z Aachen
hak ungefähr 40000 E-, darunter nur 1200 Evangelische und 200 Juden. Sie ist in Miüppigen Feld- und Gartenbaus der Centralpunkt blühender Industrie, die sich besondersFabrikation feiner Tücher und Nadeln auszeichnet; als eine Hauptstation der belgisch-rheüschen Eisenbahn bildet sic ein wichtiges Emporium des preuß. Handels; sie ist weltberüh«durch ihre Heilquellen und reich an historischen Erinnerungen. Der Name deutet aus röm. ksprung, da das deutsche Ahha mit dem lat. -»qua urverwandt ist und ohne Zweifel die Qulen den Namen bestimmten. Der erst im 8. Jahrh. erscheinende Name ^cjiiisgrsmiw mvon xrsnuL abgeleitet sein, einem Beinamen des Apollo, den die Römer bei Thermalqulen verehrten; der franz. Name Aix-la-Chapelle rührt her von der Kapelle des Palastes, r.schon Pipin 765 das Wnhnachtssest beging. Seit Pipin's Zeit tritt die Stadt aiihrem geschichtlichen Dunkel; Karl der Große gründete ihren Weltruf. Ob sie seine Wiegewesen, ist zweifelhaft; sein Grab ward sie im I. 8l 4. Als ein Erbtheil Karl des Groß,genoß die Stadt viele Freiheiten; ihre Bürger waren im ganzen Reiche frei von Hand- mKriegsdiensten, Gefängniß und allen Abgaben. Sie war freie Reichsstadt des wesisäl. Knscs; aachener Lust machte einen Jeden, selbst den Neichsgeächteten, frei. Nachdem die Frazosen 1704 die Stadt besetzt hatten, wurde sie durch den Frieden zu Luneville 1801 mFrankreich als Hauptort des Departements der Roer vereinigt und 1815 an Preußen agetreten. Vgl. Quix, „Beiträge zur Geschichte der Stadt A. und ihrer Umgebunger(3 Bde., Aachen 1837—38), Desselben „Geschichte der Stadt A., nach Quellen beabeitet" (2 Bde., Aachen 1840 — 41). Karl der Große ließ um 706 Palast und Kpelle von Grund aus neu bauen; beide wurden durch einen Säulcngang verbunden, daber kurz vor Karl des Großen Tode, wahrscheinlich durch ein Erdbeben, wieder in Trünmer sank. Während später die Ruinen des Palastes dem Nachhause zum Grunde diente:bildet die Kapelle noch jetzt den Kern de» Munsters. Dasselbe hak die Form eines Achteciund einen Umgang von zwei Geschossen, mit welchem es nach außen ein Sechzehneck bildeIn Mitte des Achtecks bezeichnet ein Stein mit der Inschrift „<7uroll> maglw" das GraKarl des Großen. Otto lll. ließ dasselbe im I. 1000 öffnen; er fand den Kaiser no,wohlcrhalten im Ornate, mit dem Scepter in den Händen, das Evangelium auf deKnien, ein Stück des heiligen Kreuzes auf dem Haupte und die Pilgertasche um die Hüfte, areinem Marmorstuhle sitzen, und ließ nach Ausbesserung des schadhaft Gewordenen das G>wölbe wieder vermauern. Nachdem Kaiser Friedrich I. im I. 1165 das Grab Wiederurhatte öffnen lassen, wurden die Gebeine in einen Sargkasten von Gold und Silber bcigesejund zum Gedächtnisse eine aroke. schön acarbeitete Krone ühcr dem Grabe aufgehangen. Dispäter mit Goldplatten belegte weiße Marmorstuhl diente bis zum J. 1558 bei Kaiserkrinungen dem Neugekrönten zum Sessel während der Begrüßung der fremden Fürsten; diReichsinsignien wurden 1705 nach Wien gebracht. Dem im byzant. Geschmack errichteteAchteck wurde gegen Osten während des 14. Jahrh. im gokh. Stile ein Chor angebaut, während sich ihm westlich ein viereckiger Glockenthurm anschließt, neben dem zwei runde Treppenthürmchen zur Heiligthumskammer führen. Diese verwahrt die sogenannten großen Reliquien, welche noch jetzt alle sieben Jahre von der Thurmgalerie dem Volke gezeigt werden und imJuliviele Tausende Fremder nach A. rufen. Wenn auch angebaute Häuschen unBuden den imposanten Anblick des Münsters verdunkeln, so zeigt doch sein ehrwürdiges Äußerund ein Reichthum alter Zierathen, wie sie z. B. am Wolfsportale zusammengedrängt sindvon einer sagenvollen, merkwürdigen Vorzeit. Vgl. Nolten, „Archäologische Beschreibun;der Münster - oder Krönungskirche zu A." (Aachen 1818). Den Marktplatz ziert, darRathhaus, rechts mit dem an die Römerzeit erinnernden Eranusthurm und links mit denGlocken- oder Marktthurm. Im Innern ist der Krönungssaal mit den Bildnissen der Kaiseiund vielen köstlichen Überbleibseln altdeutscher Kunst. Auch finden sich hier die Brustbilde!Napolcon's und seiner ersten Gemahlin, gemalt von David. Vor dem Rathhause steht eirschöner Springbrunnen mit der Bronzestatue Karl des Großen. In der Franciscanerkirche ist eine herrliche Kreuzabnahme von Rubens- Aus den freundlichen, zum Theil parkartigen Umgebungen erhebt sich der Lousberg, d. i. Lugberg, zu 781 F. Sechöhe, miiherrlicher Aussicht, einem trigonometrischen Signale und dem reizenden Belvedere. Ein«Viertelstunde von A. sind die wasserumspülten Trümmer von Frankenberg, einem Lieblings-