Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen zweyen Herzogen von Sachsen, und zwar Bernhardo, dem Grossen, von Weymar, dessen Ruhm in dem dreißigjährigen Teutschen Krieg sehr hoch gestiegen, und dem tapfern Printzen, Joh. Wilhelm, von Gotha, welcher Anno 1707. vor Toulon geblieben : worinnen beyder hoher Printzen Leben und Thaten ... enhalten ...
Entstehung
Seite
849
Einzelbild herunterladen
 

m ( 84) ) Z»

müßen; da mir dann noch manches rauhes Lüffklein unter die Augen ge-gangen seyn dörffte. An sielen Schlaffiosen Nachten, die ich in denen^rocken, oder sonst an unbequemen Orten, hätte päen müssen, soltees auch wohl nicht gefthlet haben, gleichwie ich deren in meinem kurtzenLeben bereits manche gehabt. Von der Gefahr, die mich, meine ge-thanen campten durch die Banck, fast beständig umgeben, und folg-lich noch ferner umgeben haben würde, will ich nichts gedencken, weil ichdieselbe nie gefcheuet.

Der beständige Aufenthalt in herrlichenPallästen,dessen ich, meinerhohen Geburrh nach, gar wohl hätte gemessen können, wvferne ich dar-nach gestrebet, oder mich darum groß bekümmert hätte, scheinet demnach,als ob er es einig und alleine sey, der da machen könnte, daß ich meinen all,zuftühezeiligen Todt bereuete. Allein es stye ferne, daß sich desfalls eim,ges Bereuen in mir regen solte. Denn hier ist der rechte Feredenstem,das grosse-Haus des Friedens, der borrund Hafen aller Wünsche, undder Ort, wo man denen Engeln gleich ist. Hier pranget man mit Crän-henund Cronen, denen nichts aufErden gleich. Hier siehet es recht frö,lich,recht lieblich und recht herrlich aus,dergestalt, daß der Pracht undGlantz aller Käyserlichen, Königlichen und Fürstlichen Palläste zusam,men, gegen die Klarheit und Annehmlichkeit eines eintzigen Zimmers,dasdenen Seligen zubereitet ist, erbleichen und verdunkeln muß. Zu,dem, was genießet wohl der gröste Prinh vor klä und Vergnügenin seinem kostbaren Pallast? Ach gewißlich wenig. Sitzeter andernSteuerruder des Regiments, so drucket ihn die Last derer RegierungS,Sorgen ; wann er anders sein Gewissen bewahren will. Ist er aberein von der Regierung befteyterPrintz, und lebet, von allen àLiren llê-brràet, an dem Hofe seines Vaters, seines Bruders, oder seines Ver,wandten, so sehe ich ebenfalls kein Vergnügen vor ihn, das nicht in lau,ter Eitelkeit bestehen solte. Alles solches Vergnügen kan anders nichtsseyn, als etwa ein commolles Liegen auf einem weichen und köstlichenBette, eine Open-,, eine Omoeäie» oder anderes Possenwerck, ein Kar-then-Schach-oder Bret-Spiel, ein L^roullel, Turnier oder seltsamerAuszug, Lsrnevzis-Lustbarkeiten und àqusrallen, Jagen, oder das An,Bauendes Kampsses wilder Thiere, und endlichen das EinhergeheninPurpur und köstlichen Leinwand; wie auch lehlich, daß man die Tafel,woran man sitzet, immer mit köstlichen Speisen besetzet, und den Be,cher allezeit voller niedlichen Weins eingefcheucket siehet. Wie herr-xuv.Locr. Zzz rr sich