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Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen der letztverstorbenen Römischen Käyserin, Eleonora Magdalena Theresia, und der letztverstorbenen Königin in Franckreich, Maria Theresia : worinnen das Leben, Gottesfurcht und hohe Tugenden dieser beyden großen Printzeßinnen ... zu ersehen ...
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daraufAcht g/habt. Die vor Schrecken gantz ausser sich selbst seyendeCammer-Fraulein, schrie eilends um den Beicht-Vater/ riefauch sonstnoch andere zur Hülste herbey. Augenblicklich kam ein gantzer HaufeMenschen um mich herum zu stehen, die einander ganh erstarret ansa-hen 5 niemand aber war vermögend, wegen des plötzlichen Zufalls einWort zu reden, sondern man trachtete nur mich halb-todte Käyserinindas Bette zu bringen. Da nun erstaunten alle Anwesende noch viel-mehr, als sie, nach abgenommenen Kleidern, an meinen beyden Armeneiserne Gümlein, welche ich fast beständig, zu meiner Büß und Züchti-gung, zu tragen pflegte, erblickten, auch blaue, an vielen Orten durch-stochene là^uen , die ebenfalls von meiner strengen ?oenken2 undZüchtigung des Fleisches herrührten, an meinen Armen ansichtig wurden.

Mein allerdurchlauchtigster Sohn, der Römische Käyser, nebstseiner Gemahlin, dieverwittibte Käyserin àalîr. und die Ertz-Hertzo-ginnen insgesamt, erschienen, und ein jedes von ihnen bezeugte seine äus-serste Wehmuth. Die kleài waren auch alsobald zugegen, und be-fanden einhelligiich, wie ich in eine unheilbare und tödtliche Schlajffuchtgefallen und vom Schlag getrosten wäre, und nicht vermögend zu seynschiene, daß ich mit dem himmlischen Viào oder Zehr-Pfennig, zurletzten Reise versehen werden könnte. War demnach nichts mehr übrig,als daß ich von meinem Beicht-Vater, gewöhnlicher mästen, die äbLiu-tion. und, unter Priesterlichen Gebet, zu dem letzten Kampff, die hei-lige Oelung empfieng. Des Nachmittags aber ertheilte mir der da-malige Päbstliche d^uncius, nunmehriger Lsräins! Lpinois, beyeinemabgestaueten Besuch den Päpstlichen Seegen.

In diesem Schlaff, und bey Hemmung aller Sinnen, lag ich bißdes andern Nachmittags um 4. Uhr, da indessen gantz Wien in höchsterBetrübniß stunde. Hohe und Niedere liessen denen Kirchen und Klö-stern zu, GOtt um meine Widergenesung anzuflehen; woraus manspühren kunnte, in was vor Hochachtung und Liebe ich beyeinem jedenstunde. Nachdem sich nun die Kranckheit ein wenig zu mindern begun-ie, so stellten sich auch, nach und nach, die Lebens-Geister wieder ein,und ich gab, durch gewiste Zeichen zuerkennen, daß ich sahe, hörte, undwas geredet ward, verstünde. In solchem Zustand verbliebe ich dieselbegantze Nacht, biß wieder den andern Tag, da man einen Altar bey mei-nem Bette aufrichtete, und ich ward, bey gehaltener Meß, von meinemBeicht - Vater, mit dem Himmel - Brod gestärcket , zu welchem Ende ich