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wenn Rosenkranz Recht hat, daß besonders die Verstandes-cultur die Herrschaft des Tones aufkommen lasse, da man dochetwas haben müsse, um die Phantasie der Empfindung zur Gel-tung zu bringen, so wären wir Bielefelder heute wie die Kö-nigsberger die barsten Verstandesmenschen und ganz verschiedenvon jenen dichtenden Jünglingen des vorigen Jahrhunderts,die jedes Familienereignis besangen und ihre Leistungen inaufdringlichen Lettern bei Süvern drucken ließen. Nsmpcmamutauiur st nos mutamur i:: Iltis.
Bei Justus Nicolaus Süvern, der wahrscheinlich ausLemgo stammte, wurden damals viele Werke gedruckt und seineOfficin hatte einen wohlverdienten Ruf. So ging aus demsel-ben 1747 hervor: Hagedorns Entwurf vom'Zustande der Re-ligion und Storchs kurze Beschreibung der Stadt Herford.Hagedorn wurde 1731 Prediger zu Jöllenbeck und sein ,Ent-wurf' ist eigentlich die Hauptquelle der späteren ravensbergischenGeschichtsschreiber geworden und manches ist wörtlich aus jenen:in die Werke der letzteren übergegangen.
Gegen das Ende des Jahrhunderts begann in allenStädten, so gewiß auch in Bielefeld, der Kampf der Schrift-sprache gegen die herrschende heimische Sprechweise. Bis dawaltete in allen Familien das gemütvolle Platt. Nur langsamvollzog sich die Umwandlung. In den oberen Kreisen ver-schwand der Dialect zuerst, doch machte sich auch hier oft, wieGustav Freytag in feinem „Neue Bilder aus dem Leben desdeutschen Volk" erzählt, eine Reaction geltend, indem Mädchen' der besten Häuser einen Bund schlossen, die alte Sprechweiseihrer Stadt gegen die dreisten Eingriffe eiugewanderter Fami-lien zu verteidigen. Immerhin blieb gewiß in Bielefeld, be-sonders der umwohnenden Spinner und Weber halber, die all-wöchentlich mit ihren Produkten zahlreich zur Stadt kamen,der Dialect noch lange in Geltung und bedurfte es dahereines Bundes nicht, ihn auf dein Lausenden zu erhalten.Die Sprache in: nordöstlichen Westfalen ist eine ziemlich über-einstimmende und es kommen nach den verschiedenen Gegendennur geringe Abweichungen vor. Insbesondere fehlt es in ihrden Vocalen an Klarheit, denn diese sind meist ein Mitteldingzwischen zweien derselben. Das O klingt oft wie ein Oa unddas E wie ein Je, zum Beispiel: gebrochen-broaken, Hemd-Hiemd, Nessel-Nietel, tragen-driägen. Einzelne Redensarteil ver-mögen unfern Dialect noch genauer zu characterisieren: Metdem Twasbraken (Querköpfigen) iS nix tau beginnen, wenn ickwill Hot, dann will hei ha; Ornung mot sin, wenn auk in