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Ir Menschen hört ein wundergeschicht,
So sich neulich, wie ich bericht.
In Westphalen und anderswoHat begeben, indem alldoGott seinen Zorn über unser SlludHat zu verstehen geben geschwindDurch ein schröckliches Zeichen zwar,
Dadurch manchen gen Berg die HarGestanden sein.
Ein Stättlein, Bielfeld genannt.
In der Grafschaft Ravensberg wohl bekannt.
Auch Sparenberg nicht weit davon,
Ein Schloß auf einem Berge schon.
Der Dichter schildert dann wie das „Erdbidem" losbrach,wie Schornsteine und Mauern umfielen, die Schüsseln undKannen hervorrasselten, des Sparenbergs Mauern „2 Fußtieff" sanken und ein Schilderhaus sich drehte zum Entsetzendes darin weilenden Soldaten; alle aberErwarteten den letzten Tag,
Deine niemand entfliehen mag.
Ein Holzschnitt der zu diesem Gedichte gehört, stellt allesnoch anschaulicher dar. Hier stürzen die Franziskaner aus ihremmächtige Risse aufmeisenden Gebäude, und auf der Straße ren-nen Männer, Weiber und Kinder, die Hände ringend, einher.
Das war das große Erdbeben von 1612, ein „Erdbidem",welches das nordwestliche Deutschland durchzog uud die Menschen-kinder erschreckte; des Dichters Drohung aber sollte bald daraufin Erfüllung gehen:
Viel Straf und Plage schicket Gott,
Pestilenz, Krieg und Hungersnot,lieber die Zustände, welche damals im Ravensbergischenherrschten, berichtete 1615 dem Chnrfürsten in ausführlicherWeise eiu Dr. Beruh. Greve. Zunächst giebt der Verfasser inseinen „etlichen Ursachen, warum nötig uud ratsam, die FestungSparenberg weiter zu fvrtificiereu" an, daß Gott bei hoherStrafe der Obrigkeit befehle, die ihr anvertrauten Untertanenzu schützen, daß Ravensberg der Zugang von Brandenburg herzu Kleve, Berg und Mark und ein fester Sparenberg eineschwere Brille für die spaniolisirte Liga sei, die sich bereitsnach den wichtigen Punkten des Landes, um einen Halt zu ge-winnen, umschaue. Zudem, führte er weiter aus, würde dieBrandenburg geneigte Bevölkerung durch den Eifer der Regie-rung angefeuert, im andern Falle aber zaghaft werden;