z8yo. Entlassung des Fürsten Bismarck.
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befriedigen, so wird Ihre Arbeit Meines Königlichen Dankes und der Aner-kennung der Nation gewiß sein dürfen. Die Ihrer Beratung zu unter-stellenden Vorlagen werden Ihnen unverweilt zugehen. Ich bestimme zurTeilnahme an der Beratung die beiden Abteilungen für Handel, Gewerbe,öffentliche Bauten, Eisenbahnen und Bergbau und für Angelegenheiten derinneren Verwaltung, denen Ich eine Anzahl sachkundiger Personen zuweisenwerde. Die Mitglieder dieser Abteilungen ersuche Ich, sich am 26. ds. 11 Uhrin den ihnen zu bezeichnenden Räumlichkeiten zu versammeln.
Zum Referenten bestimme Ich den Oberbürgermeister Miguel und zumKorreferenten den geheimen Finanzrat Jencke.
Ich behalte Mir vor, nach Abschluß der Abteilungsberatungen denWiederzusammentritt des Staatsrates zu bestimmen und wünsche Ihnen zuIhrer Arbeit den Segen von oben, ohne welchen menschliches Thun niemalsgeoeihen kann.
281. Entlassung des Fürsten Bismarck. 20. März 1890.
Mein lieber Fürst I
Mit tiefer Bewegung habe Ich aus Ihrem Gesuche vom 18. d. M. er-sehen, daß Sie entschlossen stnd, von den Ämtern zurückzutreten, welche Sieseit langen Jahren mit unvergleichlichem Erfolge geführt haben. Ich hattegehofft, dem Gedanken, mich von Ihnen zu trennen, bei unseren Lebzeitennicht näher treten zu müssen. Wenn Ich gleichwohl im vollen Bewußtsein derfolgenschweren Tragweite Ihres Rücktritts jetzt genötigt bin, Mich mit diesemGedanken vertraut zu machen, so thne Jch dies zwar betrübten Herzens, aberin der festen Zuversicht, daß die Gewährung Ihres Gesuchs dazu beitragenwerde, Ihr für das Vaterland unersetzliches Leben und Ihre Kräfte so langewie möglich zu schonen und zu erhalten.
Die von Ihnen für Ihren Entschluß angeführten Gründe überzeugenMich, daß weitere Versuche, Sie zur Zurücknahme Ihres Antrages zu be-stimmen, keine Aussicht auf Erfolg haben. Ich entspreche daher Ihrem Wunsche,indem Ich Ihnen hierneben den erbetenen Abschied aus Ihren Ämtern alsReichskanzler, Präsident Meines Staats-Ministeriums und Minister der Aus-wärtigen Angelegenheiten in Gnaden und in der Zuversicht erteile, daß IhrRat und Ihre Thatkraft, Ihre Treue und Hingebung auch in Zukunft Mirund dem Vaterlande nicht fehlen werden.
Ich habe es als eine der gnädigsten Fügungen in Meinem Leben be-trachtet, daß Ich Sie bei Meinem Regierungsantritt als Meinen ersten Be-rater zur Seite hatte. Was Sie für Preußen und Deutschland gewirkt underreicht haben, was Sie Meinem Hause, Meinen Vorfahren und Mir gewesensind, wird Mir und dem deutschen Volke in dankbarer, unvergänglicher Er-innerung bleiben. Aber auch im Auslande wird Ihrer weisen und that-kräftigen Friedenspolitik, die Ich auch künftig aus voller Überzeugung zurRichtschnur Meines Handels zu machen entschlossen bin, allezeit mit ruhm-voller Anerkennung gedacht werden. Ihre Verdienste vollwertig zu belohnen,steht nicht in Meiner Macht. Ich muß mir daran genügen lassen. Sie Meinesund des Vaterlandes unauslöschlichen Dankes zu versichern. Als ein Zeichendieses Dankes verleihe Ich Ihnen die Würde eines Herzogs von Lauenburg.Auch- werde Ich Ihnen Mein lebensgroßes Bildnis zugehen lassen.
Gott segne Sie, Mein lieber Fürst, und schenke Ihnen noch viele Jahreeines ungetrübten und durch das Bewußtsein treu erfüllter Pflicht verklärtenAlters.