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Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen der letztverstorbenen Römischen Käyserin, Eleonora Magdalena Theresia, und der letztverstorbenen Königin in Franckreich, Maria Theresia : worinnen das Leben, Gottesfurcht und hohe Tugenden dieser beyden großen Printzeßinnen ... zu ersehen ...
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Seite
166
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Lurch eingelegtes Vorwort, Gnade und Nachsicht erhalten, der sonstwürde seyn vom Hofe verstoßen oder übel rräret worden. Die gantzeLandschaft'! Iülich hielt lange Zeit, umsonst, bey meinem Vater, unrei-ne gewisse wichtige Gnade an. Endlich ersuchten mich die Land Stände,flehentlich, ihr Anliegen zu befördern. - Ich nahm mich danmnhero derSache mit allem Ernst an, und verrichtete ein ganhes Jahr gewifte An-dachten, GOtt, in dessen Händen die Herhcn derer Fürsten stehen, zu er-bitten, daß er meines Vaters seines, in derássà, erweichen möchte;da dann die Land-Stände erhielten, was sie so lange gesuchet.

Wannichvon meiner Mutter Erlaubniß erhielt, die Krancken zubesuchen,bey demKrancken-Bettezu sihen.und mir Vorlesung eines geist-lichen Büchleins, oder geistreichen Gespräch selbige zu ergötzen, zeigte sicheine unvergleichliche Freude in mir. Befand ich mich unter Bettel-Leuten,war allschon in meinem unverheyratheten Stande meine gewöhnlicheRede ; Ich bm nicht um eine Haar besser als ihr. Ihr seyd so-wohl Menschen als ich, mir dem Blur LHristi erkarssser ; und,daferne ihr aufrecht und keusch lebet, der ewigen Glückselig-keit so fähig als ich. Was ich aber, von meinen Eltern, an Geld undGeldes-wmh überkam, das muste gar vielmals denenArmenzuTheilwerden. Auch der Gewinn, der mir etwa aus dem, mit meinen Brüdernund Schwestern, zum Zeit-Vertteib angestellten Spielen zukam, ist vonmir, gemeiniglich, entweder unter Dürfftigen ausgetheilet, oder aberzur Zierde derer Gottes - Häuser gewidmet worden.

Bey etwas zunehmenden Alter durchlase ich sehr viele geistliche Bü-cher, übersetzte auch etliche i'raäätgen aus dem Frantzösischen in dasHochteutsche, damit meine grosse Wissenschaft^ in der FrantzösischenSprache, hauptsächlich zur Ehre GOttes angewendet werden möchte.Aufdaß ich zum Beten desto längere Zeit gewäne, nahm ich mir vor demSchlassetwas abzubrechen. Zu dem Ende band. ich, alk-mal vor demBette-gehen, ein Schnürlem um den Finger, welches sich biß in dasZimmer erstrecket^ aüwo meine Cammer - Bediente, kàgâreà ' nUto-vin wohnete, und diese hatt-Befehl, alle Morgen sehr ftük, das Schnür-lein anzuziehen, und mich auf diese Weise aufzuwecken. Besagte meineCammer-Brdientin hat hernach, unter denen Ktvster-Jungftauen desCarmeliter-Ordens, mit grossen Ruhm der Heiligkeit gelebet, und ihrLeichnam ist noch jetzo unverwestt zu sehen.