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Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen der letztverstorbenen Römischen Käyserin, Eleonora Magdalena Theresia, und der letztverstorbenen Königin in Franckreich, Maria Theresia : worinnen das Leben, Gottesfurcht und hohe Tugenden dieser beyden großen Printzeßinnen ... zu ersehen ...
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gen zur Gnüge zuerkennen, wie mein einiges und sehnliches Verlangennach dem himmlischen Vaterland abziele, und gerichtet sey.

Wegen der ganh erstochenen rechten Seite lag ich ganher neunzehnTage auf dem Rücken, und stunde Tag und Nacht die empfindlichstenSchmertzen aus. Ich hatte mich allbereit aufgelegen, und es war nichtohne Ursache zu besorgen, der kalte Brand möchte darzu schlagen. Gleich-wohl ertrug ich dieses bittere Leyden, mit dem Beystand meines gecreutzig-ten Heylandes, dessen Bildniß ich mit beyden Händen hielte , und aufdas liebreichste, unaufhörlich küssete, ganh willig und gedultig. Fielmir bißweilen das Crucifix in der Schwachheit aus denen Händen, suche-te iches alsobald, mit grosser Sorgfalt, wieder herzu.

Das schmählichste bey allen diesen Umständen war wohl dieses, daßich mit dem Römischen .«äyser, meinem allerdurchlauchtigsten HerrnSohn, nicht mehr mündlich sprechen, noch ihm meinen Seegen und Er-innerungen geben kunnte. Ich that es demnach in dem Hertzen, undvermittelst einiger äusserlichen, mir denen Augen und Händen, gegebe-nen Zeichen; auf welche Weise meinen Seegen, auch die verwittibteKäyftrin und alle Ertz Hertzoginnen, die allerseits um mein Betteherum knieten, empfiengen.

Den ganhen Tag, biß in die Nacht, befand sich entweder meinallerdurchlauchtigster Sohn, oder dessen wertheste Gemahlin die Römi-schcKävserin bey mir. Die verwittibte Käyftrin aber, od.reinevon meinen Ertz-Herhoginnen, nahm des Nachts die Wache aufsich.

Am 19. ^nusrii kunnte man nicht undeutlich wahrnehmen, daßmeine Todtes-Slunde verbanden seye. Darmenhcre fiengen, um i.Uhr Nachmittag, vier Priester von der Gesellschafft ftlu an das gewöhn-liche Geber zu beten, vermöge dessen, nach der Kirchen-Verordnung,dievon dem Leibe sich scheidende Seelen GOtt anbewhicn werden. Ich be-harrete in dem schwehrenTodtes-Kampffgleichwohl biß ein Viertel auf6 . Uhr, und gab alsdann meinen Geist, meinem Schöpffer, gleichsamdurch einen sanfften Schlaff, in seine Hände; worauf sich, wie mir her-nach allhie erzehlet worden. ja allen Zimmern der Käyftrlichen Burg, wieauch in denen meisten Häusern der Stadt Wien, ein erbärmliches Wei-nen und Jammern hören lassen. Ja fast alle getreue Unterthanen desErh-Hauses Oesterreichs, bedauerten mich, und nahmen Theil an demLeidwesen ihres Kaysers; und viele von der Hofstadt bemüheten sich et-was,