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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
36
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36 Abrantes Abravanel

der Villa Abrantes, am Ufer des Tajo in der portugiesischen Provinz Estremadura derhöchst gefährliche und entbehrungsvollc Marsch endete, den er mit seinem Heere zu machenhatte, so ernannte ihn Napoleon znm Herzoge von Abrantes. Nachdem man aber in Por-tugal von dem ersten Schrecken sich wieder erholt hatte, sowie in Folge der Landung der Eng-länder im Aug. 1808 wurde seine Lage in Portugal, zumal da er sich auf alle Weise zubereichern suchke, und sich dabei viele Bedrückungen erlaubte, immer bedenklicher, sodaßer sich endlich zur Capirulation von Cintra genölhigt sah, die, so vortheilhaft sic auch war,ihm Napoleon's Ungnade zuzog. Im östr. Kriege von 1809 führte er ein Armeecvrpsund wurde dann Gouverneur der illyrischen Provinzen. Zm ruff. Kriege handelte er ohnealle Energie, zog sich endlich Napoleon's ganze Unzufriedenheit zu und wurde wieder nachden illyrischen Provinzen zurückgesendet. Geisteskrank kehrte er nach Frankreich zurück undlebte im Städtchen Montbard, wo er in Folge eines Sturzes von der Gartenmauer am28. Juli 1813 starb. Seinem ältesten Sohne, N apoleon, bestätigte Ludwig XVIII.im Jan. 1815 den Titel eines Herzogs von A. Er ist der Verfasser eines RomansI)e»xcoeurs de kemme" (Par. 1833).

Abrantes (Josephine Juno t, Herzogin von) , die Gattin des Vorigen , als Ver-fasserin wichtiger Memoiren bekannt, ist am 0. Nov. 178-1 zu Montpellier geboren. Siestammte mütterlicherseits vom Geschlechte der Komncnen ab, das, nachdem es den Throndes oström. Reichs besessen, im 17. Jahrh. in Corsica eine gastliche Ausnahme suchenmußte. Nach dem Tode ihres Mannes lebte Madame de Permon, die Mutter der Her-zogin, in Paris und wußte Bonaparte, mit dessen Familie sie bereits in Corsiea be-freundet gewesen war, an ihr Haus zu fesseln. Junot, vom Geist und von der Bildungihrer Tochter angczogen, wählte dieselbe zur Gattin, obgleich der erste Consul seinem Lieb-linge eine glänzendere Partie zugedacht hatte. Der vertraute Umgang ihres Gemahls mitNapoleon sehte die Herzogin in den Stand, den außerordentlichen Mann in der Nähe zubeobachten. Indessen fühlte sie sich erst spät veranlaßt, aus dem reichen Schatze Dessen, wassie gesehen und erfahren hatte, Mittheilungen zu machen. Die beschränkte Lage, in die der Todihres Gemahls (1813) und der Sturz des Kaisers sie gesetzt hatten, nöthigte sie, um auf einemeinigermaßen glänzenden Fuße zu leben, zu schriftstellerischem Erwerb zu schreiten. Das erstlWerk, das sie herausgab, waren dieHlämoires,» Souvenirs bistorigues sur Xspolenn, I»revolution, le directoire, le consulat, I'empire et Irr restnuration" (18Bde., Par, 183135; 2. Aufl., 12 Bde.,Par. 1835). Eine Fülle interessanter Anekdoten und gelungener Cha-rakteristiken, sowie eine leichte, unterhaltende Darstellung, die freilich nicht selten an Ge-schwätzigkeit streift, zogen die Aufmerksamkeit des Publicums auf dieses Werk. Die Her-zogin sah sich dadurch aufgefvdert, es fortzusetzen und so erschienen dieNemoires sur Iorestiluration, ou Souvenirs lüstoricjnss snr rette epoepre, la revolution de 1830 eile»premieres annees du reZne de I.ouis - kbilippe" (6 Bde., Par. 1836). DieSouvenirsd'une smbassade et d'un schour en Lspu^ne" (2Bde., Par. 1837) verrathen eine un-getrübte Beobachtungsgabe fremder Zustände. Die Herzogin, in den aristokratischen Cir-kein heimisch, hat diese Sphäre der pariser Welt in ihrerHistoire des sslons de karis"(2 Bde., Par. 1837) und inI7ne soiree cb «2 Alad. Keotlrio" (Par. 1837) mit Glückgeschildert. Was sie indessen als Roman- und Geschichtschreiberin geleistet hat, ragt nichtüber die Linie der Mittelmäßigkeit hinaus. IhreLstberine II" (Par. 1835) hat keinenhistorischen Werth, und ihre HalbromaneI/Xmirsnte de ('»stille" (2 Bde., Par. 1632)und dieScenes de la vie espaxnole" (2 Bde., Par. 1836) zeigen, daß ihre Verfasserinweder Erfindungsgabe noch wahrhaft poetische Darstellung besaß. In den letzten Jahrenihres vielbewcgten Lebens hat sie sich mit der Herausgabe von Jugendschriftcn befaßt. Siestarb am 7. Juni 1838 in einem der Dürftigkeit nahen Zustande.

Abravanel (Jsaak-ben-Jehuda) oder Abarbanel, geb. 1-137 in Lissabon auSeiner alten und vornehmen jüdischen Familie, erhielt eine gute Erziehung und widmete sichin der ersten Lebenshälfte mehr den weltlichen Angelegenheiten als theologischen Studien.Er bekleidete an dem Hofe Alfons' V. einen Posten und war bei diesem Könige in Ansehen."Aber kaum war Alfons V. tobt, so fiel A. in Ungnade; sein Vermögen ward eingezogen,und er mußte, um sein Leben zu retten, 1-182 nach Castilien fliehen. Dort beschäftigte er