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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
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um welche sie fortvibrieren. Die Silberglocken der Sage sindes, deren volle Weihe auf dem Lande der roten Erde liegt.

Ueberall, wo ein abgeschlossenes Waldthal uns aufnimmtoder nur einsam über die braune baumlose Haide schreiten,oder wo üppiger Epheu ein morsches Gemäuer umklammert,sind ihre Spuren zu finden. Es ist wahr, die Sagen unseresLandes haben nicht immer das Tiefe und Poetische, das dieSagen des uns naheliegenden Rheinthals auszeichnet. KeineLorelei singt auf einem Felsen des Ruhr- oder Weserthals ihreverlockenden Weisen, keinen Ritter Roland hat Westfalen, der dü-stern Blicks im hohen Fensterbogen steht und hinunter blickt auf dasEiland seiner Liebe, und wenn wir nachts an einen dunklenschilfumranschten Waldteich treten, so harren mir vergebens aufdie weiße Nonnenhand, die wie jene des Laacher Sees flehendemportaucht aus der Tiefe.

Die Sagen Westfalens, besonders die des ravensbergerLandes, sind derberer Natur und lieben den geschichtlichen Hin-terhalt; auch erinnern sie oft an andere, so die Sage von derweißen Frau im Schlosse zu Detmold, Wittckind in der Babi-lonie und .Karl der Große im Desenberge. Reich ist besondersder Lmgenschatz, der sich um Wittekind gruppiert. Wer kenntnicht die Sagen von den Sattelmeiern, dem Hasenpad denKönig Weking trat, dem Nalop, der Quelle von Bergkirchen,dem Kirchenbau zu Enger, von Wittekinds List auf der Fluchtund seiner Taufe zu Paderborn?

Fast jede Kirche der Grafschaft hat ihren Sagenkreis, sieheSeite 15, besonders aber sind die Stifter zu Schildesche undHerford mit einem legendenartigen reichlich ausgeschmückt.

Unsere Stadt ist weitbekannt durch das Sprichwort: Ergeht mit wie der Wirt zu Bielefeld. Eine Dicbsbande soll sich,wie man erzählt, die Verschwiegenheit ihres Obdachgebers da-durch zu erlangen gewußt haben, daß sie ihn nur zum Mitgehenberedete, doch entging er spater, als inan die Verbrecher beiihm entdeckte, durch die Aussage, er habe nur zugesehen, seinerStrafe nicht.

Vielfach verbreitet ist auch die Legende vom Hufschmiedzu Bielefeld, welcher vom reisenden Petrus, den er gut bedienthatte, die Erlaubnis, einen Wunsch auszusprechen, erhielt. Derkluge Eisenfresser bat, daß der Teufel nur durch das Schlüssel-loch bei ihm ein- und ansgeheu dürfe, worauf dann später derGottseibeiuns in eineil vorgehaltenen Sack fuhr, der vomSchmied so weidlich auf dem Ambos bearbeitet wurde, daß der