Druckschrift 
Lieder für die Zweite große Feldschlacht mit ohne Gepäck : am Mittwoch den 11. Januar 1897 im Kaisergarten, Karlsplatz
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

ME

Bürgerwehrmarsch von Zerbe.

Immer wohlgemuth die Bürgerwehr inarschiert.

Wenn sie von dem Kommandanten wird geführt!

Lustig folgen alle dann mit Hochgefühl,

Siürzen sich mit Math in's närc'sche Kampfgewühl!

Tenn nimmer wanken sie, sie siegen ganz gewiß.

Weil ihre Waffen stets Humor, Satyr und Witz!

Und wenn sie angreift, flieht mit Schreck der Feinde Schaar!Es bleibt ihr Feldgeschrei doch ewig jung und wahr:

Der Carneval alleinSoll unser Alles sein!

Ihm, als des Daseins Lust,

Ein Hoch ans voller Brust!

Wenn das Herz noch warm im Narrenbusen schlägt.

Fühlt sich stets von neuem wieder angeregt,

Wenn mit leisem Flügelschlag die FaschingszeitZiehet ihre lust'gen Kreffe und breit!

Und selbst die Frauen sind, sie sagen's nur nicht laut,

In ihrer Zaubermacht an: besten noch gelaunt!

Denn alles was hieniden drückt und was uns quält,

Uns hier die Freude und den Frohsinn nicht vergällt!

Der Carneval alleinSoll unser Alles sein!

Ihm, als des Daseins Lust,

Ein Hoch aus voller Brust!

Beseht wer genau die Düsseldorfer Wehr,

Bekickt se öch mer blos von henge on von vor!

Denn jedes Kählsche do gilt'er secher zwei,

Der Herr Feldwebel alleen de zällt för drei!

On nö der Trupp, der Trupp, de ganze ang're Schlaat,

Es jeden Ogenbleck zum Enhaue parat!

Dröm ruhig Düsseldorf, ehr Börger schlopt mer got,

Wenn so en Wach öch hält, öch hält en ehrer Hot!

Vom Aschermittwoch dann,

Dann fängt der Jammer an!

Doch waat mer ob et Johr,

Dann sim' mer Widder do!

I. Nemhad.