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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
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38 Absalon Abseeß

Gegenden. Die schönsten Vichhccrden weiden auf den Höhen und in den Thälern. Diebedeutendsten Städte sind die Festungen Aguika und Pescara, dann Chieti (das alte Tcate)und Sulmona. Die größte Wichtigkeit der Abrufen besteht in ihrer militairischen Lage.Als ein strategisches Bollwerk 15 geogr. Meilen weit in den Kirchenstaat vorspringcnd,werden sie besonders dadurch bedeutend, daß in ihnen nur eine, jedoch für eine Armeeäußerst beschwerliche Heerstraße in das Königreich, und gar keine ähnliche über das Gebirgevom Ufer des Mittelländischen Meeres nach dem des Adriatischen führt. Das KönigreichNeapel kann daher, gut vertheidigt, nur auf zwei Straßen, nämlich auf der, die längs desMittelländischen Meeres und der Pontimschen Sümpfe von Nom über Lerracina und Capuanach Neapel, oder auf der, die längs des Adriatischen Meeres von Ancona über Atri, Pes-cara u. s. w. ins Innere führt, mit Erfolg angegriffen werden. Der Besitz der Abrufenist daher zum Angriff Neapels unumgänglich nothwcndig, ihn zu erzwingen jedoch ebensoschwierig als zu behaupten, da die dichten Wälder mit tiefen Schluchten sich trefflich zueinem Kriege nach Art der Guerrillas oder der Tiroler im Rücken des Feindes eignen. Alleindas Volk ist ohne Muth und Kraft, obgleich ein tüchtiger Menschenschlag, der sich trefflichzum Kriegsdienste, namentlich zu Pferde, brauchen läßt. In frühem Zeiten waren dieAbruzzesen als Banditen berüchtigt, jetzt hört man indessen selten von Räubereienderselben. Sie sind ein Hirtenvolk von patriarchalischer Einfachheit und Roheit, denheimatlichen Gebirgen treu anhänglich, abergläubisch, musikalisch und gastfrei. Die al-ten Samnitcn, Marsen und Sabiner, welche den Römern so furchtbar wurden, erkenntman freilich in ihnen nicht wieder. Sie haben weder die Deutschen noch die Franzosen oderSpanier gehindert, in Neapel einzudringen. Nur einmal, 1798, erhoben sie sich gegendie siegreich vorrückenden Franzosen; sie tödteten damals den General Hilarion-Point,nahmen den General Rusca gefangen und schadeten den Eroberern, besonders der Colonnedes Generals Duhesme, bedeutend. Da indessen das neapol. Heer schon im Kirchen-staate geschlagen war und, wo sich nur die Franzosen zeigten, auf das feigste benahm, sohalfen diese augenblicklichen Aufwallungen in den Abruzzen nur wenig, und späterekleine Aufstände, wie 1806, trugen den Charakter gemeiner Räuberstreiche. Als 1815Murat gegen Ostreich zog und nach der Schlacht von Tolentino einen Volkskrieg zu erregengedachte, mislang nicht nur dies, sondern feig zerstreuten sich selbst die aus den Abruzzengebürtigen Soldaten, als sie beim Rückzuge ihrer Heimat sich nahten, und Ostreichs schnel-les Vorrücken bewirkte bald die gänzliche Auflösung der neapol. Armee. Beim Ausstandeim J. 1821 hoffte die revolutionäre Pgrtef zu Neapel, daß die Abruzzen die größten Vor-theile beim Vertheidigungskriege darbieten würden, und die Verbrüderungen der Carbonari,die Volksversammlungen, ja selbst die franz. Deputirtenkammer hallten von dem Lobe des dor-tigen vortheilhaftcn Terrains und des Geistes, der die Einwohner als würdige Nachkommenihrer tapfer» Vorfahren beseele, wieder; der Erfolg indeß täuschte die Erwartung gänzlich

Absalon, Erzbischof, s. Axel.

Absceß (^P05tema), Eiterge schwulst oder Eitcrhöhle nennt man in der Me-dicin die circumscriptc Ansammlung von Eiter in einer höhlenartigen Trennung des normalenZusammenhangs des Gewebes eines Theils oder Organs mit der Tendenz der Wandungen,fortwährend Eiter abzusondcrn. Der Absceß ist jedesmal Folge des Eindringens einesfremden Körpers, z. B. von Blut in das Gewebe, dessen Maschen dadurch zerrissen wer-den, daher gewöhnlich auch die Zeichen der Entzündung vorhergehen (heißer Absceß),jedoch zuweilen in einemso geringen Grade, daß sie kaum bemerkt werden (kalter Absceß).Die Eiterbildung selbst hat den Zweck, den fremden Körper entweder aufzulösen, um ihn zurReiorption fähig zu machen, oder wenn dies nicht möglich, ihn wenigstens einzuhüllen,seine fernere nachtheilige Einwirkung aufzuheben und ihm einen Weg nach außen zu bah-nen. Die Behandlung hat die Aufgabe, den fremden Körper zu entfernen entweder directauf mechanischem Wege durch Ausziehen oder Schnitt, oder indirect mittels Anregung derAufsaugungsthätigkeit durch zertheilende Mittel, und wenn dies nicht gelingt, den Absceßdurch erweichende Mittel zur Reife zu bringen, worauf dann entweder natürliche Eröffnungerfolgt oder eine künstliche mittels Messer, Haarseil, Glüheisen oder durch Ätzmittel herbei-geführt wird. Vgl. Hancke,Über die Eröffnung der Eitergeschwülste" (Bresl. 1829).