Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen Gregorio VII. Römischen Pabst, und Gebhardo, gewesenen Churfürsten und Ertz-Bischoffen zu Cölln, der sich in die schöne Mannsfelderin verliebet, und sich zu der Protestantischen Religion bekannt ... : worinnen beyder, in der Historie sehr berüchtigten, Männer Leben, Thaten und Fata ... enthalten ...
Entstehung
Seite
675
Einzelbild herunterladen
 

s» c 67 s ) s»

fallen. Was im übrigen euer Ansuchen betrifft, daß ich euch gestat-,,ten möchte euren Aufenthalt inmeinem Königreich zu nehmen, so wisset,,,daß die jetzigen conjuàren mir nicht gestatten e6 zuzugeben, und-,ich habe auch meinem àbâàr jn dem Haag Orà gegeben, euch,»ein und andere Ursache desfalls zu entdecken. Schtüßlichen, freund-,»lich geliebter Oheim! bitte ich GOtt, daß er mit seiner Obhut allezeit,»über euch walten wolle.»

Bey Lesung dieses schnöden Briefes erblasste ich in meinem Ange-sicht, verschloss mich auch in ein Zimmer, meinem Jammer den Zügelrecht schiessen zu lassen; da ich dann einen gantzen Thränen-See ver-gösse. Gleichwohl kunnte ich mich noch nicht entschlossn diese Frau,und grosse Feindin des Ehestandes, führohm nicht mehr um Hülffe undBeystand anzusprechen, -4.u conri-àe iMPlolvitte so gar meinenachLondenzu senden, damit sie sich zu demn Füssen der Königin werf-fen, und durch ihre Thränen erhalten möchte, was ich durch die beweg-lichsten Schafften nicht erlangen kunnte.

Die Liebe zu meiner ä gnes war dermaßen starck, daß ich ,,wie bereitserwehnet, mehr als ein Leben vor sie im Anfange gegeben hätte, ja alleEchäheder Welt gegen sie vor nichts hielte. Allein die Noth ist weitstärcker als die gröste Liebe, und vermögend solcher einen tödlichen Stoßbeyzubringen. Denn, wann ich in denen zweyen ersten Jahren meine ü g-ncs hätte h!>2sr6iren, und eine Gelegenheit wissen sollen, vermittelst wei-cherem anderer nur einen einigen Kuß von ihren schönen Lippen erlangenmögen ê»rde ich gesuchet haben solches, auch mit Verlust meines Le-bens , zu verhindern. Jeho hingegen gab ich selbst Anlaß darzu, daßman mir in das Gehege bey ihr kommen kunnte. Warum ? Ich schi-ckere sie nach Engeland vor mich zu tollicmren. Nun hatte ich zwar wohlnicht zu befürchten, daß mir die Königin Lliàrb Hörner aufsetzen wür-de; ihre àilìri und l^onten aber kunnten solches gar wohl thun, undes ist bekannt , daß schon manchem ehrlichen Mann dergleichen Possengespickt worden, wanner seine schöne Frau einem grossen kàikre oderiLvoriten in das Haus geschicket, und durch sie um etwas anhalten lassen.Alles dieses wüste ich wohl; und dennoch muste die Reise meiner ^gne8nach Engeland vor sich gehen, würde auch zufrieden gewesen seyn, wannsie mirgleich eine Crone von viel tausend Hörnern mit zurücke gebracht,darnebst aber nur, entweder einen mächtigen Beystand gegen meine

Typ x A Feinde,