Drittes Hauptstück.
Systematische Anwendung des Rechts-begriffs ; oder die Rechtslehr'e.
fl. 8* Deduktion der Eintheilung
einer R e clit s 1 ehr e.
I.)Soll iiberhauj>t die Vernunft in ;Jer Sinnenwelt rea-lisirt werden r so müfs es möglich seyn, dais mehrerevernünftige Wesen, als solche, d. i. als freie Wesenneben einander bestehen.
Das postulate Beisammenstehen der Freiheit meh-rerer aber ist, — es versteht sich beständig, und nacheiner Regel, nicht et.wa blos hier und da zufälligerVFeise — r nur dadurch möglich, dafs jedes freiei We-sen es sich zum Gesez mache, seine Freiheit durch''den Be-griff der Freiheit aller übrigen einzuschränken. Denn
a.) das freie Wesen kann, und hat das physischeVermögen, die Freiheit "der vernünftigen Wesen zustören, oder überhaupt zu vernichten; aber
' h.) es_ist in Absicht 'der Wahl unter alle dem , was'es kann, nur von seinem freien Willen abhäiigig; wennes daher die Freiheit der übrigen nicht stört, so miifs-te das geschehen zu Folge eines freien Entschlusses, und
c.) wenn in einer Gemeinschaft vernünftiger We-sen eine solche Störung nie geschieht, noch geschehen
kann.