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Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen der letztverstorbenen Römischen Käyserin, Eleonora Magdalena Theresia, und der letztverstorbenen Königin in Franckreich, Maria Theresia : worinnen das Leben, Gottesfurcht und hohe Tugenden dieser beyden großen Printzeßinnen ... zu ersehen ...
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207
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fen, folglich aber in allem Wesen und Herrlichkeit der Welt nichts be-ständiges und wahrhafstig toiiäesseyn könne.

Es äusserte sich nemlich, daß der König mein Gemahl, bereits beyseiner Vermählung sein Hertze nicht von ftemden Liebes-Fesseln frey ge-habt hatte, sondem vielleicht mehr als die Heljste davon und seiner Ge-daneken bey der ^tsris.^Loà, einer Nichte des Cardinals àsrim ge-lassen haben mochte, als er abgereiset, mich als seine Braut zu em-pfangen; mgleichen, daß seine Augen gewöhnet waren, sich alle Knu-ten nach solchen Baume» umzusehen, welche verbotene Fruchte trugen.Darüber nun betrübrte ich mich hertzlich. Hiernechst begriffe ich, daßder König, der, ftiner Spanischen Mutter ungeachtet, ein Erh-FemdderSpanischen dkà gewesen, mich aus keiner andern Absicht, als umseines Staats-lmercils willen, geheyrathek. Solcherlei- Betrach-tungen vermehretcn meine Betrübniß von einem Tag zum andern, undmachten, daß mir die heissen Thränen über die Wangen herunter flössen.Ich fiel aufdie Gedancken, es mäste der Himmel etwa von mir, ob-gleich unwissende, gar sehr beleidiget worden seyn, weiter mich mit einerso empfindlichen Ruthe, wie ein unbeständiger Gemahl ist, züchtigte,wer halb ich mir, mich mildem erzürneten Himmel aufs neue zu versöh-nen, und ihn zu bewegen, meines Gemahls Hcrhezur Treue und Be-ständigkeit zu lencken, vorsetzet«, in steter Busse zu leben. Dannenhe-ro trat ich m den dritten Orden des Heil. krâiscî , wie Ew. Majestät indem Wittwen-Stande gethan, und nahm den Habit davon, bereitsin dem Jahr meiner Vermählung zu Paris an. Nach der Zeit Habsich gar viel dabey gethan, daß sich dieser Orden in Frankreich, allwo erbereits unter der Regierung ^uckovlel 8saÄi üonret gehabt, reràîxen,kunnte. Angleichen führte ich den Orden von der unbefleckten Empfäng-» ài« ein.

Allein meine Sachen wurden dadurch nicht besser, da ich noch mehrErnsihafftigkeitund Heiligkeit, als zuvor von mir blicken ließ; sondernmein Gemahl, als ein über alle Massen grosser VvK^molur, regsàtemich nunmehro wie eine bußfertige Schwester, die ihn nicht so sehr als ei-ne Lo^ueue, von der alle andächtige àen verbannet sind, conremirenkönnte ; ob ich gleich,memer Bußfertigkeit und Heiligkeit ungeachtet, seins(^retten jederzeit mit der gröjken Begierde annahm, so offt es ihm gefälligwarmir deren einige zu erweisen; und solches durchweine Schwanger-schafft kiahrlich darthat, da ich nemlich ein Pfand der ehelichen Liebe

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