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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
Entstehung
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Dem Sparenberg gegenüber liegt der Johannisberg, höherals jener. Vom Gipfel desselben übersieht man den größtenTheil der Grafschaft Ravensberg, gegen Süden die HerrschaftRheda und die Grafschaft Rietberg, gegen Osten einen großenTheil des Bisthums Paderborn und der Fürstlich-LippischenLande und gegen Norden reicht das Auge bis zur portn IV 68t-plmimk bei Blinden.

Die fruchtbare Feldmark der Stadt zeigt von allen Seitenzerstreut liegende Wohnungen von Neumöhnern, die vielleichtnach 50 Jahren eine neue Stadt oder einen neuen Flecken an-bauen werden, denn ihre Zahl vergrößert sich unter dem wohl-thätigen Schutze einer weisen Landesregierung von Jahren zuJahren. Von allen Seiten sieht man die herrlichen Früchte desFleißes unseres Landmanns und die entzückenden Folgen, welchedie Urbarmachung wüster, nicht geachteter Ländereien ans denWohlstand eines Staates habe». Districte, auf welchen vormalsder Wind den Flugsand trieb, tragen jetzt Gartcnfrüchte, undSümpfe, die nur vom quackenden Frosch bewohnt wurden,prangen mit Kräutern und Blumen; Berge, au welchen kaumeine kleine Schafherde zureichendes Futter fand, sind zu Küchen-gärten umgeschaffen worden. Ewig wird das Andenken Friede-richs und Friedrich Wilhelms dem Ravensberger heilig seyn,obgleich noch manche Gegend dieser Provinz urbar gemacht wer-den kann, und gewiß bei der jährlich zunehmenden Volksmeng-urbar gemacht werden wird."

Es ist ein lachender Anblick, diese ganze Gegend umBielefeld mit ihren unzähligen, aus dem Grün hervorlugendenroten Dächern, die den Herd fleißiger Weber beschirmen, ruftLevin Schücking 1860 aus, um sich dann mit den Worten überunsere Industrie zu verbreiten:

Bielefeld liegt an einem kleinen Flusse, der Lutter, welcheein weiches, dem Bleichen der Leinwand besonders günstigesWasser führt. Die eigentliche Veranlassung aber, daß die Leinen-Industrie sich gerade hier vorzugsweise entwickelte, ist — wiean so manchen Orten das Aufblühen einer besonderen Gewerbs-thätigkeit sich an die Geschichte der Glaubenskämpfe des 16. und17. Jahrhunderts knüpft — in dem Umstande zu suchen, daßsich in dieser Gegend des Ravensbergischen Ländchens eine be-deutende Anzahl Niederländer ansiedelte, welche vor den Reli-gionsverfolgungen der Spanier aus ihrer Heimath geflüchtetwaren. In neuester Zeit ist die Leinenproduktion Bielefelds ineine ganz neue Phase getreten — man hat den lange discu-tirteu Schritt, den Uebergang zur Maschinenspinnerei gemacht,