89
jenes lange und mühsame Piäsonnement anzustellenhabe, welches wir geführt haben, um sich begreiflichzu machen, dafs ein gewisser Körper ausser ihm ei-nem Wesen seines gleichen angehöre. Jene Anerken-nung geschieht entweder gar nicht , oder sie wird ineinem Augenblicke vollbracht, ohne dafs man sich derGründe bewufst. wird. Nur dem Philosophen kommtes zu, Rechenschaft über dieselben abzulegen.
i
2.) Wir verweilen noch einige Augenblicke beider uns erölfneten Aussicht.
a.) Jedes Thier bewegt sich wenige Stundennach seiner Geburt, und sucht seine Nahrung in denBrüsten der Mutter. Es wird durch den thierischenInstinkt , das Gesez gewisser freier Bewegungen , wor*-auf sich auch das gründet , was man Kunsttrieb derThiere genennt hat, geleitet. Der Mensch hat zwarPflanzen-Instinkt, aber thierischen, in der gegebenenBedeutung, hat er gar nicht. Er Bedarf der freienHülfe der Menschen , und würde, ohne dieselbe, baldnach seiner Geburt, umkommen. Wie er den Leibder Mutter verlassen hat, zieht die Natur die Handab von ihm, und wirft ihn gleichsam hin. Pliniusund andere haben darüber sehr gegen sie, und ihrenUrheber geeifert. Rednerisch mag dies seyn, aberphilosophisch ist es nicht. Gerade dadurch wird be.wiesen , dafs der Mensch , als solcher, nicht der Zög-ling der Natur ist, noch es seyn soll. Ist er ein Thier,so ist er ein äusserst unvollkommenes Thier , und ge-rade darum ist er kein Thier. Man hat die Sache oftso angesehen, als ob der freie Geist dazu da wäre,das Thier zu -pflegen. So ist es nicht. Das Thier ist
da,