sich bis an die Hornhaut erstreckt. Sie sieht von außen braun, inwendig^ aber fast schwarz aus. Gegen den Anfang der Hornhaut hin vereinigt sic sich durch ein Zell-gewebe mit der harten Haut in Gestalt eines weißen Kreises, der der Eiliarkreis genanntwird und in welchem der nach Fontana benannte Strahlenkanal befindlich ist. Vor demCiiiarkreise wendet sich das innere Blättchen (Lamelle) der braunen Haut nach dem In-nern des Augapfels und bildet daselbst dicke, schön gefaltete, gefäßreiche Streifen, die miteinem schwarzen Pigment überzogen sind und das Strahlenband genannt werden. Aus dem. Strahlcnband entstehen die weiter aufwärts laufenden und bis an den Rand der Krysialllinsei reichenden Strahlcnfasern, welche um die Krysialllinse her einen schön gestreiften Ring, den
- Strahlenkörper, bilden. Zwischen den Strahlenfascrn und der Hornhaut liegt die Regen-
I Conv.-Lex. Neunte Aufl. k. 40