Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen Gregorio VII. Römischen Pabst, und Gebhardo, gewesenen Churfürsten und Ertz-Bischoffen zu Cölln, der sich in die schöne Mannsfelderin verliebet, und sich zu der Protestantischen Religion bekannt ... : worinnen beyder, in der Historie sehr berüchtigten, Männer Leben, Thaten und Fata ... enthalten ...
Entstehung
Seite
631
Einzelbild herunterladen
 

m ( 6z i )^WOlì^ 60 lìNa 8 .

Der solte ungefähr also gelautet haben , daß weil in der Welt diemeisten Menschen böß, gottloß und verkehrt wären, es nöthig seye dahinzu trachten, damit der frömmste Theil derer Menschen, den grösten l^rran der Fortpflanhung des menschlichen Geschlechts hätten,aufdaß mehre-re wohlgeartete Kinder als biß dahergeschehen,gebohren werden möchten.Angesehen nun aber die Heiligkeit und Frömmigkeit bey keiner Art dererMenschen mehr gesuchet werden könnte, als in denen Priestern: so solteführohin einem jeden Geistlichen erlaubet seyn, zwey Weiber ju nehmen,damit die Welt von ihrer guten Art recht prä-ren, und umso viel mehrfromme Kinder bekommen möchte, indem, dem gemeinen Sprichwort zuFolge, Art von Art nicht lässet, und der Apffel nicht weit von dem Stammzu fallen pfleget. Was düncket euch, mein Sohn Gebhard ! von die-sem kr-ersxr, im Fall ich vor gut befunden hätte denen Geistlichen zu er-lauben, daß ein jeder zwey Weiber nehmen könnte ?

Es scheinet, mein Pabst! als ob ihr sehr terril und fruchtbar in Er-findung sche nbarer prs-rexre gewesen seyn mäßet, und noch. Jedoch er-laubet mir zu sagen, daß das Vorgeben, als ob ihr nicht als ein kluger t-o-iiricu; gehandelt hättet, woferne ihr weltliche Absichten in dem Verbotder Priester Ehe hegen, und jur Zeit der Zwistigkeit mit dem Kävser so vie-le mglL2nre?.te Priester machen wollen, gleichwohl falsch seyn kau, weildie Päbste so geartet sind, daß sie nicht nuraufdas Gegenwärtige, son-dern auch gerne aufdas Zukünftige sehen, in welchen, nemlich denen zu-künfftigen Zeiten,ihr dann vermeinet,daß die unverheyrakherenGeistlichendem PäbstlichenStuhl erst den rechten Dienst würdenleisten können.folg-.lich den Verdruß nicht geachtet habet, den ihr euch unter eurer Regierungdurch das Verbot der Priester - Ehe zugezogen. Aber, noch eines, meinPabst ! Durch eben dieses Verbot hat man gesuchet die geistlichen Ga-ther, wovon der Päbstliche Stuhl kein geringes ziehet, desto leichker zuconlerviren.

Das seye dahin gestellet. Indessen glaubet sicherlich, mein Sohn !daß man, ein und anderer bey dem Verbot der Priester-Ehe, gehegten

Xll.Lncr. Qqq q Welt'