Abulfeda Abuschahr 45
im Innern Frankreichs erhielt, wodurch er sich bestimmen ließ, Ägypten zu verlassen undnach Frankreich zurückzukehren. Am 7. März 1801 ward sodann A. wieder den Engländernübergeben, die mit weit überlegener Macht gelandet.
Abulfeda (Ismail), ein als Schriftsteller berühmter moslemischer Fürst, aus demkurdischen Geschlechte der Ejjubiden entsprossen, dem auch der große Saladin angehörte,ward zu Damaskus im I. der Hedschra 672 (1273 n. Ehr.) geboren und zeichnete sich schonals Jüngling durch Tapferkeit in mehren Feldzügen gegen die Kreuzfahrer aus. Seine Ab-stammung gab ihm Erbansprüche an das Fürstenthum Hamat in Syrien, welches unter derOberhoheit der ägypt. Sultane stand. Nach mancherlei Hindernissen empfing er 1310 vomSultan Malek-en-nasser das Fürstenthum Hamat und behielt es bis an seinen Tod. Er bliebfortwährend ein treuer Bundesgenosse des Sultans, besuchte diesen oft in Ägypten, erweiterteseine Kenntnisse durch Reisen und starb 1331. Er war ein großer Freund der Wissenschaf-ten und hat mehre wichtige Wecke in arab. Sprache hinterlassen, darunter namentlich Anna-len, die bis 1328 reichen, und von denen Fleischer die „llistoria suteisl-imica" (Lpz. 1831),Gagnier „De vita et rebus gestis Uuksmineckis" (Ors- 1723), Noel mit Vergcres „Vis<Io iVlolisiliineii" (Par. 1837), Reiske aber das ganze Werk mit Ausschluß der anteislami»tischen Geschichte unter dem Titel „banales moslenüci" (5 Bde., Kopenh. 1789—94) her«ausgegcben hat. A. hat sein Werk freilich größtentheils aus früher« arab. Schriftstellernexcerpirt; allein da cs in einer verhälknißmäßig später«,Zeit verfaßt ward, liefert es auchüber die moslemischen Dynastien eine so weit reichende Übersicht, wie man sie nicht häufigfindet. Sein Stil ist ganz einfach und ungeschmückt. Ferner ist bekannt eine GeographieA/s, von welcher mehre Stücke arab. und lat. herausgegeben wurden, z. B. „Tabula8^'riae" von Köhler (Lpz. 1766), „Oescriptio ^SA)jiti" von Michaelis (Gött. 1776) und„Xrabiae üescripti»" von Rommel (Gött. 1802 — 4); eine Ausgabe des ganzen Wer-kes besorgten Reinaud und Mac Guckin de Slane („Oeogoapbie 6'^V", Par. 1838) nebsteiner franz. Übersetzung, und ebenfalls mit solcher K. Schier nach andern kritischenMaterialien eine autographirtc Ausgabe (Dresd. 1842, Fol.) Außerdem hat A. überNechtsgelehrsamkeit, Mathematik, Logik und Medicin geschrieben.
Abulahazi Behadur, Khan von Khiwa in Khawarism, aus der Familie des Dschin-gis-Khan abstammend, wurde im J. 1605 geboren. Er bestieg den Thron 1644, dankte aberzu Gunsten seines Sohnes kurz vor seinem Tode ab und starb 1663. Nach seiner Abdan-kung verfaßte er eine genealogische Geschichte der Türken in dem osttürk. Dialekte,den man gewöhnlich tatarisch nennt, in neun Büchern. Dieses Werk, das in seinen Ab-schnitten über die ältere Geschichte, vorzüglich nach dem pers. Historiker Raschid - ed - dingearbeitet ist, und wozu der Verfasser außerdem noch 17 andere historische Werke benutzte, ent-hält eine im Ganzen sehr authentische Geschichte der Dschingis-Khaniden, von den ältestenSlammsagen bis auf die Zeit herab, wo der Verfasser die Regierung niederlegte. Das Werkwurde von einigen schweb. Offizieren, die nach der Schlacht bei Pultawa in, russ. Gefan-genschaft gerathen waren, in das Deutsche übersetzt, und nach der deutschen Übersetzung die„Histoire geilöalogi<i»e ties Tatar-" (2 Bde., Leyd. 1726) gearbeitet. Eine neue Überse-tzung gab Messerschmid („Geschlechtsbuch der mungalisch-mogulischcn Khanen", Gött.1780), und das Original wurde in Kasan gedruckt („Listoria Vlonj-olorum et Tsrtaro-rum", 1825, kc>I.).
Abulie oder Willenlosigkeit nennt man denjenigen Zustand, in welchem derMensch die Selbstbestimmbarkeit seiner Handlungen verloren hat und gewissermaßen zurMaschine Anderer herabgesunken ist. Nicht selten liegen der Abulie organische Fehler,besonders Atrophie des Gehirns, zum Grunde. Die Charakterlosigkeit kann man als einengeringer» Grad der Willenlosigkeit bezeichnen.
Abllschähr, Bender Buschehr, Abusch oder Buschir, eine Hafenstadt ander Nordküste des Persischen Meerbusens in der pers. Provinz Farsistan, unter 29° nördl. Br.und 68° Lstl. L., liegt auf der nördlichen Spitze einer Halbinsel, welche der alte GeographNearch Mesambria nennt. Trotzdem daß die Gegend von Erdbeben, dem Samum und, Heuschrecken geplagt wird und das Trinkwasser mangelt, erhob sich die Stadt durch ihreLage zu einem Haupthandelsort von 12—15000 E-, in welchem die Engl.-ostind. Com»