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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
Entstehung
Seite
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Hier scheint es uns nun der Ort zu sein, der ehrwürdigenRuine mehr zu gedenken, als uns dies im bisherigen Verlausedieses Werkes möglich war, doch müssen wir uns darauf be-schränken, die Momente, welche in der Gesamtgeschichte nicbt zurGeltung gekommen sind, mehr summarisch anfzuführen, ver-weisen aber im übrigen auf das Büchlein ,Bielefelds Sparen-berg und seine Geschichte/

Allbekannt ist die Sage von der Erbauung unseresSchlosses, das erst die Löwenbnrg geheissen haben soll, dannaber von dem gibellinisch gesinnten Grafen Hermann vonRavensberg aus dem Geschlechte Calverlage* erstürmt und dieSparrenburg benannt wnrde. Der Volksmund bezeichnet diebeiden verwitterten Löwen, die ehedem auf der obern Treppedes Siekinann-^Potthoffschen Gartens lagen, nunmehr aber aufdie Burg gebracht sind, als die Wappenhalter, was freilich sehr-unwahrscheinlich ist.

Der Name Sparrenburg tritt mit Sicherheit erst 1257auf, in welchem Jahre eine Friedensurknnde zwischen Bernhardvon Lippe und den Ravensberger Mannen bestätigt wird.

Nunmehr finden wir sie öfter verzeichnet, so 1286, 1294,1315 und 1321, und zwar meistens in Schenkungs- und Be-lehnungsbriefen; gewöhnlich wird sie die Borg tom Sparen-berghe genannt.

Um 1239 war die Burg, da die Ravensberger im Kriegemit den Paderbornern lebten, deren Bischof Otto, wie es scheint,unterstützend, der feste Halt nach der feindlichen Seite undmancher Gefangene mag in ihren Verließen sich nach der gol-

*) Der Ort kommt in Hcbcregistern der Abtei Werden bereits im 9Jahrhundert vor: In Oallwslouo IUI Inmunes, II llottos pro lanä-

senläi, Ipro Iieriscill. und wieder: I» Oalvaslogl ote. Er liegt bei Lang-förden. lieber den vorgenannten Hermann fanden wir eine interessanteNotiz im Chronicon Braunviscense und zwar über seine Gefangennahme imJahre 1207 von seiten der Tecklcnburgcr, siehe Seite 22 :

,,Jn dußcn snlvcn Jarc fragenden te Hope Greve Symon vonTeckenborch und Greve Hermann von Ravensburg. Sie kemen to Hopeupp ein velt und schlagen sich uter »rate ser. In dem Stryde blepsf GreveSymon dot, doch syn Bolk dat wan den Stryd und vengen Greve Her-man und synen Sonen Otten."

Die Tecklenburger scheinen der Meinung gewesen zu sein, daß derTod Simons nicht in ritterlicher Weise vor sich gegangen sei, und GrafHeinrich, der Sohn des Gefallenen, behandelte daher die gefangenen Navcns-berger hart. Er entließ sie erst, nachdem sie die Zahlung von 1000 Mk.und die Abtretung von bedeutenden Landschaften versprochen hatten. Indem Seite 23 erwähnten Frieden aber wurden die schweren Bedingungenaufgehoben.

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